„Kettenträgerempfang“
„Wichtiger Teil dörflichen Lebens“

Saerbeck -

Der stellvertretende Bürgermeister Florian Bücker würdigte beim sogenannten „Kettenträgerempfang“ die Schützenvereine als „wichtigen Bestandteil des dörflichen Lebens“ und bescheinigte ihnen eine „lebendige Brauchtumspflege“. Er ließ die Höhepunkte der Schützenfestsaison aus eigener Anschauung Revue passieren.

Montag, 09.10.2017, 05:40 Uhr
Die Majestäten der vier Saerbecker Schützenvereine, alle versammelt beim „Kettenträgerempfang“ im Rathaus mit Florian Bücker (achter von links), stellvertretender Bürgermeister.  
Die Majestäten der vier Saerbecker Schützenvereine, alle versammelt beim „Kettenträgerempfang“ im Rathaus mit Florian Bücker (achter von links), stellvertretender Bürgermeister.   Foto: Alfred Riese

Das Gesprächsthema des vergangenen Jahres war passé beim „Kettenträgerempfang“ für die Schützenvereins-Majestäten am Freitagabend im Rathaus. Bürgermeister Wilfried Roos musste sich nicht mehr mühen, seine komplizierte Haltung zu der Frage zu erklären, ob Schützenvereine Kultur treiben und deshalb auch Anspruch auf kommunale Fördermittel haben. Tun sie und haben sie, hat der Gemeinderat zwischenzeitlich beschlossen.

Es war mithin der erste Empfang, bei dem die Vorstände und Majestäten der vier Vereine in ihrer neuen offiziellen Eigenschaft mit Ratsmitgliedern und Bürgermeister im Ratssaal zusammenkamen. Und es zeichnete sich gleich der nächste Vorstoß aus den Reihen der Schützen ab, zu dem sich Rathausspitze und Gemeinderat vielleicht bald positionieren müssen.

Wilfried Roos ließ sich dieses Mal entschuldigen. Er ist in Sachen Klimakommune in den USA, erklärte sein Stellvertreter Florian Bücker (CDU). Er erlaubte sich die kleine Spitze, dass mancher sich nicht so sicher gewesen sei, ob Roos nun schon in den USA oder noch in Japan sei, wo er vor Kurzem die Region Fukushima besuchte.

Florian Bücker würdigte die Schützenvereine als „wichtigen Bestandteil des dörflichen Lebens“ und bescheinigte ihnen eine „lebendige Brauchtumspflege“.

Und er schlug einen großen Bogen. Im Jahr 2015 wurde das Schützenwesen von der Deutschen Unesco-Kommission in ihr „bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. Kein Weltkulturerbe der Vereinten Nationen zwar, aber doch die Anerkennung als „Schatz unseres Landes“ und „Teil der lokalen Identität“ - neben Sternsingen und Volkstanz. „Etwas später“, nämlich im Herbst 2016, sei der Bürgerschützenverein Saerbeck-Dorf auf seinen Antrag hin in Saerbeck als kulturell tätiger Verein anerkannt worden, die drei anderen Vereinen seien mit eigenen Anträgen gefolgt.

Weil für die Kulturzuschüsse die Mitgliederzahllen zugrunde gelegt werden, konnte Florian Bücker auch dies sagen: 748 Mitglieder gibt es, „das heißt: zehn Prozent der Saerbecker sind Mitglied im Schützenverein – beachtlich“.

Er ließ die Höhepunkte der Schützenfestsaison aus eigener Anschauung Revue passieren. Bücker erinnerte sich unter anderem an die große Zahl von Jubel-Majestäten in Sinningen und bei den Dorf-Schützen und an die „Flutlicht-Schießen“ bis in die Nacht in Westladbergen und bei den Dorfbauern-Middendorf im 40. Jahr ihres Bestehens. Osterfeuer, Winterfeste, Maibaum aufstellen, Kapellenpflege und mehr: Die Belege, wo die Schützenvereine fürs Dorfleben wichtig sind, lieferte Bücker auch.

Auch nach der Suppe und den 50 Litern Freibier, die die Gemeinde noch spendiert, blieb ein orakelnder Vereinsvorsitzender allerdings die Auskunft schuldig, mit welchem Antrag das Rathaus demnächst zu rechnen hat.

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