Mi., 15.08.2018

Erster Zwischenstand von Pfarrer Ramesh Chopparapu aus Indien 25 000 Euro können viel bewegen

Mit großer Freude präsentiert die 27-jährige Witwe – Frau Shanti – das Dankeschön-Plakat vor ihrem Hauseingang. Die junge Frau hat zwei Töchter im Alter von elf und 12 Jahren und erhielt nun ein neues Dach für ihr kleines Haus.

Mit großer Freude präsentiert die 27-jährige Witwe – Frau Shanti – das Dankeschön-Plakat vor ihrem Hauseingang. Die junge Frau hat zwei Töchter im Alter von elf und 12 Jahren und erhielt nun ein neues Dach für ihr kleines Haus. Foto: privat

Saerbeck - 

Wer sich über die Wetterlage der vergangenen Wochen hier beschwert, der sollte mal seinen Blick nach Indien wenden. Dort ist Pfarrer Ramesh Chopparapu sicher gelandet.

Von Stefanie Behring

Wie in jedem Jahr besucht der ehemalige Kaplan seine Familie und unterstützt die Bewohner vor Ort mit in der Regel hohen Spendengeldern in zahlreichen Projekten.

Die erste Nachricht, die er nach Saerbeck versandte, lautete: „Es ist 42 Grad. Ich fühle mich wie auf einem Herd. Die Hitze in Deutschland ist da sehr viel freundlicher.“ Zu dieser Hitze kommt hinzu, dass es in Rameshs Heimatbistum Nellore seit über sechs Monaten nicht mehr geregnet hat. Dadurch sind nicht nur alle Pflanzen auf den Feldern verdorrt, sondern die meisten Menschen haben auch ihre Arbeit verloren. Denn viele Inder arbeiten auf den Feldern. Fehlendes Einkommen und keine finanziellen Mittel, um die Nahrung für die Familie oder gar die Schulbildung der Kinder zu finanzieren, sind die Folge. Auch Ramesh Chopparapu hofft, dass es bald regnet: „Es tut mir so leid, die Menschen ohne Arbeit und ohne Geld zu sehen.“

Durch diese lange Trockenzeit sind zwei der Bohrungen, die in den vergangenen Jahren ebenfalls durch Saerbecker Spendengelder finanziert wurden, trocken geblieben. „Es fehlt das Grundwasser“, sagt Ramesh Chopparapu. Nun bringt der Tankwagen den Indern täglich Wasser. „Der Tankwagen fährt ins Dorf, und die Menschen können sich mit Kübel dort Wasser abholen“, beschreibt er. Eines seiner Vorhaben während seines „Urlaubs“ wird sein, zu versuchen, die Bohrungen zu reparieren, um zu prüfen, ob beispielsweise vielleicht etwas tiefer noch Wasser ist.

Pfarrer Ramesh Chopparapu möchte nun mit Spendengeldern aus Saerbeck Abhilfe schaffen. Durch zahlreiche Kollekten, verschiedenen Aktionen und über Abgaben am Pfarrbüro kann er eine stolze Summe von insgesamt 24 210 Euro für seine Hilfsprojekte verwenden. Die ersten großen Projekte sind bereits gestartet: Ramesh Chopparapu besuchte seinen Heimatbischof und überreichte diesem Spenden in Höhe von 6000 Euro. Das gesamte Geld soll an ein Internat für taubstumme Kinder gehen, welches Ramesh Chopparapu bereits in den vergangenen Jahren finanziell unterstützte. Derzeit seien die Kinder aus dem Internat in den Ferien, ein Gespräch mit den betreuenden Ordensfrauen habe jedoch bereits stattgefunden. „Sie haben sich sehr gefreut und sind sehr dankbar“, fasst Ramesh Chopparapu ihre Reaktion zusammen. In dieser Woche möchte der Pfarrer die Internatskinder persönlich besuchen.

Außerdem haben Renovierungsarbeiten am Haus einer jungen Witwe begonnen. Mithilfe der Spendengelder soll die junge Frau ein neues Dach erhalten. Die Witwe – Frau Shanti – hat bereits mit 14 Jahren geheiratet, als sie 19 Jahre alt war, verstarb ihr Mann. Sie hat zwei Töchter im Alter von zwölf und elf Jahren. Derzeit ist sie 27 Jahre alt und arbeitet als Tagelöhner. Damit verdient sie ungefähr 60 Euro im Monat. Das neue Dach kostet etwa 4000 Euro, hinzu kommen unter anderem Kosten für den Anstrich und weitere Arbeiten am Haus. „Die Freude ist unvorstellbar groß“, beschreibt Ramesh Chopparapu die Situation vor Ort. Frau Shanti stehe stellvertretend für viele junge Frauen, die bereits ein ähnliches Schicksal erleiden mussten. Der Pfarrer rechnet damit, dass die Renovierungsarbeiten am Haus in etwa einem Monat fertig gestellt sind.

In dieser Zeit hilft Ramesh Chopparapu selbstverständlich selbst bei den Arbeiten mit. Er möchte aber auch noch Eltern und ihre Kinder besuchen, die er bereits mit Schulgeld unterstützt hat. Weitere Kinder sollen ebenfalls Zuschüsse für das Schulgeld erhalten. Mit vielen notleidenden Menschen habe der Pfarrer schon gesprochen: „Sie haben mir ihre Sorgen erzählt und sind alle wirklich sehr glücklich, mich wieder zu sehen.“ Augen-Operationen plant Ramesh Chopparapu für dieses Jahr nicht, möchte aber mit Ärzten das Gespräch für eine Planung des nächsten Jahres suchen.

Pfarrer Ramesh Chopparapu richtet allen Saerbeckern die große Dankbarkeit der Inder aus. Mit der hohen Spendensumme von fast 25 000 Euro könne in Nellore viel bewegt werden.



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