Bürgerhauskonzert mit renommierten Künstlerinnen
Ein einfühlsames Musikdrama

Saerbeck -

Drei renommierte Künstlerinnen machten sich am Sonntagabendmusikalisch beim Bürgerhauskonzert auf die Suche nach „Liebeslust und Liebesleid in Opern, Operetten, Musicals und Liedern“.

Dienstag, 10.04.2018, 20:08 Uhr aktualisiert: 10.04.2018, 20:10 Uhr
Unter dem Titel „Liebeslust und Liebesleid“ traten (v.l.) Ingrid Veltmann, Viola Mokrosch und Helen Katja Rothfuss zum Bürgerhauskonzert auf.
Unter dem Titel „Liebeslust und Liebesleid“ traten (v.l.) Ingrid Veltmann, Viola Mokrosch und Helen Katja Rothfuss zum Bürgerhauskonzert auf. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Ob aus Liebe Freud, Leid oder gar Lust werden kann, ist immer wieder eine interessante Frage, mit der sich Dichter und Komponisten in fast jedem Jahrhundert beschäftigt haben. Ein breites Spektrum an diesbezüglicher Musikliteratur ist das Ergebnis davon. Aber wen interessiert das heute noch?

Zumindest die rund 100 Personen, die auf Einladung des Bürgerhauskonzertvereins den Weg nach Saerbeck gefunden haben. Ingrid Veltmann (Mezzosopran) und Viola Mokrosch (Klavier) sind gern gesehene Gäste im Bürgerhaus, deren anspruchsvolle Liederabende den Zuhörern sicherlich noch präsent sind. Mit der international erfolgreichen Sopranistin Helen Katja Rothfuss haben sie sich dieses Mal nicht nur kompetente, sondern auch charmante Verstärkung dazu geholt.

Als Tochter der bekannten Opernsänger Julia Kemp und Guy Renard studierte sie unter anderem in Los Angeles. Sowohl in den USA als auch in Europa feierte sie viele Erfolge in ihrem Fach als „dramatisch-jugendliche“ Sopranistin. Selbst sieht sie sich als Amerikanerin, die nach ihrem Engagement in Wien jetzt in Deutschland lebt und sich aus privaten Gründen zunächst von der Bühne verabschiedet hat und freischaffend arbeitet.

Für den, der sich beim ersten Blick in das Programm fragte, was das scheinbar kunterbunte Allerlei an Musikstücken, die stilistisch nichts miteinander zu tun haben, bedeuten möge, kam schnell die Rettung. Die drei Damen haben sich eine kleine Geschichte der beiden Schwestern Marie (Helen Katja Rothfuss) und Sophie (Ingrid Veltmann) ausgedacht, die „wir auf dem Weg ihrer Liebe begleiten“, so Viola Mokrosch, die quasi das Libretto zu diesem Musikdrama in zwei Akten lebhaft vortrug.

Die Kurzform der Story: große Verliebtheit, leider in denselben Mann, große Wut, Verzweiflung, Versöhnung der Schwestern, Hoffnung auf eine neue Liebe. In 20 Musiknummern konnten die beiden Sängerinnen die ganze Bandbreite ihres Könnens plus eine große Portion schauspielerisches Talent präsentieren. In Duetten von Wolfgang Amadeus Mozart (aus der Oper „Cosí fan tutte“) Felix Mendelssohn-Bartholdy, Otto Nicolai (aus der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“) und Johannes Brahms harmonisierten die beiden facettenreichen Stimmen optimal, egal ob im Diskant oder in der Mittellage. Selbst koloraturartige Partien gelangen mit einer Nonchalance, dass es eine Freude war.

Auch als Solistinnen überzeugten sie durch ihre einfühlsamen Interpretationen, ein äußerst differenziertes Klangbild und technische Versiertheit wie beispielsweise in Liedern von Richard Strauss oder Gustav Mahler.

Viola Mokrosch begleitete das emsige Treiben als souveräne, glänzende Pianistin: Mal kammermusikalisch sensibel, mal holte sie aus dem Flügel ein ganzes Orchester hervor. Dieser amüsante Abend hochwertigen Musikgenusses wurde mit frenetischem Applaus und Standing Ovations gefeiert.

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