Musikalische Soirée des Bürgerhaus-Konzertvereins mit „CCC“ und Cantilena
Zwei Chöre – ein Zauber

Saerbeck -

Zarte, feine Frauenstimmen, quasi elfengleich, verzauberten am Sonntagabend das Publikum im Bürgerhaus. Mit „Cantilena“ und „CCC“ folgten gleich zwei Vokalensembles der Westfälischen Schule für Musik Münster der Einladung des Bürgerhauskonzertvereins.

Dienstag, 02.04.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 15:58 Uhr
Cantilena, das größere Ensemble des Abends: glasklar und blitzblank.
Cantilena, das größere Ensemble des Abends: glasklar und blitzblank. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Zarte, feine Frauenstimmen, quasi elfengleich, verzauberten am Sonntagabend das Publikum im Bürgerhaus.

Mit „Cantilena“ und „CCC“ unter der Leitung von Rita Stork-Herbst folgten gleich zwei Vokalensembles der Westfälischen Schule für Musik Münster, die übrigens gerade ihr 100-jähriges Bestehen feiert, der Einladung des Bürgerhauskonzertvereins (BKV). Franz Twickler, erster Vorsitzender des BKV, verriet in seiner Begrüßung, dass ihn mit Rita Stork-Herbst mehr als 40 Jahre kollegiale Zusammenarbeit verbinden.

Die musikalische Soiree führte quer durch die Musikgeschichte mit einem kleinen Abstecher in die Filmmusik.

„CCC“ (dahinter verbergen sich Vornamen), bestehend aus Charlotte Schumacher, Elisabeth Quick und Kamilla Karnau, verliehen Georg Philipp Telemanns „Halleluja“ eine Leichtigkeit, die nur durch sichere Technik erreicht werden kann. Äußerst einfühlsam interpretierten sie Gabriel Faurès „Tantum ergo“ op. 65 Nr. 2. Bei „Sicut cervus desiderat“ denkt der Chorliebhaber gleich an Giovanni Pierluigi da Palestrina. Die Vertonung der kanadischen Komponistin Nancy Telfer (geb. 1950) ist eine gelungene Abwechslung, die von den drei jungen Frauen (die Jüngste ist erst 16 Jahre alt) glasklar und blitzsauber intoniert wurde. Kein Wunder also, dass „CCC“ gerade erst den zweiten Platz im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Köln belegt hat, obwohl das Ensemble erst seit einem halben Jahr überhaupt besteht.

Nicht weniger erfolgreich ist „Cantilena“, bestehend aus Mirjam Stamner, Maike Schulze-Beusingsen, Lanbo Sun, Ursula Brenken, Sinja Lorenz und Anja Hubert, deren Terminkalender ständig randvoll ist. In John Rutters wohl bekanntesten Chorsätzen „The Lord bless you and keep you“ und „God be in my head“ mit „CCC“ zusammen, harmonisierten die Sängerinnen ausgezeichnet miteinander, aber ein etwas differenzierteres Klangbild in Hinsicht auf die Dynamik hätte nicht geschadet.

Mit Gioacchino Rossinis „La Fede“ wehte ein Hauch von Opernluft, und Witold Lutoslawskis „Two Nightingales“ zwitscherten überaus überzeugend. Entzückend, charmant, inklusive Tanzeinlage, gelang der Peter- Kreuder-Schlager „Musik, Musik…“, einst von Marikka Röck gesungen, jetzt von „CCC“ neu interpretiert.

Die gebürtige Neuseeländerin Deborah Rawlings begleitete souverän und technisch versiert am Klavier. Sie unterrichtet an der Westfälischen Schule für Musik und an der Musikhochschule in Münster unter anderem Korrepetition. Dass sie aber auch eine bemerkenswerte Pianistin ist, bewies sie in Joseph Haydns „Sonate No.53 e-moll“ und dem berühmten „Walzer Des-Dur“, auch als „Minutenwalzer“ bekannt, von Frédéric Chopin. Ein fulminantes Finale bereiteten die Damen mit John Rutters „Gaelic Blessing“, wofür sie mit reichlich Applaus belohnt wurden.

Beim anschließenden Beisammensein bedankte sich Twickler mit herzlichen Worten und einem schönen Blumenstrauß bei Rita Stork-Herbst für ihr langjähriges Engagement als Solistin beim Emsdettener Vokalensemble und als musikalische Weggefährtin.

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