„Chaos im Märchenland“ in der alten Aula
Die „Looserinnen“ als Heldinnen

Saerbeck -

An der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) gibt es ständig Theater, könnte man den Eindruck haben. Gemeint ist damit allerdings Theater im Wortsinn.

Freitag, 22.06.2018, 11:45 Uhr aktualisiert: 22.06.2018, 11:50 Uhr
Mit einem Sack voll Zaubersachen schickt die gute Fee die beiden „Looserinnen“ los, um das „Chaos im Märchenland“ aufzuräumen.
Mit einem Sack voll Zaubersachen schickt die gute Fee die beiden „Looserinnen“ los, um das „Chaos im Märchenland“ aufzuräumen. Foto: Alfred Riese

Nach dem Anti-Kriegs-Stück „U 96“ über die Besatzung eines deutschen U-Boots und dem Ein-Personen-Stück „Eichmann in Jerusalem“ über die Verwalter des Holocaust in Nazi-Deutschland ist es in den letzten Wochen vor den Sommerferien nun aber zunächst einmal heiterer mit den Kursen „Darstellen und Gestalten“ (DuG) der Sekundarstufe I.

Die Schülergruppe des achten Jahrgangs machte sich am Mittwoch in zwei Aufführungen daran, das „Chaos im Märchenland“ aufzuräumen und passte dabei das Stück von Roland Litzinger gelungen und unterhaltsam an ihre Ideen und die nicht optimalen Verhältnisse in der Aula der alten Hauptschule an. Unter der Regie ihrer DuG-Lehrerin Sabine Ebbing quirlten die Schüler viele Märchen wunderbar durcheinander und setzten nicht nur hin und wieder auch einen treffenden Bezug zu ihrer Lebenswirklichkeit, etwa als der böse Zauberer die Aufforderung zu hören bekam: „Kannst du nicht etwas Schönes zaubern – vielleicht die Schule weg!“

Als der Arbeitsauftrag der Lehrerin, etwas über die liebste Märchenfigur zu schreiben, zur Traumreise wurde, wandelten sich die „Looserinnen“ der Klasse in die Heldinnen der Geschichte und räumten mit Hilfe der guten Fee das Chaos im Märchenland auf, das das Rumpelstilzchen in Lederjacke angerichtet hatte. Die vielen Ansätze, die das Stück für Heiteres ebenso wie für Lehrreiches bot, arbeiteten die DuG-Schüler handwerklich gut, textsicher und überzeugend heraus. Seit Beginn des Schuljahres hatten sie an der Aufführung gefeilt und dokumentierten ihre Arbeit mit einem ausführlichen Videovorspann. Auf ein bemerkenswertes Faktum wies Sabine Ebbing hin: 22 der 30 Schüler haben Migrationsgeschichten aus zehn Ländern, sieben sind Inklusionskinder.

Was Vampire, Hexen, Schneewittchen und Dornröschen, Bär und Drache, die sieben Zwerge und der schöne selbstverliebte Prinz auf und vor der Bühne trieben, ergab im Ganzen am Ende ein Stück gegen Vorverurteilung, Ausgrenzung, Petzen und Eingebildet sein mit der zum Finale im Chor gesungenen Botschaft: „Gemeinsam sind wir stark, es wird uns besser geh´n, wenn wir zusammensteh´n“ – Applaus!

Weitere Theaterstücke in der Reihe „MKG – Musik, Kunst, Gesang, Theater und mehr . . .“ mit öffentlichen Aufführungen:

Donnerstag, 28. Juni, 18.30 Uhr, kleines Forum der MKG: „Die Arche Noah – ein Episodenstück“, Kurs Darstellen und Gestalten (DuG) der Jahrgangsstufe sieben.

Montag, 2. Juli, und Dienstag, 3. Juli, jeweils 18.30 Uhr, kleines Forum der MKG: „In dreihundert Jahren vielleicht“ nach Motiven des Romans von Tilman Röhrig, Literaturkurs des zwölften Jahrgangs.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5839001?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker