Mi., 13.06.2018

Bufdis an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Eine „geniale Unterstützung“

Haben viele gute Gründe, einen Bufdi-Job an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule zu empfehlen: Florian Oetter (links) und Lukas Vornbäumen, deren Jahr in der Inklusionskinder-Betreuung zu Ende geht, und Förderpädagoge Klaus Wenzel.

Haben viele gute Gründe, einen Bufdi-Job an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule zu empfehlen: Florian Oetter (links) und Lukas Vornbäumen, deren Jahr in der Inklusionskinder-Betreuung zu Ende geht, und Förderpädagoge Klaus Wenzel. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

Er wollte gerade für eine kleine Gruppe Kinder aus Flüchtlingsfamilien die Tür zum Lernzentrum aufschließen, da kam der Lehrer-Ruf von hinten. Für einen aus seiner Klasse ausgerissenen Schüler wurde Lukas Vornbäumen gehalten. Mit dem Schlüssel in der Hand als Beweis ließ sich der Lehrer dann doch überzeugen, dass ein Bufdi bei der Arbeit vor ihm stand.

Von Alfred Riese

Bis auf diese Anekdote sei es aber „kein Problem, an der eigenen Schule den Bundesfreiwilligendienst zu machen“, sagt der 2017er Abiturient der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG). Wie für seinen Abi- und Bufdi-Kollege Florian Oetter neigt sich für Lukas Vornbäumen das Jahr sozialer Arbeit in den Inklusionsklassen der jüngeren Jahrgänge und der Flüchtlingskinderbetreuung dem Ende zu. Das Fazit, das die beiden 20-Jährigen und der Förderpädagoge Klaus Wenzel für sich selbst und die Arbeit mit den Kindern ziehen, ist rundum positiv.

Florian Oetter aus Reckenfeld und Lukas Vornbäumen aus Brochterbeck sind die ersten Bufdis an der MKG, seitdem die Gemeinde Saerbeck Stellen für den Bundesfreiwilligendienst an der Schule eingerichtet hat. Sie sollen Kinder und Lehrer in den Schwerpunktklassen für Schüler mit Förderbedarf unterstützen, die seit 2015 in den neuen fünften Jahrgängen gebildet werden.

„Sehen, wo Hilfe gebraucht und dann helfen, für Fragen da sein“, so beschreibt Lukas Vornbäumen seine Arbeit. Als typischen Fall nennt der Bufdi den Matheunterricht. „Wenn der Lehrer etwas erklärt, haben wir wenig zu tun, in den Arbeitsphasen geht es dann los“, ist seine Erfahrung. Jeder hat Fragen, alle wollen Antworten – „es könnten gar nicht genug Lehrer und Bufdis in der Klasse sein.“

Auch die Pausen und die Stunde Mittagfreizeit sind für die Beiden regelmäßig keine Erholungszeit. „Wenn unsere Schüler uns irgendwo sehen, sprechen die uns auch an“, schildert Florian Oetter. Und wenn es irgendwo anbrennt, sind die Bufdis ebenfalls gefragt. „Begleitung in unstrukturierten Phasen“ nennt der Förderpädagoge Klaus Wenzel das: „Förderkinder fallen nicht so sehr im Unterricht auf, sondern in ungeregelten Situationen wie Pausen.“ Da helfen die Bufdis, die auch bei Aktionstagen dabei sind, Nachhilfe geben oder den Weg zur Sporthalle begleiten. „In den Hauptfächern ist eher Hilfe beim Lernstoff gefragt, in den Pausen Konfliktlösung“, fasst Florian Oetter zusammen.

Emotionale und soziale Entwicklung, Lernen, Sprache, Dyskalkulie, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Konzentrationsprobleme: Die Bufdis haben es mit den gleichen Aufgaben zu tun wie die Förderpädagogen. „In die Kinder hinein versetzen, sie verstehen, damit klarkommen“, so beschreibt Lukas Vornbäumen, was er 39,5 Stunden in der Woche macht – „man braucht schon soziale Kompetenz“.

Er wollte nach dem Abi im sozialen Bereich studieren, wusste aber noch nicht genau was. Ein Bufdi-Jahr später ist er sich sicher: „Lehrer, wahrscheinlich Englisch und Philosophie“. Florian Oetter wusste, dass er mit Kindern gut klarkommt und suchte eine Herausforderung – da kam das Angebot seiner Schule gerade Recht. Ab dem Sommer ist er Azubi zum Industriekaufmann.

Den besseren Umgang mit Stresssituationen und Verantwortung nennt Florian Oetter als seinen persönlichen Profit aus einem Jahr als Bufdi. Bei Lukas Vornbäumen ist „die Hochachtung vor dem Lehrerberuf eindeutig gewachsen“. Der Förderpädagoge Klaus Wenzel sieht beide Ex-MKG-Schüler in einem „spannenden Rollenwechsel“. Die Bufdis seien eine „geniale Unterstützung“, ist er sich sicher, die Rückmeldungen aus der Lehrerschaft durchweg positiv.Neue Schul-Bufdis gesucht:Aktuell sucht die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Bufdis für das nächste Schuljahr. Neben Kranken- und Rentenversicherung und 25 Fortbildungstagen gibt es ein Taschengeld von etwa 400 Euro im Monat. Bewerbungen auch von älteren Interessierten nimmt die Schule entgegen. Eine große Aufgabe, die großen Spaß macht“ sei die Inklusionsarbeit, sagt Florian Oetter, der sich dabei auch selbst besser kennengelernt habe und „gewachsen“ sei. Jobs an der Tanke oder im Supermarkt würden vielleicht mehr Geld bringen, meint Lukas Vornbäumen, sie sind für ihn aber nicht konkurrenzfähig. „Wenn man Spaß an der Arbeit mit Kindern hat, ist Schul-Bufdi auf jeden empfehlenswert“, sagt er, „man bekommt ganz viel zurück“. Sicher seien auch schwierige Situationen dabei gewesen, aber „man zieht etwas daraus“, meint der Pionier-Bufdi an der MKG.



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