E-Auto als Dienstwagen und Bau von Ladesäulen
Die Gemeinde wird elektrischer

Saerbeck -

Die ersten Kilometer hat der neue, vollelektrische Dienstwagen der Gemeinde Saerbeck schon auf dem Zähler – ausprobieren muss sein. Bald gibt es für E-Autos auch erste öffentliche Ladesäulen.

Mittwoch, 04.04.2018, 20:53 Uhr aktualisiert: 08.04.2018, 14:26 Uhr
Den neuen, vollelektrischen Dienstwagen der Gemeinde Saerbeck hatten Bauamtsleiter Andreas Fischer und Bürgermeister Wilfried Roos vom Vertreter des Autohauses Twent in Münster entgegengenommen. Die ersten Kilometer hat das Fahrzeug schon absolviert.
Den neuen, vollelektrischen Dienstwagen der Gemeinde Saerbeck hatten Bauamtsleiter Andreas Fischer und Bürgermeister Wilfried Roos vom Vertreter des Autohauses Twent in Münster entgegengenommen. Die ersten Kilometer hat das Fahrzeug schon absolviert. Foto: Gemeinde Saerbeck

Die ersten Kilometer hat der neue, vollelektrische Dienstwagen der Gemeinde Saerbeck schon auf dem Zähler – ausprobieren muss sein. Bald gibt es für E-Autos auch erste öffentliche Ladesäulen. An der frisch planierten Oberfläche des kleinen Platzes in der Ecke Ferrieresstraße und Bevergerner Damm soll sie entstehen: Statt Huckel, Matsch und Pfützen werden hier bald die ersten drei öffentlichen Schnellladesäulen für Elektroautos montiert, auch für den weißen Renault Zoe der Gemeinde.

Das kündigte jetzt Bauamtsleiter Andreas Fischer an. Für drei weitere Schnellladesäulen mit ebenfalls 22 Kilowatt Maximalleistung suche man noch die richtigen Stellen im Ort. Fördergeld dafür kommt vom Bundesverkehrsministerium; es deckt die Mehrkosten des E-Autos gegenüber einem Benziner und die Kosten für den Kauf der Ladesäulen ab.

Die Gemeinde Saerbeck hatte sich darum zusammen mit dem Flecken Steyerberg und der Samtgemeinde Liebenau in Niedersachsen beworben. Mit beiden Kommunen arbeitet Saerbeck in Sachen E-Mobilität und Klimaschutz zusammen, zuletzt bei der Bürger-Studie „Wir werden E-mobil: neue Wege zur nachhaltigen Mobilität in ländlichen Kommunen“. Die Anschaffung eines elektrischen Dienstwagens ist die erste konkrete Folge dieses mit breiter Bürgerbeteiligung entstandenen Handlungskonzepts.

In der NRW-Klimakommune Saerbeck ist der Umstieg weg von fossilen Energieträgern auch im Verkehr hin zu umweltverträglicheren und stärker vernetzten Formen der Fortbewegung eines der großen Handlungsfelder des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts (IKKK). Dieses Feld ist allerdings noch wenig beackert, anders als die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen wie im Bioenergiepark.

„Die Zoe“: Auf das grammatisch-weibliche Geschlecht dieses Modells des französischen Herstellers Renault legte man beim Autohaus Twent aus Münster als Lieferant wert. In der Praxis rund hat das Fahrzeug 300 Kilometer Reichweite, die Batterie ist mit Schnellladung in einer Stunde zu 80 Prozent voll und man hat ganz normalen Komfort: So beschreibt Bauamtsleiter Fischer sachlich den neuen Dienstwagen – „reicht locker bis Steinfurt oder Münster und hat eine Anzeige, die zur nächsten Ladesäule führt“.

Den Motor würde man gar nicht mehr hören, dafür habe die Zoe dank Elektromotor „im Anzug mehr Dampf“, ansonsten „fährt es sich damit wie mit jedem anderen Auto auch“. Aber die Technik ist anders, zum Beispiel mit der Energie-Rückgewinnung beim Bremsen.

„Die E-Mobilität ist das Thema der Stunde“, ist sich Andreas Fischer sicher. Als Gemeinde „machen wir es uns zur Aufgabe, der Bevölkerung ein Angebot zu machen und Interesse zu wecken, ein Gefühl für E-Mobilität zu entwickeln.“ Klimaschutz durch weniger Kohlendioxidausstoß ist dabei nur noch einer der Gründe.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5638052?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker