Mi., 15.08.2018

Die Tage der „Buckelpiste“ sind gezählt Neues Pflaster besteht Praxistest

Astrid Görke-Kohl schiebt Anna Wellermann im Rollstuhl. Elisabeth Lange ist daneben mit dem Rollator unterwegs.

Astrid Görke-Kohl schiebt Anna Wellermann im Rollstuhl. Elisabeth Lange ist daneben mit dem Rollator unterwegs. Foto: Belinda Raffel

Saerbeck - 

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Laurenz Remke, Anwohner am Kirchplatz. Er ist einer von vielen, die der neuen Pflasterung des Kirchplatzes jahrelang entgegenfieberten.

Von Belinda Raffel

Schiefes Kopfsteinpflaster, Unregelmäßigkeiten und große Lücken sorgten für ein unangenehmes Fahrgefühl. Viele Anwohner, aber auch Bürger, die diese Strecke jeden Tag nutzen, beschwerten sich über die „Buckelpiste“.

Elisabeth Lange und Anna Wellermann testeten jetzt für diese Zeitung mit ihrem Rollator und Rollstuhl die neue Straße. Das Ergebnis: keine Beschwerden. Auch Laurenz Remke fährt die Strecke nahezu täglich und erfreut sich über das „gute Fahrgefühl“. Fazit: Egal, ob mit Kinderwagen, Auto, Fahrrad oder Rollator – alle können die Straße jetzt ohne Probleme nutzen.

Doch der Weg dorthin war steinig: Über zehn Jahre war die Neupflasterung ein Thema in den politischen Ausschüssen und Ratssitzungen. Dass der Umbau der „Buckelpiste“ dann so schnell ging, hat wohl keiner erwartet. Zuvor mussten alle Bäume entfernt werden, was wiederum für Unruhe im Dorf sorgte. Der Schützenverein Dorf ließ sich davon nicht beirren und nutze die halben Stämme beim „Tanz in den Mai“ als Stehtische. Sicher ist aber: Neue Bäume werden gepflanzt. Im Herbst werden diese kommen und sollen so platziert werden, dass der Kirchplatz während der Kirmes und dem Adventsmarkt besser genutzt werden kann.

Warum konnte das Pflaster genau jetzt erneuert werden? Andreas Fischer, Amtsleiter für das Amt Planen und Bauen, nennt drei Gründe: „Zum einen passen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.“ Momentan, aber auch in Zukunft habe Saerbeck gute Perspektiven. Darüber hinaus gab es die Chance, Fördermittel abzugreifen. Und: „Natürlich nicht zu vergessen, die Bürger. Die Beschwerden häuften sich, und wir sahen auch ein, dass etwas getan werden musste“, so Fischer.

Anwohner des Kirchplatzes wünschen sich überdies, dass die Strecke zwischen Schuhhaus Meyer und der Marktstraße auch erneuert wird, da dort noch das alte Kopfsteinpflaster liegt. Vielleicht braucht es für die Erfüllung dieses Wunsches ja nicht gleich zehn Jahre.



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