„Die Arche Noah“ im kleinen Forum
Balance zwischen Heiterkeitund Ernst geglückt

Saerbeck -

„War richtig super“, bescheinigte eine Mutter den Siebtklässlern des Darstellen-und-Gestalten-Kurses (DuG), nachdem der lange Applaus für das Episodenstück „Die Arche Noah“ verklungen war.

Montag, 02.07.2018, 17:30 Uhr
Der Teufel und Erzengel Gabriel sind sich einig, dass Gott den Menschen schlauer hätte schöpfen sollen, während Himmels-Hausmeister Petrus genug mit Wolken-Reparieren zu tun hat.
Der Teufel und Erzengel Gabriel sind sich einig, dass Gott den Menschen schlauer hätte schöpfen sollen, während Himmels-Hausmeister Petrus genug mit Wolken-Reparieren zu tun hat. Foto: Alfred Riese

Nur für das Entgegennehmen des Applauses könnten die Schüler noch ein bisschen Schüchternheit ablegen.

Das Lob des Publikums und des Regie führenden Lehrers Werner Engels hatten sich die Maximilian-Kolbe-Gesamtschüler verdient. Sie brachten Hans Zimmers gar nicht so einfaches Stück mit einer überzeugenden Balance zwischen Heiterkeit und Ernst auf die Bühne des kleinen Forums.

Zu Lachen gab es genug, wenn etwa der frustriert auftretende Himmels-Hausmeister Petrus mit einem vom sauren Regen zerfressenen Wolkenventil vor den ebenso ratlos wie würdig gespielten Gott an dessen Schreibtisch tritt, während die Erde selbst verschuldet gerade im Dauerregen untergeht. Der Teufel beschwert sich, dass es in die Hölle durchtropft und macht Gott verantwortlich für die mangelhaft geschaffenen Menschen. Da hat Erzengel Gabriel mit seinem Plüsch-Heiligenschein kaum etwas zu melden.

Seitab der Bühne lieferten Marionettenspieler mit Ausschnitte aus großen Fluterzählungen der Inkas, aus dem Gilgamesch-Epos des alten Orients und aus Indien die Anbindung an den religiös-kulturellen Urstoff. Etwas nervös waren die Siebtklässler so unter aller Augen schon, schlugen sich aber wesentlich besser als Deutschlands WM-Team. Besonders schön eine Massenszene mit Menschen unter Regenschirmen, die sich gegenseitig versichern, dass die Klimakatastrophe sie nichts angeht, aber den Verdacht haben, dass Regenschirmfabrikant Noah eigentlich Schuld an der Flut hat. Der ist aber nur Gottes Informant am Telefon und bekommt von ihm den alt bekannten Auftrag, eine Arche zu bauen. Derweil finden Noahs Kinder, dass Wasserschöpfen mit Eimern eine vorsintflutliche Methode ist.

Die DuG-Siebtklässler meisterten im proppenvollen Forum die Wechsel der Darstellungsformen und schlüpften nachvollziehbar sowie Ernst wie Witz gut rüber bringend auch in die himmlischen Rollen.

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