Aus dem Bauausschuss
Tuchmacher gegen Korbflechter

Saerbeck -

Die Verkehrssituation hat zu einem Zwist der Anlieger der Tuchmacherstraße mit denen der Korbflechterstraße geführt.

Freitag, 01.12.2017, 07:30 Uhr
Durchfahrt oder Sperrpfähle: Die Verbindung zur Tuchmacherstraße, von der Korbflechterstraße mit ihren Neubauten aus gesehen. Zurzeit werden an dieser Stelle das Tempo gemessen und die Fahrzeuge gezählt.
Durchfahrt oder Sperrpfähle: Die Verbindung zur Tuchmacherstraße, von der Korbflechterstraße mit ihren Neubauten aus gesehen. Zurzeit werden an dieser Stelle das Tempo gemessen und die Fahrzeuge gezählt. Foto: Alfred Riese

Rund 80 Anwohner der Tuchmacherstraße unterschrieben einen Antrag, der jetzt im Bauausschuss behandelt wurde. Die Forderung: die Straße im Übergangsbereich Tuchmacher- zur Korbflechterstraße mit herausnehmbaren Absperrpfosten (Poller) zu versehen, sodass Fahrräder und Rettungsfahrzeuge die Straße nutzen können, private Pkw hingegen nicht.

Die Begründung: „Es ist zu beobachten, dass sehr viele Anwohner der Korbflechterstraße, auch von der Straße Plaggen Esch sowie der Bauerschaft Middendorf und sogar aus dem Holunderbusch die Tuchmacherstraße nutzen, um den Weg in Richtung Emsdetten oder Hembergen abzukürzen und um die unangenehmen, heftigen Straßenschwellen der eigentlichen Wege Bevergerner Damm und Böttcherstraße zu meiden. Dieses meist mit einer enormen Geschwindigkeit, trotz Spielstraße.“ Im Gegenzug wiederum stellten Anlieger der Korbflechterstraße einen Antrag, den Übergangsbereich offen zu halten.

Die Gemeinde stellte an der Tuchmacherstraße eine Geschwindigkeitsmessanlage auf, die zusätzlich auch den vorbeifahrenden Verkehr erfasste. Diese Zahlen stellte Bauamtsleiter Andreas Fischer den Politikern und rund 20 interessierten Besuchern vor. Die Messung ergab, dass die Autofahrer „im Durchschnitt mit 18 bis 20 Stundenkilometern in die Tuchmacherstraße eingefahren sind“, so Fischer. Des Weiteren kam die Messung zu dem Ergebnis, dass im ersten Messintervall 65,4 Fahrzeuge am Tag beziehungsweise 2,73 Fahrzeuge in der Stunde von der Tuchmacher- Richtung Korbflechterstraße fuhren (zweite Messintervall: 64,43/Tag; 2,68/Stunde). In die Gegenrichtung wurden in einem dritten Messintervall 63,6 Fahrzeuge am Tag (2,65/Stunde) festgestellt.

Die Verwaltung regte laut Fischer daher zunächst an, im Übergangsbereich eine Aufpflasterung (beispielsweise „Berliner Kissen“) zu errichten und im Zuge des Endausbaus der Korbflechterstraße Bodenhülsen dort zu setzen. Sollte dann die Verkehrszählung ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen belegen und auch nach dem Endausbau der Korbflechterstraße die Aufpflasterung dieses Verkehrsaufkommen nicht reduzieren, so könnte auf die Bodenhülsen zurückgegriffen und entsprechende Absperrpfosten eingesetzt werden.

Die CDU fragte bezüglich der Verkehrsmessungen nach Vergleichszahlen. „Die reinen Zahlen sagen mir nicht viel“, so Bernd Willebrandt. Bürgermeister Wilfried Roos betonte: „Die Verkehrsbelastung ist sehr gering.“ Dieser Einschätzung pflichtete auch der Bauamtsleiter bei, der überdies die Abkürzung als „unattraktiv“ bezeichnete.

Der Bauausschuss vertagte die Entscheidung in die Ratssitzung (7. Dezember).

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