Matinee der MKG-Musikschüler
Hohes Niveau auch bei hohem Puls

Saerbeck -

Für die Matinee der Instrumentalschüler des MKG-Fördervereins gab es am Samstag viel Applaus. Die Gesamtschüler aus den Musikprofil-Klassen trauten sich etwas zu

Dienstag, 21.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 21.05.2019, 16:00 Uhr
Die jungen Musiker aus den Instrumentalkursen des MKG-Fördervereins mit ihren Lehrern.
Die jungen Musiker aus den Instrumentalkursen des MKG-Fördervereins mit ihren Lehrern. Foto: Hans Lüttmann

Nur wer selbst schon einmal da vorne gestanden hat, die Hände feucht, das Herz klopft viel zu laut im falschen Takt – der weiß, wie viel Mut und Zutrauen auf das eigene Können dafür nötig sind. Gut 20 Gesamtschüler haben sich am Sonntag aber getraut, im gut besuchten Bürgerhaus vorzuspielen. Und auf den Stühlen sitzen eben nicht nur Eltern und Geschwister, sondern auch Mitschüler; und die hören aber sowas von genau hin...

Eine schöne musikalische Matinee war es, die Schüler der Instrumentalkurse des MKG-Fördervereins da abgeliefert haben. Und neben den Geigen sind es vor allem Blasinstrumente, die zum Einsatz kamen, Saxofone, Klarinetten und Querflöten, bisweilen am Klavier begleitet von den jeweiligen Musiklehrern oder mit Playback-Begleitung von der CD.

Und natürlich geht auch mal ein Ton daneben oder quietscht mehr als dass er klingt, aber das macht in diesem Rahmen überhaupt nichts, was der freundliche Applaus der Zuhörer gerne bestätigte. Am ohrenfälligsten aber war das teilweise erstaunlich hohe Niveau der jungen Musiker, die sich bei der Auswahl ihrer Stücke einiges zutrauten. Und damit auch zeigten, junge Menschen dürfen und sollen das, dass nicht nur die ollen Klassiker ins Programm gehören. Nun gut, ein Haydn war dabei und ein Bach, und „Mozart muss sein“, wie Querflötenlehrer Rustem Sakhabiev meinte und zusammen mit seinen Schülerinnen die kleine Nachtmusik anstimmte – etwas verwegen an diesem strahlenden Frühsommermorgen, aber dennoch schön gespielt.

Sonst aber dominierten die modernen Komponisten, Ragtimiges von Scott Joplin, Fetziges von David Guetta und Bluesiges vom Jazz-Saxofonisten Jim Snidero.

Den unvermeidlichen Astor Piazzolla steuerten dann Gitarrenlehrerin Tatiana Rethmann und ihr Ehemann Marcel Poorthuis bei mit dem wunderbar einfühlsamen „Adiós Nonino“, das Piazzolla einige Tage nach dem Tod seines Vaters Vicente Nonino geschrieben hat. Aber Tatiana Rethmann hatte noch eine besondere Überraschung im Koffer: eine Domra, ein dreisaitiges, balalaikaähnliches Zupfinstrument aus Russland, das in Saerbeck ganz sicher zum allerersten Mal gespielt worden ist.

Und was bleibt von dieser, 22. oder gar 23. Matinee der MKG-Schüler? Ein Ausrufezeichen und ein Doppelpunkt: weitermachen! Und dann doch wieder mal an einen ollen Klassiker denken, Mozart, der sagte: „Ohne Musik ist alles nichts.“

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