„Spielzeit Münsterland“ gastiert in der Bürgerscheune
350 Kinder gehen ins Theater

Saerbeck -

„Das ist kein Film, sondern mit echten Menschen, die man nach der Vorstellung anfassen und fragen kann.“ Die Kinder in der Bürgerscheune wussten nicht, dass „Spielzeit“-Koordinator Christoph Bäumer ihre Theatertage so beschreibt. Ein Erlebnis war es auch so.

Dienstag, 10.10.2017, 06:00 Uhr
Hach, Sorgen über Sorgen hat die Hausfrau Frau Meier in dem Kinderstück des Theaters „Tritrop“ aus Münster, bis ein kleines Vogelküken im Gemüsebeet ihr Leben verändert.
Hach, Sorgen über Sorgen hat die Hausfrau Frau Meier in dem Kinderstück des Theaters „Tritrop“ aus Münster, bis ein kleines Vogelküken im Gemüsebeet ihr Leben verändert. Foto: Alfred Riese

Mit einer Hausfrau, die sich in ihrem durchs Haus gespannten Wollnetz ebenso verheddert wie in ihren Sorgen, eröffnete das „Theater Tritrop“ aus Münster am Montagmorgen die Theatertage der „Spielzeit Münsterland“ in der Bürgerscheune. Mit wunderbar überdrehter Slapstick-Komik á la Charlie Chaplin sprach Schauspielerin Ulrike Rehbein die 150 Kinder der ersten und zweiten Grundschulklassen in zwei Vorstellungen direkt an. Singendes Gemüse aus dem Beet im Küchenschrank und die Dialoge mit der Handpuppe in einem Bühnenaufbau wie ein Wimmelbild taten das Übrige in dem Stück „Frau Meier die Amsel“. Es gelang der Beweis: Auch jüngere Grundschüler können fast eine Stunde lang konzentriert echtes Theater erleben ohne blinkende Lichter und Spezialeffekte.

Die kleine Reihe mit fünf Aufführungen geht am heutigen Dienstag weiter mit dem Stück „Eiskalte Zeiten“ des Figurentheaters „Hille Puppille“ (Dülmen) für die dritten und vierten Klassen. Am Mittwoch spielt das „Krokodiltheater“ (Tecklenburg) vor Kindergarten-Kindern das Stück vom „Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“. Dann werden rund 350 Saerbecker Kinder das Bürgerscheunen-Theater besucht haben.

Die „Spielzeit Münsterland“ ist ein Zusammenschluss von professionellen Kindertheatern aus der Region, der Aufführungspakete in der Region anbietet, übergreifend gefördert unter anderem von den Landkreisen, der Stadt Münster, dem NRW-Familienministerium und der Provinzial – was den örtlichen Kostenbeitrag senkt. Vor Ort braucht es dann noch einen Ansprechpartner mit Kontakten zu Schulen und Kindergärten, in Saerbeck Fred Wieneke vom Kulturamt.

Aktuell hat die „Spielzeit“ mit zehn Spielorten ihre Kapazitätsgrenze erreicht, sagte der Koordinator Christoph Bäumer (Theater „Don Kidschote“). Saerbeck habe sozusagen ein Abo. Diese Organisationsweise erleichtere allen Seiten die Arbeit. Christoph Bäumer hob hervor, dass Theater „eine ganz andere, intensive Erfahrung“ sei: „Das ist kein Film, sondern mit echten Menschen, die man nach der Vorstellung anfassen und fragen kann.“

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5212090?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker