CDU diskutiert Kita-Landschaft
Zu großes Problem für nur eine Kita

Saerbeck -

Eine Wortmeldung auf der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbands machte jetzt öffentlich, worum es in der Diskussion um die neue, sechste Kita bisher hinter vorgehaltener Hand oder geschlossenen Türen offenbar auch ging. „Es gibt einen Anteil von mehr als 40 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund im katholischen Kindergarten“, sagte CDU-Mitglied Alfons Günnigmann.

Samstag, 21.04.2018, 07:00 Uhr
Das in Saerbeck geplante Kita-Provisorium gleicht dem Kindergarten an der Teichstraße in Greven.
Das in Saerbeck geplante Kita-Provisorium gleicht dem Kindergarten an der Teichstraße in Greven. Foto: Peter Beckmann

Er forderte im Kreise seiner Parteikollegen am Donnerstagabend im Hotel Stegemann: „Dieses Problem muss für die Zukunft gelöst werden, muss auf alle Kitas verteilt werden.“

Günnigmann führte die ungleichmäßige Verteilung darauf zurück, dass der Kindergarten St. Marien der St.-Georg-Pfarrgemeinde zuletzt immer der unter den Fünfen in Saerbeck war, der nach den Sommerferien noch die meisten Plätze frei hatte. Außerhalb des regulären Anmeldeverfahrens war er also die erste Adresse, so auch, als ab 2015 vermehrt Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern ins Dorf kamen. Ohne Gegenmaßnahmen hat sich dieser Trend wohl verstetigt.

Petra Wieling, Leiterin des Kindergartens St. Marien, bestätigte am Freitag auf Nachfrage beide Aussagen Günnigmanns. Als Chefin einer konfessionellen Einrichtung zählt sie allerdings die Kinder aus Familien mit muslimischen Glauben, kommt jedoch im Kern zum selben Ergebnis.

Es liegt nahe, dass dieses Problem den Verantwortlichen so lange halbwegs beherrschbar schien, wie es freie Plätze auch in anderen Kitas in Saerbeck gab. Das Anmeldeverfahren für diesen Sommer zeigte indes: Die Saerbecker Kindergärten werden voll, es braucht bereits in diesem Sommer anderthalb Gruppen mehr. Die Gemeinde reagiert mit einer vorübergehenden Lösung für zwei zusätzliche Gruppen in Fertigmodulen ab dem Sommer und späterem Neubau im zukünftigen Baugebiet (diese Zeitung berichtete).

„Das Problem ist bekannt, und wir versuchen alles, unter anderem die Vergabe der neuen Trägerschaft an St. Georg, um für eine bessere Verteilung zu sorgen“, erklärte die CDU- und Schulausschussvorsitzende Vorsitzende Monika Schmidt am Donnerstag. Eben an dieser Trägervergabe hatte es Kritik von Eltern gegeben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat schränkte ein: „Wir haben keine rechtliche Handhabe“ gegen ein Aufnahmeverfahren der einzelnen Kitas, das im Rahmen der Regeln auf Geschwisterkindern, dem Bedarf durch Berufstätigkeit und bei der Anmeldeentscheidung auf dem Elternwillen fuße. Kinder mit Migrationshintergrund hätten oft keine zwei berufstätigen Eltern.

Neben dem Setzen auf den „Reiz des Neuen“ bei einem Kita-Neubau schlug ein Teilnehmer einen Runden Tisch aller Kitas vor, um das Thema anzugehen. Niemand in der Versammlung forderte dazu auf, aktuelle Kindergarten-Kinder in andere Einrichtung zu schicken.

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