Mo., 06.08.2018

Johanna Entrup lebte ein Jahr in Malawi Kolpingsfamilie als Exportschlager

Ein Schild, welches auf die Kolpingsfamilie in Ekwendi (Malawi) hinweist. Johanna Entrup finanzierte den Aufbau der Kolpingsfamilie vor Ort nicht nur mit einigen Spenden mit, sondern half selbstverständlich auch beim Aufbau und der Werbung.

Ein Schild, welches auf die Kolpingsfamilie in Ekwendi (Malawi) hinweist. Johanna Entrup finanzierte den Aufbau der Kolpingsfamilie vor Ort nicht nur mit einigen Spenden mit, sondern half selbstverständlich auch beim Aufbau und der Werbung. Foto: privat

Saerbeck - 

Ein Jahr war die Saerbeckerin Johanna Entrup in Malawi, einem kleinen Land im Südosten Afrikas. „Ein ganzes Jahr, das mir vorkommt wie nur wenige Wochen“, zieht sie ein erstes Resümee.

Von Stefanie Behring

In wenigen Tagen kommt sie wieder in ihre Heimat zurück. Im Gepäck hat sie dann viele wertvolle Erinnerungen und spannende Erlebnisse, die sich kaum in Worte fassen lassen, wie sie selbst sagt.

Als Freiwillige der entwicklungspolitischen Initiative „weltwärts“ reiste sie im Rahmen eines Kolpingprojekts Ende August vergangenen Jahres in das nur wenig bekannte afrikanische Land. Zuvor hatte die Jugendliche über verschiedene Projekte in Saerbeck Spendengelder für die Reise gesammelt. Insgesamt 3000 Euro waren dabei zusammengekommen, zusätzlich erhielt die Freiwillige einige private Spenden. Allen Spendern teilt sie nun mit: „Das Geld hat etwas bewirkt.“

Gemeinsam mit anderen Freiwilligen arbeitete Johanna Entrup dort im „St. Michaels Skills Development Centre“ im Nordwesten Malawis. Dort werden derzeit 20 Jugendliche darin unterstützt, wichtige Fähigkeiten und Kenntnisse für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu erlernen. Diese können umsonst eine zweijährige Ausbildung zum Schreiner oder zum Schneider machen. Andere berufliche Ausbildungen sind in Malawi kostenpflichtig, ebenso wie die Sekundarschule als einzige weiterführende Schulform. „Da dreiviertel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben, können die meisten Eltern ihren Kindern aufgrund der hohen Kosten keine weiterführende Ausbildung ermöglichen“, fasst Johanna Entrup die Situation in Malawi zusammen.

Die Aufgabe der Freiwilligen dort: Diese Jugendlichen in Englisch- und Computerkenntnissen unterrichten. Zudem organisierte Johanna Entrup Freizeit- und Sportangebote für die Jugendlichen. Durch die Spenden aus Deutschland konnten viele Strukturen ausgebaut und die Ausstattung der Einrichtungen vor Ort erweitert werden. Nähmaschinen oder Werkzeug wurde ebenso angeschafft wie Lehrmaterialien.

Johanna Entrup hat einen Gemüsegarten gemeinsam mit einigen Jugendlichen angelegt und vor Ort eine Kolpingsfamilie aufgebaut. Von einigen Spendengeldern konnten T-Shirts und Schilder dafür finanziert werden. Zudem wurde ein sogenanntes „Chickenhouse“ neu errichtet, aus dem die Bevölkerung Hühner und Eier kaufen kann. Ein geschlachtetes Huhn kostet sonst 3,50 Euro. Ein Malawier verdient im Durchschnitt umgerechnet aber nur ungefähr 15 Euro pro Monat. Das „Chickenhouse“ soll ein besseres und günstigeres Nahrungsangebot bereitstellen, welches zukünftig in der neu gebauten Küche – ebenfalls durch Spenden errichtet – zubereitet werden kann.

Am 17. August wird Johanna Entrup wieder nach Saerbeck kommen. Sie freut sich besonders darauf, ihre Familie und Freunde wiederzusehen und wird nach ihren abwechslungsreichen Auslanderfahrungen zunächst ein Studium starten. Während des vergangenen Jahres nutzte sie einige freie Tage zum Reisen und erhielt sogar Besuch von ihrer Familie. Die Faszination über das Land und das dortige Leben soll in einem weiteren, noch folgenden Bericht dargestellt werden.



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