Elternabend zur neuen Kindergarten
Einmal kochte die Stimmung hoch

Saerbeck -

Bei Facebook haben manche Eltern nach der Absage für die Wunschkita vom Kreisjugendamt Dampf abgelassen. Beim Infoabend am Mittwochabend im Rathaus, zu dem 30 Einladungen rausgingen und etwa 30 bis 35 Elternteile kamen, blieb es überwiegend ruhig und informell. Nur einmal kochten die Emotionen hoch.

Freitag, 23.03.2018, 07:34 Uhr aktualisiert: 23.03.2018, 07:40 Uhr
Interessiert hörten die Eltern zu.
Interessiert hörten die Eltern zu. Foto: Jan-Philipp Jenke

Und zwar als es um den Träger des neuen sechsten Kindergartens, die katholische St.-Georg-Gemeinde, ging. Ein Vater merkte an: „Der Träger ist nicht Wunsch der Eltern.“ Er verwies darauf, dass sich die Anwesenden gegen den ebenfalls von St. Georg getragenen Kindergarten St. Marien entschieden hätten. „Die Entscheidung der Eltern wird mit Füßen getreten“, fügte er hinzu. Bürgermeister Wilfried Roos antwortete deutlich. Die Entscheidung über den Träger sei demokratisch gewesen, mit deutlicher Mehrheit. „Die Kita ist ein Angebot der Gemeinde, das Sie annehmen können oder nicht. Anderen Gemeinden ist das scheißegal.“

Ansonsten verlief der Infoabend ruhig. Die Gemeinde stellte das für zwei Jahre geplante Provisorium in Modulbauweise vor, das Platz für 30 Kinder in zwei Gruppen bietet (13 U 3-Kinder, 17 Kinder drei bis sechs Jahre). „Für jedes Kind steht ein Platz zur Verfügung“, versicherte Mike Hüsing vom Kreisjugendamt. Schulamtsleiter Guido Attermeier machte den Eltern das Angebot, sich die baugleiche Kita an der Teichstraße in Greven einmal anzuschauen, die hell und freundlich sei.

Der Kita-Neubau geht dann mit drei Gruppen an den Start. Wo der Neubau entsteht, fragte ein Elternteil. „In einem Neubaugebiet“, antwortete der Bürgermeister, mehr könne er noch nicht verraten. Falls dieser nicht pünktlich fertig werde, „besteht die Chance, den Mietvertrag mit den Modulen hinauszuzögern.“

„Ist zum 1. August genug Personal da?“, war eine weitere Frage. „Ich bin mir sicher“, versicherte Roos. Das DRK habe auf 25 Stellen 100 qualifizierte Bewerbungen erhalten. Ein Vater befürchtete, dass die Eingewöhnungszeit direkt durch die Ferien gestört werde. „Wir starten nicht mit drei Wochen Urlaub“, so Mike Hüsing.

Petra Wieling, Leiterin des Kindergartens St. Marien, stellte das Konzept ihrer Einrichtung vor. Auf diesem basiere auch das für die neue Kita. Das genaue Konzept müsse aber von der neuen Leitung erarbeitet werden. Eltern zeigten Interesse, daran mitzuwirken, was Wieling in Aussicht stellte.

Einige Fragen blieben an diesem Abend offen. Zum Beispiel nach dem Personalschlüssel. Das hänge davon ab, wie viele Kinder angemeldet und wie viele Stunden gebucht werden, erklärte Mike Hüsing. Der Schlüssel sei aber im Kinderbildungsgesetz (KiBiz) festgeschrieben. Petra Wieling verwies auf einen weiteren Elternabend, der im Mai geplant ist.

Die Eltern haben nun die Möglichkeit ihre Kinder in der neuen Einrichtung anzumelden. Die Frist endet am Donnerstag, 29. März. Einige Anmeldungen erfolgten laut Kreisjugendamt schon direkt vor Ort.

Kommentar: Sachlich bleiben Ein Lob, dass es bei dem Infoabend so sachlich geblieben ist. Mitunter können Diskussionen mit Eltern, wenn es um ihre Kinder geht, ja durchaus hitzig sein. Das haben manche Facebook-Posts im Vorfeld bewiesen. Jeder hatte am Mittwochabend die Möglichkeit, seine Meinung zu sagen. Wer stumm blieb, hat seine Chance vertan – und sollte auf weitere Meinungsäußerungen bei Facebook verzichten.  Jan-Philipp Jenke

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