Freiwillige Feuerwehr
Herbstübung mit Logenplatz auf dem Sofa

Saerbeck -

Eine Herausforderung besonders für den Löschzug Sinningen war die gemeinsame Herbstübung der Freiwilligen Feuerwehr. Während aus der Alten Schule in der westlichen Bauerschaft ordentlich der Disconebel waberte, hatten die „Gastgeber“ den kürzesten Anfahrtsweg und bis zum Ende die Einsatzleitung – bei Mistwetter.

Dienstag, 10.10.2017, 17:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2017, 15:14 Uhr
Gerettet: Der Atemschutztrupp bringt die letzte Vermisste, dargestellt von einem Mitglied der Jugendfeuerwehr, aus dem übungshalber verqualmten Haus.
Gerettet: Der Atemschutztrupp bringt die letzte Vermisste, dargestellt von einem Mitglied der Jugendfeuerwehr, aus dem übungshalber verqualmten Haus. Foto: Alfred Riese

Dunkel, Regen, gefühlte Temperatur einstellig und kein allzu leichtes Herankommen an das Gebäude: Das Szenario der gemeinsamen Herbstübung der drei Saerbecker Löschzüge forderte die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr kräftig heraus. Als Ausgangslage brannte es am Montagabend in der Alten Schule in Sinningen (nahe der Marien-Kapelle, hinter dem Gasthaus Ruhmöller). In dem mit Disconebel stark verqualmten Gebäude mit Dachgeschoss wurden mindestens fünf Personen vermisst.

Das waren die Rollen von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, die sich beherzt mit Tüchern vor Mund und Nase im Rauch und über die Etagen verteilten. Teils reckten sie die Köpfe aus hohen Fenstern, teils versteckten sie sich so gut, dass die Atemschutztrupps ordentlich Mühe hatte, ihre „Vermissten“ auch zu finden. Ulrich Quooß, Betreuer der Jugendfeuerwehr, machte sich selbst ein Bild in den Räumen und beschrieb die Lage beim Herauskommen so: „Da siehst du die Hand vor Augen nicht.“ Tatsächlich verschwanden die Vorderen der Zweierteams unter Atemschutz bereits nach wenigen Zentimetern im Rauch, nur der signalfarbene Schlauch verriet noch, in welche Richtung sie vorwärts krochen.

Währenddessen trainierten ihre Kollegen an der Außenseite die Menschenrettung über Anstellleitern im Halbdunkeln. Das Flutlicht der Einsatzfahrzeuge leuchtete nun mal nicht durch die Hecke hindurch oder um die Ecke des Nachbarhauses herum. In dem hatten sich Zuschauer aus der Bauerschaft Logenplätze auf den Sofas im Wohnzimmer gesichert und verfolgten die Bergungs- und Löscharbeiten recht gemütlich. Mittendrin immer der Mann der Atemschutzüberwachung, der die Füllstände der im Einsatz befindlichen Teams auf seinem elektronischen Klemmbrett im Auge behielt.

Das Übungsprogramm, erklärte Wehrführer Udo Meiners, setzte seine Schwerpunkte auf die Menschenrettung, den Einsatz der Atemschutzgeräte und die Zusammenarbeit der Mitglieder der drei Löschzüge. Zwei besondere Herausforderungen hielt das Szenario für die „Gastgeber“ in Saerbecks westlicher Bauerschaft bereit. Der Sinninger Löschzug war wegen der kürzesten Anfahrtsstrecke als erster vor Ort, aber die Atemschutzträger hatten während der Fahrt keine Zeit, sich auszurüsten; und die Einsatzleitung blieb in Sinninger Händen, bis der Rauch gegen 20 Uhr aus dem unbewohnten Gebäude geblasen wurde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5214198?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker