Konflikt um Bebauungsplan
Roos: Nebeneinander am Eichengrund ist möglich

Saerbeck -

Während die Ratsfraktionen bei den geplanten Änderungen im Freizeitgebiet südlich des Badesees auf Rücksicht gegenüber dem älteren Pferdehof pochen, hält Bürgermeister Wilfried Roos eine Erweiterung der Nutzung für das Landhotel Bruckmann und zugleich ein Offenhalten der Entwicklungsmöglichkeiten für den Pferdehof Werning für „höchstwahrscheinlich machbar“.

Mittwoch, 27.09.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 27.09.2017, 14:22 Uhr

Der neue Besitzer möchte die Nutzungsmöglichkeiten des „Landhotels Bruckmann“ südlich des Badesees erweitern. Die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans „Sondergebiet Freizeit und Erholung Eichengrund“ wurde in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses von allen Fraktionen kritisch gesehen. Man sorgt sich um die zukünftigen Erweiterungsmöglichkeiten für den gegenüber liegenden Pferdehof Werning, wenn das Landhaus mit mehr Betrieb auch mehr Emissionen, besonders beim Geruch, verursachen sollte (diese Zeitung berichtete). In der Ratssitzung in der vergangenen Woche versuchte Bürgermeister Wilfried Roos nun, eine Lanze für die Vereinbarkeit von Beidem zu brechen. Ihm zufolge würden die beiden Betriebe sich gegenseitig nicht die Butter vom Brot nehmen bei den Umweltemissionen: „Die Anträge bringen das Fass nicht zum Überlaufen, mit höchster Wahrscheinlichkeit ist das eine mit dem anderen machbar“, sagte Roos. Zusammen mit weiteren Bestandsschutzrechten an anderer Stelle in diesem Gebiet könnte die Summe der Umweltbelastungen allerdings sehr wohl Auswirkungen auf Wohngebiete haben.

Bürgermeister Roos rief dazu auf, die jetzt laufende Bauleitplanung getrennt von späteren Genehmigungsverfahren für Bauanträge zu betrachten. Die bereits kritisch vorgebrachte Frage nach der Stellplatzanzahl werde später die Bauaufsicht beantworten mit einer Deckelung beim Gastronomiebetrieb, stellte er in Aussicht: „Die Gemeinde hat beide Füße in der Tür, was die Größe des Betriebs angeht“, warb Roos dafür, nicht mit diesem Argument die Bebauungsplanänderung abzulehnen.

Formell beschloss der Rat einstimmig, das Bauleitplanverfahren in die nächste Stufe zu schicken. Die Bedenken aus der ersten Beteiligung der Öffentlichkeit sind eingearbeitet, haben aber zu keinen wesentlichen Änderungen geführt. In der zweiten Beteiligungsrunde sollen nun alle Einwände noch einmal auf den Tisch, so das erklärte Ziel aller Fraktionen und der Verwaltung. Die Landwirtschaftskammer hat bereits angemeldet, dass sie Kritik nachreichen will.

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