Banken-Fusion beschlossene Sache
Eine Hochzeit auf Augenhöhe

Saerbeck/Westerkappeln -

Die Fusion der Volksbanken Saerbeck und Westerkappeln-Wersen ist beschlossene Sache. Die Generalversammlung der Saerbecker Genossenschaftsmitglieder sprach sich am Donnerstagabend in der Bürgerscheune einstimmig dafür aus, wesentlich deutlicher als die notwendige Dreiviertel-Mehrheit.

Freitag, 07.06.2019, 18:00 Uhr
Einstimmig sprachen sich die 72 stimmberechtigten Genossenschaftsmitglieder bei der Generalversammlung der Volksbank Saerbeck für die Fusion mit der Volksbank Westerkappeln-Wersen aus.
Einstimmig sprachen sich die 72 stimmberechtigten Genossenschaftsmitglieder bei der Generalversammlung der Volksbank Saerbeck für die Fusion mit der Volksbank Westerkappeln-Wersen aus. Foto: Alfred Riese

Der Notar sah zu. Zwei Tage zuvor hatten die Mitglieder der Volksbank Westerkappeln-Wersen mit einer Mehrheit von 94 Prozent zugestimmt. Von einer „Hochzeit auf Augenhöhe“ war die Rede.

Die rückwirkend zu 1. Januar verschmolzene Volksbank Westerkappeln-Saerbeck eG ist weiter eines der kleinsten genossenschaftlichen Geldinstitute. Laut den Daten, die auf der Generalversammlung in Saerbeck vorgelegt wurden, hat sie eine Bilanzsumme von 239 Millionen Euro (davon 80 Millionen Euro in Saerbeck), 4513 Mitglieder (in Saerbeck: 1089) und betreut knapp 12 000 Kunden (in Saerbeck: 3950). Zum Kunden-Gesamtvolumen von 460 Millionen Euro trägt Saerbeck 140 Millionen Euro bei. 7,8 Millionen Euro fließen aus Saerbeck in das gemeinsame wirtschaftliche Eigenkapital von nun 22 Millionen Euro ein.

Den Vorstand der fusionierten Volksbank bilden Anita Kipp (Westerkappeln) und Ansgar Heilker (Saerbeck). Kipps Vorstandskollege Jörg Wehmeier hatte vor einigen Wochen das Haus überraschend verlassen. Der zweite Vorstand in Saerbeck, Albert Topphoff, war im Oktober 2017 verstorben. Im neuen Aufsichtsrat finden die elf Mitglieder der bisherigen Gremien zusammen. Er soll durch altersbedingtes Ausscheiden auf etwa sechs Mitglieder schrumpfen, kündigte Versammlungsleiter Norbert Winter an. Sitz der neuen Volksbank wird Westerkappeln. Ingo Schäfer, Interimsvorstand in Saerbeck, wird Leiter dieses Teilmarkts.

„Für Kunden und Mitglieder ändert sich fast nichts“, fasste Ansgar Heilker die Auswirkungen der Fusion zusammen. Die technische und organisatorische Verschmelzung werde aber auch nach bereits mehr als einem Jahr der Zusammenarbeit noch einige Monate in Anspruch nehmen. Alle 43 Mitarbeiter, zehn davon in Saerbeck, bleiben an den drei Standorten unverändert beschäftigt, sagte Heilker. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er aus. Auch würden beide Geschäftsgebiete, in den die beiden „sich sehr ähnelnden Institute“ jeweils hohe Marktanteile Anteile hätten, „nebeneinander bestehen bleiben“. Alle Mitglieder seien bei der fusionierten Bank dividendenberechtigt.

Anita Kipp und Ansgar Heilker beschrieben übereinstimmend die erwarteten Vorteile der Fusion: „Aus zwei kleinen Banken wird eine größere und stärkere Bank, die die Nähe zu ihren Kunden behält“ und immer noch „klein, aber fein“ sei. Eines der Ziele der Fusion laut Heilker: eine akzeptable Größe zu erreichen für die Herausforderungen durch die lange Niedrigzinsphase, wachsende regulatorische Vorschriften und ein schwieriges Marktumfeld.

Jahresbericht der Volksbank Saerbeck für 2018

Den letzten eigenständigen Jahresbericht der Volksbank Saerbeck für 2018 präsentierte Interimsvorstand Ingo Schäfer. Er nannte die Geschäftsentwicklung „zufriedenstellend“. Die Bilanzsumme verringerte sich im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozent auf knapp 80 Millionen Euro. Die selbst ausgegebenen Kundenkredite sanken um 2,4 Prozent auf 59 Millionen Euro. In etwa gleicher Höhe von 1,5 Millionen Euro wuchs allerdings die Summe von Krediten, die an Verbundpartner wie die Bausparkasse vermittelt wurden (5,1 Millionen Euro). Insgesamt blieb das Kundenkreditgeschäft laut Schäfer hinter den Erwartungen zurück. Das Eigenkapital sei „auf einem guten Stand“ und größer als die gesetzlichen Anforderungen verlangen, sagte Schäfer. Die Niedrigzinspolitik in Europa, die globale Politik und die Konjunktur würden aber Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Bilanzgewinn stieg dennoch um 8000 auf 76 000 Euro. Beschlossen wurde eine Dividende von 5,5 Prozent, 24 800 Euro werden ausgeschüttet. Die Volksbank zahlte 38 000 Euro Gewerbesteuer an die Gemeinde.

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