Di., 24.07.2018

Neue Kanal-Brücke am Lengericher Damm Die Bögen kommen Dienstag

Die Bauarbeiter spazieren auf der neuen Brücke, die auf Ladbergener Seite liegt. Darunter verschweißen ihre Kollegen die einzelnen Teile.

Die Bauarbeiter spazieren auf der neuen Brücke, die auf Ladbergener Seite liegt. Darunter verschweißen ihre Kollegen die einzelnen Teile. Foto: Jan-Philipp Jenke

Saerbeck - 

Wo sind denn die Bauarbeiter? Kaum einer ist am Lengericher Damm, wo die neue Kanal-Brücke errichtet wird, zu sehen. Doch die Klangkulisse verrät: Siesta macht hier keiner.

Von Jan-Philipp Jenke

Deutlich ist das Schweißen und Schrauben zu hören. Die Männer arbeiten unter der neuen Brücke, bringt Bauingenieur Franz-Josef Focks vom Wasser- und Schifffahrtsamt Licht ins Dunkel.

Die acht Einzelteile, die bis zu 3,50 Meter breit und 25 Meter lang sind, wurden in einem Spezialwerk in Polen gefertigt, vor rund drei Wochen geliefert und vor Ort ausgerichtet. Nun liegen die Elemente quasi aufgebockt auf Ladbergener Seite. Darunter verschweißen die Arbeiter die einzelnen Stücke. Bei den aktuell herrschenden Temperaturen ist es für die Männer „besonders anstrengend“, erklärt Franz-Josef Focks. Überdies heize die Sonne die Brücke von oben dermaßen auf, dass die Arbeiter sich darunter wie in einem Backofen fühlten.

Auf der anderen Seite ist das Wetter für das Vorankommen der Baumaßnahme gut. „Wir liegen im Zeit- und Kostenplan“, sagt Franz-Josef Focks. Im April war Baubeginn, im Laufe des Dezembers sei die Verkehrsfreigabe geplant. Auf Ladbergener Seite ist die neue Trasse des Lengericher Damms bereits erkennbar. Der Sand wurde aufgeschüttet.

Auf Saerbecker Seite wird demnächst mit der Schüttung der neuen Straße begonnen. Dort wurde aktuell der Nebenweg entlang des Kanals aufgerissen und eine Rohrleitung verlegt. Die dafür notwendige Sperrung wird in dieser Woche wieder aufgehoben. Im November muss dieser Weg noch einmal gesperrt werden, damit er an die neue Verkehrssituation angepasst werden kann. „Dabei müssen rund ein Meter Höhenunterschied ausgeglichen werden“, so Franz-Josef Focks.

Zurück zur eigentlichen Brücke: Kommenden Dienstag kommen die zwei Bögen – jeweils in drei 18 bis 20 Meter langen Einzelteilen – aus Polen zur Baustelle. Dort sind Joche (Stahlträger) aufgestellt, wo die Bögen drauf abgelegt werden. Nach der Montage werden die Joche wieder abgebaut.

Mitte September wird die 360 Tonnen schwere Brücke dann im Ganzen eingeschwommen. Dafür fährt ein Wagen, der wie ein riesiges Skateboard mit 18 Doppelrädern (jede Achse einzeln lenkbar, jedes Rad hat einen eigenen Motor) aussieht, unter die Brücke und transportiert sie über den Kanal. Vom Wasser aus unterstützt ein Schiffskran den Wagen. Der Schiffskran und ein Autokran auf Ladbergener Seite heben die Brücke dann von dem Wagen, wenn sie in der endgültigen Position liegt. „Da hohe Lasten bewegt werden, sind die Maschinen träge. Wer da zuschauen möchte, muss Geduld mitbringen“, verdeutlicht Franz-Josef Focks. Zwei Tage sind eingeplant. Der Kanal wird währenddessen für den Schiffsverkehr gesperrt. Der Autoverkehr kann dagegen fließen.

Ein paar Hundert Meter weiter wird auch die Brücke über den Brochterbecker Damm erneuert. „Die Arbeiten dort sind schon etwas weiter vorangeschritten“, verrät Franz-Josef Focks. Die neue Brücke hat bereits ihre Endbeschichtung erhalten. Eingeschwommen wird die Brücke ebenfalls Mitte September. Da dieser Koloss „nur“ 240 Tonnen wiegt, ist ein Tag dafür anberaumt. Mit der Freigabe rechnet der Bauingenieur im Laufe des Novembers.



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