Kunstworkshop mit Lack, Acryl und Kreide
Nuancenreiche Farbspektakel

Saerbeck -

Die Liste der Arbeitsmittel verspricht schon einen ungewöhnlichen Mix: Lack, Acryl, Kreide, auch Kaffeepulver wäre möglich. Das war es, womit die Teilnehmerinnen eines Kunst-Workshops von Martha Wulf umgingen - und bemerkenswerte Bilder schufen.

Mittwoch, 27.06.2018, 06:00 Uhr aktualisiert: 27.06.2018, 15:14 Uhr
Teilnehmerinnen des Kunst-Workshop „Wenn Lack auf Acryl und Kreide trifft“ mit Martha Wulf (links) präsentieren vor der Arche ihre Werke, die mit viel Feinarbeit mit dem Pinsel und anderen Techniken (kleines Bild) entstanden sind.
Teilnehmerinnen des Kunst-Workshop „Wenn Lack auf Acryl und Kreide trifft“ mit Martha Wulf (links) präsentieren vor der Arche ihre Werke, die mit viel Feinarbeit mit dem Pinsel und anderen Techniken (kleines Bild) entstanden sind. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

„Malen ist für mich wie eine Sucht. Gegen diesen Drang kann ich mich nicht wehren, die Ideen kommen und dann muss ich sie umsetzen.“ So erklärt Martha Wulf ihre Situation als Kunstschaffende. Dabei befürchtet sie, dass ihre Mitmenschen sie zuweilen als „verrückt“ belächeln könnten, da sie diesen Weg als Künstlerin gehen muss. „Das habe ich mir so nicht ausgesucht, aber es gab nie eine Alternative für mich,“ verriet sie im Gespräch.

Und damit befindet die Grevenerin sich in bester Gesellschaft. Schließlich äußerte sich Pablo Picasso ähnlich: „Die Malerei ist stärker als ich: sie zwingt mich zu machen, was sie will.“ Es gibt wohl kaum einen Künstler, der nicht ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Der Schaffensdrang ist das eine, das Martha Wulf beflügelt, ihr Wissen zu teilen und weiterzugeben das andere. Deshalb leitet sie seit Jahren Malkurse in Nordwalde, Greven und Saerbeck für Kinder und Erwachsene. Am Wochenende war ihr zweitägiger Workshop „Wenn Lack auf Acryl und Kreide trifft“ in der Saerbecker Arche gut besucht.

Sieben Teilnehmerinnen, darunter Keramikmeisterin Susanne Gorke, ließen sich auf diese Mixed-Media-Experimente ein und entdeckten sich quasi neu. „Ich habe als Kind schon gerne gemalt, aber das hier ist ja noch viel mehr“, sagte Teilnehmerin Dagmar Kipp.

Was sie damit meint, erschließt sich sofort bei näherer Betrachtung der Bilder. Wahre Farbexplosionen sind auf die Leinwand geworfen, gleichsam mit filigransten Details zur Symbiose geführt. Landschaften, Blumen, Natur, Afrika oder gar der Urknall lauten die Themen der intensiven Farbkompositionen. Wie funktioniert das nun?

Am ersten Workshop-Tag wurden anhand von Vorlagen die Motive ausgesucht und entwickelt. Die mit Wasser stark verflüssigte Acrylfarbe wurde auf die Leinwand geschüttet. Anschließend konnten Sprühlack und Spiritus aufgetragen werden. Danach kamen Ölfarbe, Ölsticks oder Airbrush-Farbe zum Einsatz, um die Feinheiten zu ziselieren. Um Gebirge zu gestalten, kann sogar Kaffeepulver verwendet werden. Am Sonntag war die eigentliche Kreativität gefragt, um den Bildern ihren endgültigen Touch zu verleihen. Dafür griffen die Teilnehmerinnen auf Wulfs „Schätze“, wie sie selbst sagt, zurück. Dazu gehören die hochwertige französische Sennelier-Kreide, Neon-Ölpastelle, Schellack und vieles mehr. Die nuancenreichen Farbspektakel als Ergebnis sprechen Bände.

Martha Wulf plant für Anfang 2019 eine große Ausstellung im Saerbecker Rathaus, wo auch diese Exponate gezeigt werden. „Eigentlich hätte ich gerne ein anderes, normaleres Leben geführt, aber die Kunst ließ mir keine Wahl“, resümierte Martha Wulf, die es als alleinerziehende Mutter geschafft hat und sich selbst treu geblieben ist. Was ist schon normal?

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