Orga-Team will mit Änderungen weitere Taten verhindern
Kinderflohmarkt bestohlen

Saerbeck -

Der Kinderflohmarkt im März wurde beklaut, ärgern sich die vier Frauen im Organisationsteam der Frauengemeinschaft.

Freitag, 06.04.2018, 21:23 Uhr aktualisiert: 08.04.2018, 14:26 Uhr
Mit einigen Änderungen im Ablauf wollen die Organisatoren des Kinderflohmarktes künftig einen Diebstahl wie den im März verhindern (v.l.): Claudia Lohaus, Nadine Hülsmann, Janine Schlautmann und Sandra Althermeler.
Mit einigen Änderungen im Ablauf wollen die Organisatoren des Kinderflohmarktes künftig einen Diebstahl wie den im März verhindern (v.l.): Claudia Lohaus, Nadine Hülsmann, Janine Schlautmann und Sandra Althermeler. Foto: Belinda Raffel

Sie finden erstens: „Das war wirklich dreist.“ Und zweitens: „Die Leidtragenden sind die, an die regelmäßig Spenden aus dem Erlös gehen, die Saerbecker Kinder in den Kindergärten, in der Tagespflege oder in der Grundschule.“

Eigentlich hatte sich das Orga-Team mit Claudia Lohaus, Nadine Hülsmann und Sandra Althermeler gefreut, dass wieder größere Teile mit höheren Preisen bei den halbjährlichen Flohmärkten in der Bürgerscheune angeboten werden, erzählt Janine Schlautmann. Sie gehört auch zum Team und zählt Fahrräder und Kinderwagen auf. „Wir wollten auch wieder höherpreisige Sachen ins Angebot bekommen, um den Umsatz und die Spendensumme zu halten“, erklärt ihre Kollegin Sandra Althermeler. Nicht viel, aber doch ein bisschen von dem, was Ebay & Co. dem traditionellen Kinderflohmarkt zwischenzeitlich weggeschnappt hatten. Das Angebot privater Verkäufer kam auch wieder.

Und dann das: Bei einem Kinderwagen trennte jemand das Etikett „fein säuberlich und offensichtlich mit Absicht“ ab, wie Janine Schlautmann berichtet, und ersetzte es durch eines mit einem niedrigeren Preis. Aufgefallen ist das, weil die Preisetiketts auch die Chif-frenummer des Verkäufers enthalten, damit die Einnahmen zugeordnet werden können. Am Ende blieb der billigere Kinderwagen übrig, in dem lose das falsche Etikett mit dem höheren Preis lag. Den Schaden für den Verkäufer hat das Orga-Team ausgeglichen, auch um niemanden abzuschrecken, der in Zukunft etwas in der Bürgerscheune anbieten will, erklären Schlautmann und Althermeler. Und noch obendrauf: Ein Kinderwagen mit 135 Euro Verkaufspreis ist während der zwei Stunden Öffnungszeit komplett verschwunden. Wie, das hat das Orga-Team noch nicht herausgefunden. Aber Janine Schlautmann und Sandra Althermeler können sagen, dass das dann doch „ein spürbarer Anteil an Umsatz und Spenden ist“.

„Das ist sozial nicht in Ordnung“, formuliert Althermeler zurückhaltend. Dass die Waren auf dem Flohmarkt gebraucht und deshalb ohnehin schon günstig sind, reicht manchen offensichtlich nicht, beschwert sie sich. Sie und ihre Kolleginnen wollen klarstellen: „Wir sind richtig sauer und möchten, dass alle wissen, dass uns so etwas auffällt und wir etwas dagegen tun.“ Konkret kündigt das Orga-Team an, die Kasse ins Foyer zu verlagern, damit keine Schlange vor Fahrrädern und Kinderwagen die Sicht verstellt, und die teureren Angebote nötigenfalls nur unter Aufsicht zu verkaufen. Ihnen ist dabei klar: „Das bedeutet mehr Aufwand für die bis zu 40 Frauen, die beim Kinderflohmarkt ehrenamtlich im Einsatz sind.“ Trotzdem sagen sie: „Wir würden gerne weitermachen und so auch Spenden sammeln, aber ohne beklaut zu werden – Leute, lasst das!“

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