Fr., 18.05.2018

„Ars musica“ will den Meisterchor-Titel bestätigen Bis Juni muss alles sitzen

Besuch bei der Probe: Dirigent Alexandros Tsihlis hat hohe Ansprüche an jeden einzelnen Sänger sowie an sich selbst.

Besuch bei der Probe: Dirigent Alexandros Tsihlis hat hohe Ansprüche an jeden einzelnen Sänger sowie an sich selbst. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Saerbeck - 

Wer glaubt ein Meisterchor könne sich auf seinen Lorbeeren ausruhen, der irrt sich gewaltig. Das gilt auch für das renommierte „ars musica ensemble“ aus Saerbeck, das am 9. Juni diesen ehrenwerten Titel des Chorverbandes NRW in Rheine bereits zum dritten Mal verteidigt.

Von Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Seit seiner Gründung 2004 hat es sich gemeinsam mit seinem Dirigenten Alexandros Tsihlis das Ziel gesetzt, niveauvolle, mehrstimmige Vokalmusik vom Mittelalter bis zur Moderne in kleiner Besetzung a-cappella zu präsentieren. Mit seinem weit gefächerten Repertoire und einer überaus beeindruckenden Klangqualität feierte es viele Erfolge im In- und Ausland.

Wie viel Kraft, Mühe und intensive Probenarbeit so eine Prüfungsvorbereitung kostet, wissen die 22 Sängerinnen und Sänger nur zu Genüge. Schließlich haben sie die ganze Prozedur bereits 2008 und 2013 schon zweimal durchgemacht. „Wir sind auf einem sehr guten Level, und die Leute sind mit sehr viel Fleiß dabei. Es versteht sich von selbst, dass die Stücke zu Hause gut vorbereitet werden müssen, sonst funktioniert es nicht, aber ich bin sehr zufrieden mit der Leistung“, lobte Tsihlis sein Ensemble nach einer Probe. Wer den Vollblutmusiker mit griechischen Wurzeln kennt, weiß, dass er hohe Ansprüche an jeden einzelnen sowie an sich selbst hat. Aber nur so konnten sie zusammen jenes homogene Klangbild erreichen, dass sie sich über die Jahre erarbeitet haben.

Mit insgesamt vier sehr anspruchsvollen Chorwerken wird „ars musica“ ver-suchen die Jury in Rheine zu überzeugen. „Lobet den Herrn“ des noch jungen, 1993 geborenen Komponisten Max Rädlinger ist das Pflichtstück, das in der Probe schon zu Gänsehautmomenten führte. Wie es mit der hohen Kunst der Polypho-nie aussieht, wird sich in „Sicut cervus“ von Giovanni Pierluigi Palestrina zeigen. Das temporeiche und akzentierte Volkslied-Medley „Tanz, Mädchen, Tanz!“ im Satz von Johannes Koch könnte so manchen Wertungsrichter vom Hocker, respektive vom Stuhl, reißen. Als strophisches Volkslied, den Regularien gemäß, hat sich Tsihlis „Kum, kum Geselle min“ in der Bearbeitung von Jakob Christ ausgesucht.

Sozusagen als Generalprobe ist das Programm des Leistungssingens am zweiten Juni im Rahmen der Euregio-Veranstaltung ebenfalls in Rheine in der Dionysos-Kirche zu hören.

In der vergangenen Zeit habe sich so einiges innerhalb des Ensembles verändert, verriet Barbara Tsihlis, erste Vorsitzende, im Gespräch. „In der Gruppe gab es einen Wandel, wo wir vor-übergehend Schwierigkeiten hatten, unsere Ziele realisieren zu können. Da haben wir den Fokus darauf gelegt, nach vorne zu schauen, die momentane Stagnation in Bewegung zu bringen, und den Blick auf die Erweiterung der gesanglichen sowie künstlerischen Qualität zu intensivieren“, erklärte Bar-bara Tsihlis ganz offen. Das scheint der richtige Weg zu sein, damit das ohnehin schon hohe Niveau noch verbessert werden kann. Dazu kommt noch die Erweiterung des Repertoires, mit zahlreichen zeitgenössischen Kompositionen unter anderem auch vom Dirigenten selbst.

Auf Einladung des Generalmusikdirektors Stathis Giftakis in Kalamata wird das „ars musica ensemble“ vom 20. bis 24. Oktober drei Konzerte in Griechenland geben. Da bleibt nur noch viel Erfolg zu wünschen.



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