Überackerung öffentlicher Wegeseitenränder
Grenzen werden auf den alten Stand gesetzt

Saerbeck -

Die Grenzen werden derzeit in Saerbecks Bauerschaften neu gezogen – oder besser: auf den alten Stand gesetzt. Eine Analyse des Kreises Steinfurt hatte zutage gefördert, dass die Grenzen von Feldern und Äckern in 371 Fällen nicht mit den Grenzen der gemeindeeigenen Wegeflächen zusammenpassen.

Montag, 08.04.2019, 14:55 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 15:00 Uhr

Die Gesamtgröße dieser so genannten Überackerung be-trägt laut Gemeindeverwaltung 35 Hektar.

Um Kleinigkeiten von weniger als 200 Quadratmetern wolle man sich wegen der Toleranzen bei den zugrundeliegenden Luftbildern und in der Folge Fehleranfälligkeit nicht kümmern, heißt es in der Verwaltungsvorlage für die jüngste Ratssitzung. Es bleiben 36 Verdachtsfälle mit insgesamt etwa 2,5 Hektar übrig, wo der Pflug ein bisschen zu weit Richtung Wirtschaftsweg unterwegs war. Mit den Eigentümern dieser Äcker und Grünflächen will die Verwaltung nun gemeinsame Lösungen finden.

Verschüttete Grenzsteine, verloren gegangenes Wissen um Grenzverläufe, fehlende Bezugspunkte und Hilfslinien nannte Johannes Schüler vom Bauamt als mögliche Gründe für Überackerung. Die Eigentümer seien im Februar angeschrieben worden, es habe seitdem vier Ortstermine gegeben. „Nirgendwo war böse Absicht spürbar“, berichtete Schüler. Alle Eigentümer wollen sich zurückziehen oder die Flächen pachten, sagte er. Bereits gesätes Getreide dürfe noch geerntet werden. Flächen, die aus der Überackerung fallen, wolle die Gemeinde dem natürlichen Bewuchs überlassen, kündigte Schüler. „Blühstreifen brauchen Pflege, das überlassen wir den Fachleuten“, sagte er. Weil einige Antworten auf Anschreiben noch ausstehen, stellte Schüler klar: „Irgendwann macht die Gemeinde dann auch Druck.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6524630?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker