„Markt 23“ lädt zum Mitmachkonzert ein
Kneipenkrach am Donnerstach

Saerbeck -

Am nächsten Donnerstag, das ist der 23., gibt’s im „Markt 23“ erstmals „Kneipenkrach am Donnerstach“ – das Mitmachkonzert für jedermann; los geht es um 19.30 Uhr. Zwei Gitarristen haben ihre Unterstützung schon zugesagt, ein Cajon-Spieler auch, jetzt liegt es an den Saerbeckern, aus Popsongs, Schlagern, Evergreens und Lieblingsliedern fetzigen Kneipenkrach zu machen.

Freitag, 17.11.2017, 20:11 Uhr aktualisiert: 17.11.2017, 20:20 Uhr
Seit fünf Jahren ist der „Folktreff“ in Emsdetten Garant für ein proppevolles Wirtshaus an der Kirchstraße; am nächsten Mittwoch wird im „Markt 23“ gesungen.
Seit fünf Jahren ist der „Folktreff“ in Emsdetten Garant für ein proppevolles Wirtshaus an der Kirchstraße; am nächsten Mittwoch wird im „Markt 23“ gesungen. Foto: Jens Keblat

Alles Quatsch, dieses Gerede von den drögen münsterländischen Sturköppen, ihrer Ähnlichkeit mit knorrigen Eichen und dem ollen Tacitus, der vor über 2000 Jahren ätzte: Westfalia non cantat – Westfalen singt nicht. Wer heute noch so läster, den sollte man mal kurz nach Emsdetten schicken, wo sich an die 150 Leute in Martins Wirtshaus zum gemeinsamen Singen und Musizieren treffen. „Folktreff“ nennen sie die monatliche Veranstaltung, die jüngst zum 50. Mal über den Tresen gegangen ist.

Mittendrin: die Saerbeckerin Annette Winkeljann, die gerne singt und die gemütliche Geselligkeit der Kneipe liebt. Kneipe, gemütlich, gesellig – das gibt es ja auch in Saerbeck; nur das Singen fehlt. Bisher, denn das wollen Annette Winkeljann und Kneipenwirt Jürgen Steinberg ändern: Am nächsten Donnerstag, das ist der 23., gibt’s im „Markt 23“ erstmals „Kneipenkrach am Donnerstach“ – das Mitmachkonzert für jedermann; los geht es um 19.30 Uhr. Zwei Gitarristen haben ihre Unterstützung schon zugesagt, ein Cajon-Spieler auch, jetzt liegt es an den Saerbeckern, aus Popsongs, Schlagern, Evergreens und Lieblingsliedern fetzigen Kneipenkrach zu machen.

„Wir wollen keine Zuhörer“, sagt Annette Winkeljann, „sondern Mitsänger und Instrumentalisten; auch ein Mundharmonikaspieler fehlt uns noch.“ Ganz wichtig ist ihr, dass es nicht um irgendwelche Verpflichtungen geht, sondern um Geselligkeit und Spaß am Singen, „um einen unverbindlichen netten Abend“.

Den auch die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) nicht vermiesen kann. Eine Veranstaltung im rechtlichen Sinn ist Kneipensingen „zum eigenen Werkgenuss“ nicht. Damit entfallen entsprechende Auflagen und Gebühren‚ die Liedauswahl ist frei und muss nicht auf gemeinfreies oder älteres Liedgut beschränkt werden.

Egal also, ob Peter Alexanders kleine Kneipe besungen wird, ob’s mit Helene Fischer atemlos durch die Nacht geht oder der Itsy-bitsy-Strandbikini hervorgekramt wird – Hauptsache, es macht Spaß.

Und was den ollen Tacitus angeht, dem sollte man mit dem ebenfalls ollen Augustinus entgegnen: Qui cantat, bis orat – wer singt, betet doppelt. Und die westfälische Sturheit hat ja schon Heinrich Heine in seinem Wintermärchen widerlegt: „Und wenn sie die Westfalen die Hand dir reichen zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie, sind sentimentale Eichen.“

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