Sa., 22.09.2018

Verkehrssituation vor der Grundschule / Bald neue Beschilderung Durchfahrt verboten

Friedlich und gar nicht so eng sieht die Schulstraße (hier noch vor der Baustelle) vor der Grundschule aus, wenn dort weder Busse noch Schüler noch Elternautos unterwegs sind. Das ist leider nicht immer so. Deswegen wird bald ein Verbotsschild aufgestellt.

Friedlich und gar nicht so eng sieht die Schulstraße (hier noch vor der Baustelle) vor der Grundschule aus, wenn dort weder Busse noch Schüler noch Elternautos unterwegs sind. Das ist leider nicht immer so. Deswegen wird bald ein Verbotsschild aufgestellt. Foto: Alfred Riese

Saerbeck - 

Dem alltäglichen Verkehrschaos an der Schulstraße – insbesondere vor der St. Georg-Grundschule – wollen Verwaltung und Politik jetzt entgegenwirken. Verbotsschild? Versenkbare Poller? Oder Schranke? Diese drei Möglichkeiten wurden im Rathaus diskutiert.

Von Jan-Philipp Jenke

Bürgermeister Wilfried Roos betonte im Planungsausschuss, dass er zwar kein „Schilder-Fan“ sei. Dennoch favorisiere er diese kleine Lösung – und die Ausschussmitglieder schlossen sich ihm an.

Heißt: Nachdem der Rat kommenden Donnerstag den Beschluss gefasst hat (was nur noch reine Formsache ist), wird die Schulstraße zukünftig auf dem Abschnitt von den Stellplätzen der Kindergartens „Kaleidoskop“ bis zur Zufahrt zur Sportfreianlage für Fahrzeuge aller Art durch ein Verbotsschild gesperrt. Ein Zusatzzeichen gibt die Straße lediglich für den Schulbusverkehr frei. Mit 250 Euro inklusive Einbau sei dies laut Roos zudem die „billigste Lösung“.

Der Grundtenor der Politiker im Planungsausschuss: Man wolle es zunächst so probieren. Wenn die Eltern auch das Verbotsschild missachteten, müsse man über teurere Maßnahmen wie versenkbare Poller nachdenken. Mechthild Lüggert, UWG-Fraktionschefin, zeigte großes Unverständnis für Mütter und Väter: „Viele Eltern missachten die Verkehrsregeln, so dass die Verwaltung über Maßnahmen nachdenkt, die anderswo zur Terrorabwehr eingesetzt werden.“

Damit Eltern die neue Regelung auch beachten, kam im Planungsausschuss der Wunsch nach Kontrollen durch das Ordnungsamt auf. CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Willebrandt schlug beispielsweise vor, in den ersten sechs Wochen einem Rentner eine Ordnungsamtsjacke anzuziehen, der Knöllchen verteilt. Eine andere Möglichkeit, Eltern auf die neue Regelung hinzuweisen: Die Kinder verteilen Handzettel an Mutter und Vater – damit habe man, so Roos, gute Erfahrungen gemacht.

Die Verlagerung der Bushaltestelle an die ZOH oder an die Bushaltestelle an der Lindenstraße sei laut Verwaltung nach einem Gespräch mit einem Vertreter der RVM nicht möglich, da für circa 200 Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule eine ausreichend bemessene Wartezone vorhanden sein müsse und zudem eine Aufstellfläche für drei Schulbusse benötigt werde. Auch die Möglichkeit, die Schüler zeitversetzt von der ZOH zu transportieren, musste verworfen werden, da häufig weitere Fahrten im direkten Anschluss hinter den Abfahrten ab Schulzentrum liegen, die zeitlich laut RVM nicht auch noch verschoben werden könnten.Kommentar:Appell an „Terroreltern“Helikoptereltern kenne ich. Aber in Saerbeck gibt es „Terroreltern“. Dieser Begriff ist gar nicht so abwegig, wenn man das Zitat von UWG-Frau Mechthild Lüggert („Viele Eltern missachten die Verkehrsregeln, so dass die Verwaltung über Maßnahmen nachdenkt, die anderswo zur Terrorabwehr eingesetzt werden“) mal weiter spinnt. Dass mit einem Verbotsschild das tägliche Verkehrschaos an der Schulstraße bekämpft werden soll, ist richtig. Doch viel wichtiger ist der Appell an die „Terroreltern“: Zeigen Sie, dass Sie nicht so fanatisch sind wie Terroristen, und halten Sie sich an die zukünftige Regelung. Dann wäre der Ausdruck „Terroreltern“ wirklich falsch gewählt. Jan-Philipp Jenke



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6068896?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F