Fridays-for-Future-Proteste an der MKG
Pausen-Demo statt Schulstreik

Saerbeck -

In die Fridays-for-Future-Proteste haben sich jetzt Schülerinnen und Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) eingeklinkt. Seit Anfang April trägt eine Gruppe aus der Klasse 6a die weltweiten Proteste von Kindern und Jugendlichen für mehr und schnelleren Umwelt- und Klimaschutz nach Saerbeck.

Samstag, 04.05.2019, 16:45 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 16:50 Uhr
Fridays-for-Future-Proteste haben an der MKG Sechstklässler an den Start gebracht. Die Kurz-Demos laufen in den Pausen, haben aber die gleichen Ziele.
Fridays-for-Future-Proteste haben an der MKG Sechstklässler an den Start gebracht. Die Kurz-Demos laufen in den Pausen, haben aber die gleichen Ziele. Foto: Alfred Riese

Sie organisieren Kurzzeit-Demos. Und sie nehmen Kritikern der von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg gestarteten „Schulstreiks für das Klima“ dabei doppelt den Wind aus den Segeln.

30 demonstrierende Schüler und auch Lehrer waren der zahlenmäßige Höhepunkt vor den Osterferien. Am gestrigen Freitag waren es etwas weniger, die auf dem Schulhof ihre Plakate hochhielten. Die Jungen und Mädchen aus der 6a laden jeden zweiten Freitag in der ersten großen Pause zur Demo ein. „Wir hoffen, dass bald mehr mitmachen“, sagt Maja Brinkmann.

Die Forderungen und Slogans auf den Plakaten kennt man: „Umweltschutz statt Kohleschmutz“, „Warum lernen wir, wenn wir keine Zukunft haben“. Piet, Clemens, Maja, Justus, Silas, Malte, Lexa und Wiebke, der „harte Kern“ an diesem Tag, können aber nicht nur Plakate hochhalten. Sie erklären auch souverän, was sie wollen.

„Politiker sollen nachdenken und Kohle- und Atomkraftwerke schnell abschalten“, sagt Maja, „die Menschen sollen statt mit dem Auto öfter Fahrrad, Bahn oder Bus fahren und den Ausstoß an Treibhausgasen verringern“. Silas meint, „die Politik soll umschalten und nicht nur an die Wirtschaft, sondern auch an Umweltschutz denken“. „Wir wollen anderen Menschen zeigen, dass das Thema wichtig ist“, ist das Ziel von Justus. Von mehreren Seiten kommt: „Es muss allen bewusst sein, dass es so nicht weitergeht, wir haben keine Zeit mehr.“ Dann tönt der Gong, und die Protestbewegung macht sich auf den Weg in die Klassenzimmer.

Die Unterrichtseinheit Umweltschutz und die Medienberichte über Greta Thunberg haben Schüler aus der 6a selbst zu Klimaaktivisten werden lassen. Im Unterricht bei Lehrerin Aglaja Meinecke arbeiteten sie sich in die Themen ökologischen Fußabdruck ein und den menschengemachten Treibhauseffekt. „Die Initiative zu den Demos kam aber absolut von Schülern selbst“, stellt Meinecke fest. Das Klassenleitungsteam Ingo Hooge und Anne Wittmann stellte eine Stunde zur Verfügung, um Aushänge und Plakate anzufertigen. Die Sechstklässler holten sich das Okay von der Schulleitung und Hilfe von Oberstufenschülern, stellten ein Orga-Team auf.

Seid ihr nicht zu jung für so etwas? Auf diese provokante Frage schallt laut und im Chor ein dickes „Nein!“ über den Schulhof – „dafür ist niemand zu jung“. Und auch Kritik an Schulstreiks perlt ab. „Wir machen das absichtlich in den Pausen, weil Fehlstunden für Andere eine Hürde fürs Mitmachen wären“, erklären Justus und Piet. Letzterer teilt noch mit, dass er zusammen mit Wiebke auch in den Osterferien in Münster bei #FridaysForFuture mitdemonstriert hat.

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