Sa., 04.08.2018

Vor Ort geschaut: Verkehrslage an der Emsdettener Straße Die Anwohner hoffen auf Mittwoch

In Höhe des MGH fragt sich Peter Dütsch: Wo bleibt die Querungshilfe?

In Höhe des MGH fragt sich Peter Dütsch: Wo bleibt die Querungshilfe? Foto: Jan-Philipp Jenke

Saerbeck - 

Wenn am Mittwoch Vertreter von Kreis, Saerbecker Ordnungsamt und Polizei sich bei der Verkehrsschau neuralgische Punkte im Dorf anschauen, geht es auch um die Emsdettener Straße.

Von Jan-Philipp Jenke

Diese Zeitung hat sich im Vorfeld mit Peter Dütsch, Sprecher der Anwohner, die im April eine 130 starke Unterschriftenliste der Gemeinde und Politik vorlegt haben, die Lage vor Ort angeschaut.

Oberste Priorität hat für die Anwohner ein Zebrastreifen. „Morgens und abends gibt es viel Berufsverkehr. Da haben Fußgänger kaum eine Chance, die Straße zu queren“, erklärt Peter Dütsch. In Höhe des Mehrgenerationenhauses (MGH) weist er darauf hin, dass viele Leute, auch ältere, die dorthin wollen, „Probleme haben, die Straße zu überqueren“. Darüber hinaus befindet sich am MGH die Bushaltestelle, wo viele in den Bus nach Emsdetten einsteigen.

Ein Stückchen weiter, auf der anderen Straßenseite, befindet sich ebenfalls eine Bushaltestelle. „Da fahren um 7 und 7.30 Uhr die jungen Leuten zu den Ledder Werkstätten. Sie wohnen in dem Haus auf der anderen Straßenseite“, sagt Peter Dütsch und zeigt auf das Gebäude der Ledder Werkstätten. „Wir beobachten täglich, dass es zu erheblichen Gefährdungen kommt, weil sie die Geschwindigkeit der Fahrzeuge nicht richtig einschätzen können.“

In Höhe des Teigelkamps überquerten überdies Eltern mit ihren Kindern zu Fuß oder mit dem Rad die Fahrbahn, um zum Kindergarten zu gelangen.

Der nächste Gefahrenpunkt ist in Höhe Sitterdelle. „Vom Seniorenheim kommen ältere Personen mit Rollstuhl oder Rollator und wollen durch den Stichweg zum Markt, auch sie kommen nicht über die Straße“, so Peter Dütsch.

Zebrastreifen oder eine andere Querungshilfe? Bürgermeister Wilfried Roos hatte im April im Planungsausschuss eine Druck-Ampel ins Spiel. „Auch nicht verkehrt, vielleicht sogar sinnvoller als ein Zebrastreifen, da der Verkehr gezwungen wird, anzuhalten“, beurteilt Peter Dütsch.

Die zweite Forderung der Anwohner: Tempo 30. „Von Emsdetten kommend auf der Geraden vor der Linkskurve fahren viele Autofahrer mit bis zu 70 Stundenkilometern“, so Peter Dütsch. Dass eine Messung des Kreises ergeben hätte, dass Tempo 50 eingehalten werde, sieht er kritisch: „Der Kreis hat nach der Linkskurve in Höhe der Bushaltestelle gemessen. Durch den Kurvenverlauf muss man bremsen.“

Überdies habe Peter Dütsch schon öfters beobachtet, dass Autofahrer die Querungsinsel in Höhe Mühlenweg nutzen, um vom Kreisverkehr kommend langsamere Fahrzeuge auf der linken Straßenhälfte zu überholen „Wann kontrolliert das die Polizei?“, fragt er. Schlepper oder andere große Fahrzeuge fahren zudem auf dem Radweg, da sie sonst nicht an der Insel vorbeikommen.

Neben Tempo 30 sehen die Anwohner in Parkbuchten eine Lösung. Die Gemeindeverwaltung verweist zwar darauf, dass an der Emsdettener Straße das Parken grundsätzlich nicht verboten ist. Die Anwohner wünschen sich aber extra markierte Parkplätze auf der Straße. Die geparkten Autos sollen als Hindernis zur Beruhigung des Verkehrs beitragen.

Außerdem beschwert sich Peter Dütsch über die Lkw, die verbotenerweise aus Richtung Emsdetten am Kreisverkehr in die Emsdettener Straße einfahren. Alles über 3,5 Tonnen muss laut Beschilderung geradeaus über den Kreisverkehr hinweg fahren. „So viele halten sich nicht an das Verbot“, ist der Anwohner wütend. Schon in den Morgenstunden zwischen 2 und 5 Uhr habe er 20 bis 30 Lkw gezählt, ein Güllefass wurde am Sonntagmorgen durchs Dorf kutschiert. Und tatsächlich fahren während des rund halbstündigen Ortstermins vier Lkw durch die Emsdettener Straße. Peter Dütsch spricht von vielen holländischen Fahrzeugen. Er vermutet, dass sie in Rheine die Autobahn verlassen, um sich den Umweg übers Lotter Kreuz zu sparen, und in Lengerich oder Greven auf die A 1 Richtung Münster/Dortmund fahren. „Das spart Zeit und Maut.“

Von der bevorstehenden Verkehrsschau erhofft sich Peter Dütsch, dass sich endlich was tut: „Eine Querungshilfe muss her. Oder muss es erst einen Toten geben?“ Dennoch ist er auch skeptisch. Schließlich werden die Probleme schon seit mindestens 2011 diskutiert. Veränderungen scheiterten bisher am Verkehrsamt in Steinfurt, das lange Zeit für die Straße zuständig war. Mittlerweile ist dies die Gemeinde. Doch der Anwohner befürchtet, dass der Kreis weiterhin seine Hände im Spiel hat.



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