Mo., 06.08.2018

Werkschau von Jörg Madlener Kunst zwischen allem möglichen Krimskrams

Besucher bei der Werkschau in der Lagerhalle der Firma Altevogt.

Besucher bei der Werkschau in der Lagerhalle der Firma Altevogt. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Saerbeck/Lengerich - 

Eigentlich handelt es sich um eine ganz normale Lagerhalle. Übereinandergestapelte, große Holzkisten soweit das Auge reicht, sind im ganzen Raum verteilt. Zwischen allem möglichen Krimskrams wie einer ausrangierten Mangelmaschine oder einem Kinderwagen stehen bemerkenswerte Bilder herum.

Nicht gerade ein idealer Ausstellungsort würden viele vermuten, aber das sieht der unkonventionelle Künstler Jörg Madlener, der sich einige Wochen in Saerbeck aufhält (diese Zeitung berichtete) etwas anders. „Hier, bei der Firma Altevogt in Lengerich, sind mindestens 300 meiner Arbeiten untergebracht. Warum sollen wir nicht einen Teil hier schon den Kunstliebhabern zeigen?“, fragte Madlener. Am vergangenen Wochenende haben sich zahlreiche Besucher auf den Weg gemacht, um diese „Werkschau“ ganz anderer Art unter die Lupe zu nehmen.

Neben Werken aus der Serie „Der Tod in Venedig“, die er 1981 auf der Biennale in Venedig präsentierte, fallen hier drei Themenschwerpunkte ins Auge: Löwen- und Equus-Bilder sowie Teile seines „Kassandra“-Zyklus.

Fotostrecke: Werkschau von Jörg Madlener

Die Beschäftigung mit dem Löwensujet basiert auf dem „Relief des sterbenden Löwen“. Den Akt des Sterbens hat er vielfach auf die Leinwand gebracht: mal als noch majestätisch wirkenden aber verletzten, in Gelb- und Rottönen gehaltenen Löwen, dann schon als Blut speiendes Tier bis hin zum Wesen, in dem eigentlich kein Leben mehr ist.

Die Vorliebe für Pferde ist kaum zu übersehen. Als er sich mit dem Maler Jackson Pollock auseinandergesetzt hat, experimentierte er auch mit dessen Technik, einfach ausgedrückt, Latex-Farbe auf die Leinwand zu schütten. Farbintensive und strukturstarke Pferde waren das Ergebnis.

Krieg spielt in Madleners Kunst auch eine große Rolle. Neben seiner Serie „Sandstorm“ (2007 in New York ausgestellt), die an den ersten Golfkrieg erinnert, spielt „Kassandra“ eine große Rolle.

Mehrere Ausstellungspläne schwirren Jörg Madlener im Kopf herum, dabei ist Saerbeck auf jeden Fall vorgesehen.



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