Pläne für Volksbanken-Fusion
Saerbeck will mit Westerkappeln

Saerbeck -

Die Volksbanken Saerbeck und Westerkappeln wollen im nächsten Jahr fusionieren. Eine Kooperationsvereinbarung mit diesem Ziel haben die Vorstände jetzt unterzeichnet. Für Ansgar Heilker, Vorstand der Volksbank Saerbeck, ist das richtige Weg, um die Stärken der beiden kleinen genossenschaftlichen Geldinstitute vor Ort zukunftssicher auszubauen. Kündigungen wegen der Fusion schloss er aus.

Freitag, 16.02.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 16.02.2018, 22:04 Uhr
Bank und Kirche sollen in Saerbeck im Dorf bleiben, wenn es nach der jetzt nicht ganz überraschend unterzeichneten Absichtserklärung zu Kooperation und Fusion der Volksbanken Saerbeck und Westerkappeln geht.
Bank und Kirche sollen in Saerbeck im Dorf bleiben, wenn es nach der jetzt nicht ganz überraschend unterzeichneten Absichtserklärung zu Kooperation und Fusion der Volksbanken Saerbeck und Westerkappeln geht.

Irgendwann wird aus dem bislang stolz propagierten „klein und fein“ ein zu klein. So lässt sich der wohl wichtigste Grund beschreiben, den die Volksbank Saerbeck für ihre jetzt in eine Vereinbarung gegossene Zusammenarbeit mit der großen Volksbank Westerkappeln-Wersen nennt. Das Ziel der Vorstände nach mehreren Gesprächsrunden: eine Verschmelzung beider Institute zum 1. Januar 2019.

Ab dem 1. April diesen Jahres bis zum Wirksamwerden der angestrebten Fusion wird übergangsweise in Saerbeck der Volksbank-Mitarbeiter Ingo Schäfer zum Vorstand bestellt. Er tritt die Nachfolge des im Oktober verstorbenen Albert Topphoff an und soll nach der Verschmelzung „das Gesicht vor Ort im Marktbereich Saerbeck“ bleiben, erklärte Ansgar Heilker, zurzeit einziger Vorstand der Volksbank Saerbeck. Er selbst soll in den dreiköpfig vorgesehenen, neuen Vorstand eintreten und dort für Saerbeck zuständig sein.

Die Kooperationsvereinbarung mit Ziel einer Fusion ist seit Freitag unterzeichnet. Kündigungen im Zuge der Verschmelzung schloss Heilker aus: „Wir brauchen alle Beschäftigten.“ Die Entfernung zwischen den beiden Marktgebieten sei kein Nachteil, erklärte er und verwies auf das Beispiel der Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup. Vielmehr spiele sie dem Ziel in die Karten, beide Standorte auf Dauer zu erhalten und so den „Wettbewerbsvorteil der engen persönlichen Bindung, die räumliche und vertrauensvolle Nähe zu den Mitgliedern und Kunden“ weiter zu fördern. Eine Fusion auf der Basis jeweils „aktuell überdurchschnittlicher Marktanteile“ würde „das Bewährte erhalten“, zugleich aber durch den Größenzuwachs die Möglichkeit eröffnen, „Kernkompetenzen zu bündeln“, „größere Investitionsvolumina besser darzustellen“ und den Mitarbeitern weitere Perspektiven zu eröffnen.

„Es haben auch große Banken bei uns angeklopft“, sagte Heilker. Bei einer Fusion unter ungleichen Partner hätte es für Saerbeck aber „nicht so rosig“ ausgesehen – sprich: über kurz oder lang wäre nichts mehr übrig geblieben. Nach einer Fusion zur „Volksbank Westerkappeln-Saerbeck eG“ hätte das Institut eine Bilanzsumme von etwa 220 Millionen Euro. Hier wie auch bei der Zahl der Kunden und Konten entfielen rund ein Drittel auf Saerbeck. „Dreimal so groß ist immer noch relativ klein“, ordnete Heilker die Summen ein. Die angestrebte Fusion nannte er deshalb „einen klaren Gegenpart zu anderswo entstehenden Riesen-Banken“, man bleibe „untereinander und mit den Kunden vor Ort auf Augenhöhe“.

Für die angedockte Bürgergenossenschaft „Energie für Saerbeck“ ändere sich nichts, erklärte Heilker. Das Immobilienprojekt am Kreisverkehr Emsdettener Straße bleibe „wie bisher bis auf Weiteres ruhend gestellt“. Die Genossenschaftsmitglieder werden bei den Versammlungen im Sommer weitergehend informiert, kündigte Heilker an. Ein Beschluss über eine Fusion stehe erst im Jahr 2019 an, dann rückwirkend.

Jörg Wehmeier, Vorstand der Volksbank Westerkappeln-Wersen, fand am Freitag, die beabsichtigte Fusion „passt wie die Faust aufs Auge“. Der Anlass für die Fusionsgespräche sei ein trauriger gewesen, nämlich der Tod von Albert Topphoff, einem der beiden Bankvorstände in Saerbeck, im Alter von nur 58 Jahren. Daraufhin hätten die Saerbecker in Westerkappeln angeklopft mit der Bitte um Unterstützung.

Details der geplanten Fusion

Wichtige Modalitäten einer Fusion sind geklärt: Sitz der Volksbank Westerkappeln-Saerbeck eG wird Westerkappeln sein. Die Vorstandsarbeit sollen sich Jörg Wehmeier (53), seine Westerkappelner Kollegin Anita Kipp (43) und Ansgar Heilker (44) aus Saerbeck teilen. Der dortige Interimsvorstand Ingo Schäfer tritt laut Wehmeier „ins zweite Glied“ zurück.

Den Aufsichtsrat bilden elf Leute – sechs aus Westerkappeln, fünf aus Saerbeck. Es sei aber angestrebt, das Kontrollgremium durch altersbedingtes Ausscheiden langfristig auf sechs bis sieben Köpfe zu verkleinern, sagt Wehmeier. Aufsichtsratsvorsitzender werde Roland Cizelsky.

Vor dem Hintergrund einer ausgewogenen Struktur der Verschmelzung („Fusion auf Augenhöhe“) solle nach dem Umwandlungsgesetz die Volksbank Saerbeck eG (rund 1000 Mitglieder) übernehmende Genossenschaft und die Volksbank Westerkappeln-Wersen eG (circa 3500 Mitglieder) übertragende Genossenschaft sein. (fk)

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