Kämmerer stellt Finanzzwischenbericht für 2018 vor
Keine Panik trotz Haushalts-Delle

Saerbeck -

Ein Jahr später als erwartet, aber unausweichlich und mit Ansage kommt die Delle in Saerbecks Gemeindehaushalt, bevor es in der Prognose wieder aufwärts geht.

Mittwoch, 26.09.2018, 12:30 Uhr
 
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So lassen sich die Erkenntnisse aus dem Finanzzwischenbericht für 2018 zusammenfassen, den Kämmerer Guido Attermeier in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses vorstellte und der am Donnerstag auch auf der Tagesordnung des Rats steht.

In den „überaus guten Haushaltsjahren 2015 bis 2017“ sei mit den Überschüssen die so genannte fiktive Ausgleichsrücklage auf 5,8 Millionen Euro vollständig aufgefüllt worden, weist der Bericht aus. Weit mehr als genug, um den für das laufende Jahr erwarteten Fehlbetrag von 1,4 Millionen Euro aufzufangen. „Mit diesem Minus kann ich leben, die Rücklage ist übervoll“, erklärte Attermeier im Finanzausschuss.

Der Grund für das Minus im laufenden Lauf liegt eher im System begründet als in der Haushaltswirtschaft der Gemeinde: Die guten Gewerbesteuererträge aus 2017 führen im Rahmen des Finanzverbunds der Kommunen im Landkreis und im Land NRW ein Jahr später zu niedrigeren Zuweisungen und höheren Umlagen, die Saerbeck zu zahlen hat. Hinzu kommt unter anderem, dass die schwer vorherzusagenden Erträge der Gewerbesteuer aktuell eine Viertelmillion Euro unter den Erwartungen liegen und Erlöse aus Grundstücksverkäufen doch erst im nächsten Jahr eingehen. Eher geringen Einfluss aufs Ganze haben die zum zweiten Mal extrem hohen Kosten für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, die laut Bericht wohl deutlich über dem bereits hoch gesetzten Budget von 10 000 Euro liegen.

Auch, weil laut Bericht in diesem Jahr kein Breitbandausbau im Außenbereich und keine Umgestaltung des Parkplatzes Teigelkamp mehr stattfinden, rechnet der Kämmerer damit, dass der Kassenbestand von 7,4 Millionen Euro im Januar auf 2,17 Millionen Euro im Dezember sinkt. Geld ist weiterhin da, nur liegen 2018 die Einnahmen unter den Ausgaben.

Interessant wird es für das nächste Jahr. Laut Mittelfristplanung soll der laufende Fehlbetrag bei nur 100 000 Euro liegen. Finanziell vor der Brust hat Saerbeck dabei allerdings allerhand, unter anderem die Vorfinanzierungen für das neue Wohnbaugebiet, das neue Gewerbegebiet und die Digitaloffensive an Schulen und Rathaus. Kämmerer Attermeier setzt deshalb bei den Investitionen auf „vertretbares Schieben“. „Das ist alles nicht dramatisch, aber wichtig ist, dass wir ab 2019 ausgeglichene Haushalte hinbekommen“, sagt er.

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