Närrischer Rathaussturm
Make Saerbeck great again

Saerbeck -

Gegenwehr zwecklos: Im Handstreich nahmen die Karnevalisten das Rathaus ein und dem Bürgermeister den Schlüssel ab. Der Elferrat des Kolping-Karnevals, die Falke-Streetboys, und ihr Prinz Thomas Teigeler gaben einen Vorgeschmack darauf, wie die närrische Sitzung am Samstagabend und der Umzug werden könnten.

Samstag, 16.02.2019, 10:00 Uhr
Über allem wacht Sitzungspräsident Tobias Liesenkötter als Täubchen.
Über allem wacht Sitzungspräsident Tobias Liesenkötter als Täubchen. Foto: Alfred Riese

Ein Knacki, ein Clown, ein grüner Gärtner, zwei Kapitäne und Piraten, ein Manga-Püppchen und ein paar mehr: So sah es in der „Verteidigungsmannschaft“ im Rathaus aus, kurz bevor die Karnevalisten das Gebäude stürmten und die Macht an die sich rissen. Denn: Die zahlenmäßige Überlegenheit von Rathausmitarbeitern und Politikern gegenüber dem Elferrat nutzte nichts.

Die „reine Männertruppe bringt die Damen zum Keuchen“, beschrieb Sitzungspräsidentin Julia Gilhaus Schütz den Elferrat. Ihn stellen frühere Mitglieder des Männerballetts des SC Falke, die als Falke-Streetboys in die Fußstapfen der Backstreet Boys treten. „Egal ob Falke, Fußball oder Karneval, Stimmung machen wir überall“, versprach die blau glitzernder Truppe – und löste das im Rathaus auch gleich ein. Auch ihre Partnerinnen als Fan-Girls waren ganz begeistert.

Die Falke-Streetboys und der Kolping-Karneval finden in dieser Session allerdings auch gute Voraussetzungen vor. Nur die Sonne, die auf Wohlstandsbäuche scheint, das war im vergangenen Jahr die Beschwerde über die allzu ro(o)sige Nachrichtenlage im Dorf.

Ganz anders jetzt, Festausschuss-Präsident Tobias Liesenkötter und Julia Gilhaus-Schütz konnten vom Leder ziehen. Dass der Klima-Bürgermeister Wilfried Roos quasi im Alleingang einen Fernsehpreis Emmy gewonnen hat und dann auch noch das neue Werbegesicht für Emsdettener Strom ist, führte zum Fazit: „Eines wussten wir schon immer, Saerbeck steht auf Glanz und Glamour.“ Der Aufruf „Make Saerbeck great again“ ging auch an den „Elferrat von Weltformat“.

Der Kampf um den Rathausschlüssel dauerte nur kurz, dann sah Bürgermeister Wilfried ein: „Die Falke-Streetboys machen das Rathaus zum Circus Maximus, dann ist mit langweiligen Sitzungen Schluss.“ „Man sitzt richtig gut in den Sessels in der Saerbecker Schaltzentrale“, sagte Prinz Thomas Teigeler über das Gestühl im Sitzungssaal.

Wie im echten Falke-Vorstand ohne offiziellen Ersten zeigte sich auch der Männerballett-Elferrat als Team und teilte sich die Aufgaben. Mit den närrischen Statuten löste Falke-Streetboy Karl-Heinz Hövel auch gleich das aktuelle politische Problem der Vereinsförderung. Die Falke-Streetboys sind als einziger kulturell tätiger Verein im Ort anzuerkennen und bekommen alle Zuschüsse. Untermauert wurde diese Forderung von der ersten Strophe des Elferratslieds: „Everybody – yeah, Lasst uns feiern – yeah. Everybody, die Party fängt jetzt an, Falke Boys – come on!“ Was der sportliche Elferrat und der Kolping-Karneval nach diesem viel versprechenden Start noch zu bieten haben, zeigt sich unter anderem am heutigen Samstagabend bei der närrischen Sitzung in Hövels Festhalle.

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