Jahresrechnung für 2017: Dickes Plus bei Gewerbesteuereinnahmen
Das ist ein Rekordergebnis

Saerbeck -

Sätze aus der Kassenstube des Rathauses können so nüchtern sein: „Die Gemeinde betreibt eine ausgeglichene Haushaltswirtschaft.“ So beschreibt die Verwaltungsvorlage zur Jahresrechnung für 2017 die Finanzen im Dorf.

Donnerstag, 06.12.2018, 11:45 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 11:50 Uhr
Das Rathaus hat im Haupt- und Finanzausschuss bekannt gegeben, dass der Schuldenstand der Gemeinde auf 10,6 Millionen Euro oder 1478 Euro pro Einwohner gesunken ist.
Das Rathaus hat im Haupt- und Finanzausschuss bekannt gegeben, dass der Schuldenstand der Gemeinde auf 10,6 Millionen Euro oder 1478 Euro pro Einwohner gesunken ist. Foto: Alfred Riese

Der Bericht liegt am heutigen Donnerstagsabend im Rat auf dem Tisch, wie schon in der vergangenen Woche im Haupt- und Finanzausschuss. Hinter den unaufgeregten Worten stecken allerdings geradezu spektakuläre Entwicklungen.

Die Gewerbesteuer – und ausschließlich die, einerseits in Saerbeck direkt, andererseits als Dominoeffekt über den allgemeinen, langen und kräftigen Aufschwung – macht Gemeindekämmerer Guido Attermeier verantwortlich für den dritten Haushaltsüberschuss in Folge. Der hat es in sich. Die Gewerbesteuereinnahmen fielen statt der zunächst angenommenen sechs Millionen Euro um mehr als die Hälfte höher aus und summierten sich im Dezember 2017 auf das Rekordergebnis von neun Millionen Euro. Aus einem geplanten Millionen-Minus wurde ein noch größeres Millionen-Plus.

Für den Kämmerer und die Rechnungsposten im Gemeindehaushalt „absolut sehr positiv“, ging Guido Attermeier in seinem Kommentar bis an die Grenze der Begeisterung. Der Haushaltsüberschuss von knapp zwei Millionen Euro hat die Ausgleichsrücklage (das rechnerische Sparbuch für schlechte Zeiten) bis zur erlaubten Maximalhöhe von 5,9 Millionen Euro gefüllt. 570 000 Euro, für die dort kein Platz mehr war, flossen in die allgemeine Rücklage. „Das hatten wir noch nie“, meinte Attermeier.

Nicht mehr im Überschuss enthalten ist das Geld, mit dem 2017 Schulden getilgt wurden. Statt mit geplanten 500 000 Euro befreite sich die Gemeinde mit zwei Millionen Euro von sechs Darlehn – und nahm keine neuen auf. Der Schuldenstand sank auf 10,6 Millionen Euro oder 1478 Euro pro Einwohner. Wenn man die weitergereichten, so genannten Gesellschafterdarlehn der Gemeinde für das eigene Windrad und den Ankauf des Stromnetzes abzieht, bleiben noch 5,75 Millionen Euro. Diese Gesellschafterdarlehn finanzieren sich selbst über dazu gehörige Einnahmen. Das Gesamtvolumen des Gemeindehaushalts bezifferte Attermeier mit rund 22 Millionen Euro.

Gute Einnahmen und Überschüsse führen in den Folgejahren zu höheren Abgaben zum Beispiel an den Landkreis und weniger Zuweisungen vom Land. Deshalb sagt Attermeier voraus, dass sich die angekündigte Finanzdelle nur verschiebt und in der Abrechnung für das laufende finden wird. Auch für die Gewerbesteuer rechnet er eher wieder mit sechs Millionen Euro.

„Ein gutes Plus hilft“, stellte im Finanzausschuss Florian Bücker für die CDU fest. „Ob es so weiter geht, wissen wir nicht, aber wir haben jetzt einen Puffer“, sagte er. Der ist auf jeden Fall gut, denn Kämmerer Attermeier blickt bereits auf das kommende Jahr mit einer Investitionsoffensive in Sachen Infrastruktur, einem neuen Wohnbaugebiet und Schulerweiterungen. Auch freiwillige Leistungen wie bei der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) und der Vereinsförderung seien „nur solange in diesem Umfang möglich, wie es gut läuft“. Wieder ein nüchterner Satz aus der Kämmerei.

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