Caritas-Tafel in Saerbeck dankt für Spenden
„So viele freundliche Menschen“

Saerbeck -

Zum Ende des Jahres danken die Saerbecker Ausgabestelle der Caritas-Tafel und die Kleiderstube allen Spendern von Lebensmitteln, Kleidung und Geld. Das sei eine „Hilfe von Saerbeckern für Saerbecker“, sagte Helmut Henrich vom Caritas-Verband. Und in diesem Jahr wurde reichlich ungefragt geholfen.

Dienstag, 11.12.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 15:50 Uhr
Ortstermin am Schnibbeltisch der Caritas-Tafel (großes Foto, von rechts): Helmut Henrich (Tafel-Zuständiger des Caritasverbands), Andre Dolle (Leiter des Sparkassen-Beratungszentrums), Herbert Breidenbach (ehrenamtlicher Leiter der Ausgabestelle in Saerbeck) und die Menschen, die an diesem Donnerstag Spenden-Lebensmittel für die Ausgabe vorbereiten.
Ortstermin am Schnibbeltisch der Caritas-Tafel (großes Foto, von rechts): Helmut Henrich (Tafel-Zuständiger des Caritasverbands), Andre Dolle (Leiter des Sparkassen-Beratungszentrums), Herbert Breidenbach (ehrenamtlicher Leiter der Ausgabestelle in Saerbeck) und die Menschen, die an diesem Donnerstag Spenden-Lebensmittel für die Ausgabe vorbereiten. Foto: Alfred Riese

Gibt es gar keinen Spendenaufruf für Backpakete von der Tafel? Diese Frage war jetzt einige Male zu hören im Dorf. Man wollte gerne helfen, auch ohne extra gebeten zu werden. Diese Idee hatten allerdings vorher schon etliche andere. „Wir hatten so viele freundliche Menschen, die gespendet haben, dass die Weihnachts-Spendenaktion in diesem Jahr schon vorher geschafft war“, meldete Herbert Breidenbach. „Es gibt weihnachtliche Geschenktüten für jeden Kunden“, kündigte der Leiter der Saerbecker Ausgabestelle der Caritas-Tafel an. Spenden insbesondere von haltbaren Lebensmitteln würden allerdings weiterhin gebraucht und erbeten.

„Ganz herzlichen Dank für die Sach- und Geldspenden das Jahr hindurch“ sagte im adventlichen Kreise der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Saerbeck auch Helmut Henrich, beim Caritasverband als Fachbereichsleiter zuständig für die Tafel mit ihren Ausgabestellen in Greven, Emsdetten und Saerbeck. Eine „solidarische Hilfe von Saerbeckern für Saerbecker“ stellte er fest. Zwar bleibe es Hauptaufgabe der Tafel, gespendete Lebensmittel aus Supermärkten an Bedürftige weiterzugeben, auch im Sinne der Nachhaltigkeit und als Gegenpunkt zu einer Wegwerfgesellschaft. Um Kunden verlässlich zu versorgen, sei die ehrenamtlich organisierte Tafel aber auf Sachspenden angewiesen, um Schwankungen auszugleichen, und auf Geldspenden, um die Logistik im Hintergrund aufrecht zu erhalten. Die Miete für die Räume, Strom für die Kühlung, der Betrieb der Lieferfahrzeuge koste eben Geld. Dabei würden Spenden aus Saerbeck immer auch in die Arbeit in Saerbeck fließen, versicherte Helmut Henrich.

Eine größere Summe, nämlich 500 Euro wie in jedem Jahr, brachte jetzt Andre Dolle zum Ortstermin am Schnibbeltisch der Helferinnen mit. „Damit das Rad am Laufen bleibt“, sagte der Leiter des örtlichen Sparkassen-Beratungszentrums, „ohne Logistik gibt keine Warenausgabe“.

Helmut Henrich wies darauf hin, dass es eine öffentliche Förderung aus der Gemeindekasse für die CaritasTafel nur in Saerbeck gebe. Zum Jahresende hat der Gemeinderat diesen Betriebskostenzuschuss ein weiteres Mal in die anstehende Haushaltsplanung für 2019 aufgenommen. Es geht um ein Drittel der ungedeckten Kosten des Caritas-Sozialzentrums bis zu einer Maximalhöhe von 3500 Euro. Laut Aufstellung des Verbands kostete der Betrieb der Sozialzentrums in Saerbeck mit Tafel-Ausgabestelle und Kleiderstube im Jahr 2017 gut 15.000 Euro.

Die Ausgabestelle und die Kleiderstube steuerten jeweils rund 5000 Euro an Einnahmen bei, die auch durch die geringen Entgelte für Lebensmittel und gebrauchte Kleidung hereinkommen. Sachspender leisten also indirekt auch einen Beitrag zu den Betriebskosten und senken das laufende Defizit für den Caritasverband. 5269 Euro verbleiben allerdings für 2017 als ungedeckte Kosten. Die Gemeinde Saerbeck will sich im nächsten Jahr mit einem Drittel (1756 Euro) daran beteiligen. „Wir halten die Tafel für eine sehr sinnvolle Einrichtung“, begründete der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Willebrandt das im Sozialausschuss.

149 Personen nutzen die Tafel

Weniger Kundenhaushalte, aber dabei einen gestiegenen Anteil von Kindern, das meldete Herbert Breidenbach für das zu Ende gehende Jahr. „Man merkt deutlich, dass die zeitweise hohe Zahl von bedürftigen Flüchtlingsfamilien wieder gesunken ist“, sagte der ehrenamtliche Leiter der Saerbecker Ausgabestelle der Caritas-Tafel. Viele dieser Menschen würden nach und nach wirtschaftlich selbstständig und nähmen die Tafel nicht mehr in Anspruch. 46 Familien oder Haushalte mit 149 Personen, darunter 58 jünger als 18 Jahre: So bezifferte Helmut Henrich, Tafel-Zuständiger beim Caritasverband, die Kundschaft. Er bestätigte in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses, dass die Zahl nach einem hohem Anstieg 2015 und 2016 infolge des Flüchtlingszuzugs zurückgegangen sei. Das an sich sei „sehr erfreulich“. Weiterhin gebe es aber wohl auch Menschen, die aus Scheu, Scham oder Unkenntnis das Angebot von Tafel und Kleiderstube nicht in Anspruch nähmen, befürchtet Helmut Henrich auch in Saerbeck eine Dunkelziffer der Bedürftigkeit. Die Kleiderstube zählte er wie die Tafel-Ausgabestelle zu den „existenzsichernden Hilfen“ unter dem Dach des Caritas-Sozialzentrums in Saerbeck.

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