Enerprax-Forschungsprojekt der FH im Bioenergiepark in Betrieb genommen
Minister Pinkwart schaltet auf smart

Saerbeck -

NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart hat das Enerprax-Forschungsprojekt in Betrieb genommen. Im Bioenergiepark testet die Fachhochschule, wie verschiedene Speicher- und Steuertechnologien zusammenwirken können, um erneuerbare Energie durchgängig und auch für Wärme und Mobilität zur Verfügung zu stellen. Die Klimakommune Saerbeck nannte Pinkwart den „absoluten Vorreiter“ bei der Energiewende.

Freitag, 05.07.2019, 19:00 Uhr
Schalten den jüngsten Energiespeicher zu (von rechts): NRW-Innovationsminister Pinkwart, Bürgermeister Wilfried Roos, Prof. Christof Wetter und Dr. Donald Wu, Batterieunternehmer aus Taiwan.
Schalten den jüngsten Energiespeicher zu (von rechts): NRW-Innovationsminister Pinkwart, Bürgermeister Wilfried Roos, Prof. Christof Wetter und Dr. Donald Wu, Batterieunternehmer aus Taiwan. Foto: Ulrich Gunka

Zur offiziellen Inbetriebnahme des Enerprax-Projekts im Bioenergiepark (BEP) drückte am Freitag Dr. Andreas Pinkwart (FDP), NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, auf den roten Knopf. Der war, anders als beim Start des Projekts 2016, dieses Mal nicht nur symbolisch. Der Minister klinkte damit einen Stromspeicher mit spezieller Technik aus Taiwan ins Netz.

Mit zwei Millionen Euro aus seinen EU-Regionalfördermitteln bezuschusst das Land NRW das Enerprax-Projekt der Fachhochschule Münster zusammen mit der Gelsenwasser AG, dem Gas- und Wärmeinstitut Essen (GWI), der Klimakommune Saerbeck und dem gemeindeeigenen Stromnetzbetreiber SaerVE. Unter der Leitung von Prof. Christof Wetter forschen 35 Mitarbeiter an Technologien zur Energiespeicherung und ihrer Verzahnung. Ziel ist, „Energie so zu speichern und bereitzustellen, wie wir sie brauchen“, auch wenn die Produktion aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne schwankt, erklärte Prof. Wetter. Ein Schwerpunkt von Enerprax: regenerativ erzeugten Strom auch für Wärme und Mobilität nutzbar machen, die Sektorenkopplung. Das Wetter-Team testet dafür auch smarte Steuerungstechnik für regionale Versorgung.

Minister Pinkwart bekam bei seinem Besuch das volle Klimakommunen-Programm geboten. Er nannte die Gemeinde anschließend „den absoluten Vorreiter für die Gestaltung der Energiewende“. Das Land NRW wolle „dezentrale Energielösungen massiv vorantreiben, um die Kohleverstromung im beabsichtigten Zeitrahmen einzustellen“, sagte Pinkwart. Saerbeck sei hier schon sehr weit, auch bei der Übertragbarkeit von Lösungen auf andere Kommunen. Außerdem sei das Dorf ein „Musterbeispiel“, wie man Naturschutz, Landwirtschaft und Bürger beim Klimaschutz zusammenbringen könne. Pinkwart sah „vielfältige Möglichkeiten für Vernetzung und Zusammenarbeit“ für das Enerprax-Projekt mit der jüngst Münster zugeschlagenen, 500 Millionen Euro schweren Batterieforschung.

Neben Henning Deters, Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG, zählte Dr. Donald Wu zu den Teilnehmern der Inbetriebnahme. Er ist Chef der Pihsiang Energy Technology in Taiwan und hatte der FH besondere Batterietechnik im Wert von 80 000 Euro gestiftet.

Prof. Wetter dankte der Landesregierung für „die Weitsicht und die Förderung von Zukunftstechnologien“. „Ich hoffe, das wir mit unseren Partnern in der Lage sind, am praktischen Beispiel nachhaltige und Sektoren koppelnde Energiesysteme zu entwickeln und ihre Zukunftsfähigkeit zu belegen“, sagte er.

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