Serie „Saerbecker Lieblingsrezepte“ startet mit Westfälischem Schlachtfest Burger
Keine Scheu mehr vor Wurstebrot

Saerbeck -

Wer noch keine Idee hat, was an den Weihnachtstagen auf den Tisch kommt, dem sei das Rezept von Angelika Lüke ans Herz gelegt. Aber auch alle anderen dürfen gerne weiterlesen. Es lohnt sich.

Mittwoch, 19.12.2018, 09:00 Uhr
Angelika Lüke präsentiert in ihrer Küche das fertige Gericht.
Angelika Lüke präsentiert in ihrer Küche das fertige Gericht. Foto: Jan-Philipp Jenke

Denn die 56-Jährige hat für den Start der neuen Serie „Saerbecker Lieblingsgerichte“ gleich ein eigenes Gericht kreiert – und das passend zu Weihnachten.

Nachdem Angelika Lüke den Aufruf in dieser Zeitung gelesen hatte, sprach sie mit einer ihrer drei Töchter (außerdem hat sie einen Sohn) darüber. „Sie sagte zu mir: Lass dir was einfallen, das kannst du doch“, so die Saerbeckerin. Gesagt, getan. Das Resultat: Angelika Lüke hat einzelne Komponenten von – teils typisch westfälischen – Klassikern zu einem neuen, modernen Gericht zusammengefügt. Der Name: Westfälischer Schlachtfest Burger. Statt Rinder-Patty gibt’s Wurste- und Leberbrot, statt Pommes Mini-Knödel als Beilage.

Die Saerbeckerin probiert nach eigener Aussage gerne neue Dinge in der Küche aus. „Alles, was ich über hab, wird verballert“, erklärt sie. Die Grundidee hinter dem Westfälischen Schlachtfest Burger sei, Kinder an Sachen heranzuführen, die bei ihnen bereits vergessen sind. Wie eben Leber- und Wurstebrot. „Wenn man Kindern damit kommt, heißt es eigentlich nein“, führt die Hobby-Köchin aus und ergänzt: „Aber als Burger wird’s wieder interessant.“ Bei ihren eigenen Kindern (zwischen 22 und 33 Jahren) hat sie den Burger noch nicht getestet. Beim Probekochen musste ihr Mann herhalten. Er fand es offensichtlich so lecker, dass seine Frau mit dem Rezept an die Öffentlichkeit gehen darf.

Das Gericht besteht neben dem Leber- und Wurstebrot aus fünf weiteren Komponenten: Burger-Brötchen, Rotkohl, geschmorten Äpfeln, Mini-Knödel und einem Preiselbeer-Glühwein-Spiegel.

Die Burger-Brötchen hat Angelika Lüke bereits am Vormittag vorbereitet. Der Gag: Sie sind rot. Das kommt vom Rote Beete-Saft. Die Färbung muss natürlich nicht sein. Wer das Rezept nachkochen möchte, kann anstatt des Safts auch Wasser nehmen – oder gekaufte Burger-Brötchen, dann ist’s noch einfacher.

In einer Rührschüssel neben dem Herd hat Angelika Lüke die bereits vorgekochten und gepressten Kartoffeln für die Mini-Knödel stehen, daneben ihr Handmixer. „Auch das kann man gut vorbereiten“, sagt Angelika Lüke. Mit Eigelb, Mehl, Hartweizengrieß, flüssige Butter und Salz fügt sie die weiteren Zutaten hinzu, greift zum Mixer und verarbeitet alles zu einem homogenen Teig. Während sie die Mini-Knödel abrollt, erzählt sie, dass sie sich das Rezept bei der Arbeit abgeguckt hat (in der Küche „Zur Blankenburg” in Dörenthe). Sie rechnet mit drei bis vier Knödeln pro Person.

Die Knödel schwimmen im leicht köchelnden Wasser, als Angelika Lüke einen weiteren Topf auf den Herd stellt, für die Preiselbeer-Glühwein-Sauce. „Die habe ich früher schon zur Gans gemacht“, sagt sie. Der Zimt entfaltet in der warmen Sauce sein volles Aroma, so dass es in der Küche wunderbar weihnachtlich duftet. Mit Speisestärke wird die Sauce abgebunden. „Sie sollte nicht zu fest sein, sondern leicht sämig“, so Angelika Lüke.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt den bereits vorgekochten Rotkohl aufzuwärmen (wer es sich einfacher machen möchte, nimmt fertigen Rotkohl). Daneben kommt eine Pfanne auf den Herd, in der die Apfelscheiben geschmort und karamellisiert werden. „Man darf sie nicht zu weich werden lassen“, betont die Hobby-Köchin. Im Backofen werden derweil die Brötchen nochmal kurz aufgebacken.

Auf dem Herd löst die eine Pfanne die andere ab. In letzterer werden in etwas Öl Leber- und Wurstebrot angebraten, jeweils eine Scheibe pro Burger. „Sie sollen etwas braun werden, damit der Geschmack erst richtig rauskommt“, so der Tipp Lükes.

Und dann kann auch schon angerichtet werden. Eine spezielle Reihenfolge hat die Saerbeckerin nicht. Sie stapelt auf der unteren Brötchenseite zunächst Wurstebrot, dann vorsichtig den Rotkohl, damit es auch optisch schön aussieht, dann Leberbrot und als Topping die Äpfel. Deckel drauf, fertig. Daneben kommt der Preiselbeer-Glühwein-Spiegel, auf dem die Knödel gesetzt werden.

Die Mühe hat sich gelohnt: Der Burger spielt mit süßen, sauren und herzhaften Aromen, die eine ausgewogene Harmonie ergeben. Und vor Leber- und Wurstebrot muss hier auch niemand Angst haben.

Abschließend bleibt nur noch zu klären, wie Angelika Lüke auf den Namen „Westfälischer Schlachtfest Burger“ gekommen ist: „In einem Rezeptbuch habe ich mal westfälisches Sushi gelesen. Etwas ähnliches wollte ich auch machen. Mit dem Burger ist das gelungen, der Name passt einfach.“

Weitere Lieblingsrezepte gesucht:Diese Zeitung ist auf der Suche nach weiteren Lieblingsrezepten – ob westfälische Spezialitäten, deutsche Klassiker oder internationale Gerichte. Melden können sich gestandene Hausfrauen sowie mehr oder weniger ambitionierte Hobbyköche. Auch das Alter spielt keine Rolle. Schreiben Sie einfach eine Mail mit ihrem Lieblingsrezept (der Name des Gerichts ist ausreichend, Sie brauchen nicht die ganze Rezeptur auflisten) an redaktion.gre@zeitungsgruppe.ms. Bitte vergessen Sie nicht ihren Namen und ihre Telefonnummer (gerne auch Handy). Oder Sie rufen einfach in der Redaktion an unter ✆ 0 25 71/ 93 68 14 (Ansprechpartner: Jan-Philipp Jenke).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6267433?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker