Do., 26.07.2018

Vorsicht vor liebestollem Wild Hegering warnt vor erhöhter Unfallgefahr während der Rehbrunft

Bei einem Wildunfall ist man gesetzlich verpflichtet diesen zu melden.

Bei einem Wildunfall ist man gesetzlich verpflichtet diesen zu melden. Foto: Hegering Saerbeck

Saerbeck - 

Das heimische Rehwild schwebt aktuell wieder im siebten Himmel. Dabei vergessen die Tiere oft jede Vorsicht, und es kommt häufiger zu Wildunfällen, schreibt der Saerbecker Hegering in einer Pressemitteilung.

Jährlich ereigneten sich in NRW mehrere tausend Unfälle mit Reh, Wildschwein und Co., etwa 30 Menschen kämen ums Leben. Die Zahl der Verletzten liege im Schnitt bei 3400 und der entstandene Sachschaden bei 330 Millionen Euro.

„Gerade ab Mitte Juli zu Beginn der Blattzeit, so nennt man in der Jägersprache die Paarungszeit der Rehe, ist die Gefahr besonders groß“, sagt Saerbecks Hegeringleiter Hubert Entrup: „Besorgniserregend ist, dass viele Autofahrer die Gefahr unterschätzen. Ein Reh von nur 20 Kilogramm, hat bei einer Kollision mit 100 Stundenkilometern ein Auftreffgewicht von über einer halben Tonne. Das ist lebensgefährlich.“

Im Jahr 2017 sind in der Wildunfallstatistik der Kreispolizeibehörde Steinfurt im Kreisgebiet 1680 Wildunfälle, allein im Gemeindebezirk Saerbeck 48, verzeichnet. Jäger ergreifen laut dem Hegering Saerbeck Maßnahmen, wie das Anbringen von Wildwarnreflektoren und die Sensibilisierung der Autofahrer, um die Unfallgefahr zu minimieren. „Anders als in Frühjahr und Herbst, wo die Unfallgefahr durch Dämmerung und Zeitumstellung steigt, bewegen sich die Rehe während der Paarungszeit auch häufig tagsüber und queren nicht selten stark befahrene Straßen“, warnt Hubert Entrup.

Selbst wenn das angefahrene Tier weiterläuft und keine Verletzungsspuren zu sehen sind, könne es an inneren Verletzungen qualvoll zu Tode kommen. „Hierfür haben Jäger speziell ausgebildete Hunde, mit diesen wird dann nach dem verletzten Tier gesucht,“ erklärt der Hegeringsleiter. Jeder Wildunfall sei also zu melden. Dies ist gesetzliche Pflicht. Auch ein totes Tier dürfe nicht einfach eingepackt und selbst entsorgt werden oder gar auf dem eigenen Teller landen. „Das Wild darf sich nur der jeweilige Jagdausübungsberechtigte aneignen, alles andere erfüllt den Tatbestand der Jagdwilderei und ist eine Straftat.“

Der Hegering Saerbeck rät zu folgenden Punkten, um Wildunfälle zu verhindern:

► Fahrbahnränder genau beobachten

► Wildwechselschilder beachten

► Sicherheitsabstand einhalten

► bei Anblick eines Rehes, mit weiterem Wild rechnen.

Wenn Wild auf die Straße wechselt, ist zu folgendem Vorgehen zu raten:

► Geschwindigkeit reduzieren, hupen, abblenden

► nachfolgenden Verkehr beachten

► an den eigenen Schutz denken.

Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß ungefährlicher als ein Seitenaufprall gegen einen Baum oder ähnliches.

Wenn es zu einem Unfall kommt und ein Tier angefahren oder überfahren wurde:

► umgehend anhalten

► Unfallstelle absichern

► bei Verletzten, diese versorgen

► überfahrenes Wild von der Fahrbahn entfernen, wenn dies nicht möglich ist kennzeichnen (Warndreieck, Blinklicht)

► Unfallort markieren

► unverzüglich die Polizei informieren

► Jagdausübungsberechtigten informieren gegebenenfalls über die Polizei

► Wildunfall durch Unfallmeldung bestätigen lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.



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