Predigtgespräche in St. Georg über Kirchenumgestaltung
Diskussion um die Unverrückbarkeit des Altars

Saerbeck -

Nach neun Monaten Erfahrungen sammeln mit der zunächst provisorischen Umgestaltung des Inneren der St.-Georg-Pfarrkirche münden derzeit in der Frage: Kann und darf der Altar als wichtigstes Symbol für Christus hin und wieder aus der Mitte der Gemeinde zur Seite gestellt werden?

Montag, 25.06.2018, 06:00 Uhr
Der Altar steht in St. Georg seit Aufbau der provisorischen Neugestaltung im Mittelpunkt der Gemeinde, allerdings zunächst als tragbarer Altar.
Der Altar steht in St. Georg seit Aufbau der provisorischen Neugestaltung im Mittelpunkt der Gemeinde, allerdings zunächst als tragbarer Altar. Foto: Alfred Riese

Während die seit neun Monaten als Provisorium aufgebaute, neue Gestaltung des Innenraums von St. Georg grundsätzlich positiv aufgenommen wird, bleibt die Frage eines unverrückbaren Steinaltars ein Diskussionspunkt. Dieses Bild vermittelten die Gespräche nach den Gottesdiensten am Wochenende. Pfarrer Dr. Stefan Rau, Liturgiebeauftragter des Bistums Münster, predigte unter dem Titel „Unsere Pfarrkirche wird renoviert! - Welche Vorgaben gibt es, worauf achten, was bedenken, was gilt es zu bewahren, was zu ändern?“

Obwohl Pfarrer Rau offene Denkanregungen und Fragen formulierte, brachte er seine Botschaft deutlich herüber: Während der christliche Glaube auch ohne besondere Räume auskäme, bräuchten die Menschen verlässliche, besondere, prägende Orte und grundlegende Symbole, um das Besondere zu heiligen. Nicht das Kreuz oder Bilder, sondern der Altar sei das bedeutendste Christus-Symbol, insbesondere nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das die Gemeinschaft der Gemeinde um den Altar hervorhebe. Pfarrer Rau benannte dabei durchaus die „Spannung“ zwischen Verlässlichkeit, Tradition und dem Bedürfnis nach etwas Festem und andererseits dem Wunsch nach flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten in den einzelnen Gemeinden. Seine theologische Argumentation führte allerdings geradewegs darauf zu, dass mit einem „im Idealfall unverrückbaren Altar aus Stein in der Mitte“ Jesus in das Zentrum gestellt werde. Alles weitere spiele sich darum herum ab.

Zumindest stand der Altar am Wochenende bei der Diskussion um seine Gestaltung unverrückbar im Mittelpunkt. Etliche der 60 Gemeindemitglieder, die an beiden Tagen an den Gesprächen teilnahmen, ließen nicht vom Wunsch nach einen mobilen Altar ab, der bei einigen, besonderen Anlässe aus der Mitte weichen kann. Ihre Hauptargumente waren die Nutzbarkeit des Kirchenraums auch für andere Veranstaltungen mit Bezug zum Glauben als die Eucharistiefeier und allgemein die Möglichkeiten anderer, auch experimenteller Formen des gelebten Glaubens in der Kirche. Pastor Peter Ceglarek erklärte, „ich merke, welche Schwierigkeiten ich habe, wenn der Altar beliebig gestellt wird.“

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