Siebenteilige Veranstaltung von und mit Jörg Madlener
Ein Kunstereignis wird vorbereitet

Saerbeck -

Es wird jedenfalls, das darf man schon jetzt behaupten, ein außerordentliches Kunst- und Kulturereignis, das in diesen Tagen unter den mächtigen Waldbäumen des Landskronhofes vorbereitet wird.

Samstag, 03.08.2019, 10:22 Uhr aktualisiert: 04.08.2019, 13:42 Uhr
Jörg Madlener (vorne) und Alaa Nasser auf dem Landskronhof beim künstlerischen Frauentausch.
Jörg Madlener (vorne) und Alaa Nasser auf dem Landskronhof beim künstlerischen Frauentausch. Foto: Hans Lüttmann

Kunst und Krieg – wie passt das denn zusammen? Oder ist vielleicht die Frage schon viel zu naiv gestellt? Um darauf einleuchtende Antworten zu finden, gibt es weit und breit nur einen Ort: den Saerbecker Bioenergiepark.

Weil dort noch 58 Bunker stehen, schreiend-stumme, anklagende, mahnende Überbleibsel einer grauen, bleiernen, lebensbedrohlichen Zeit – seit fast zehn Jahren aber auch und vor allem der weltweit leuchtende Hort einer friedlichen, zukunftsweisenden, menschen- und umweltfreundlichen Technologie. Dorthin lädt der Maler, Philosoph und Menschenfreund Jörg Madlener jetzt Rezitatoren, Historiker und Schauspieler ein, um die Krisen der Welt mit Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen, Filmen, Musik und Diskussionsrunden – ja was? Zu erklären, verstehen, vielleicht sogar lösen? Es wird jedenfalls, das darf man schon jetzt behaupten, ein außerordentliches Kunst- und Kulturereignis, das in diesen Tagen unter den mächtigen Waldbäumen des Landskronhofes vorbereitet wird.

Madlener? Ja, genau, der war schon im vergangenen Jahr in Saerbeck, und schon damals wunderten sich die Leute, was ein weltweit gefeierter Künstler mit deutschen Wurzeln, belgischem Pass und Wohnsitz in New York in Saerbeck finden will. Zum einen sind´s Familienbande ins Münsterland, zum anderen und vor allem aber sind´s die Bunker: „Faszinierend, was Saerbeck da geschaffen hat, was für eine wundervolle Metamorphose vom Munitionslager zu einem Herzstück der naturnahen Energieerzeugung! Das“, sagt Jörg Madlener, „weiß man auch in den USA.“

Nun aber zur Kunst und der (Stand heute) siebenteiligen Veranstaltung, die auch im Rathaus und in der Bürgerscheune stattfinden wird: Los geht’s am 6. September im Rathaus mit einer Gemeinschaftsausstellung von Jörg Madlener („Sandstorm“) und Alla Nasser, ein junger Syrer, der auf seiner Flucht vor gut drei Jahren in Saerbeck gestrandet ist. Tags darauf steht eine Führung im Bunker an, wo weitere Kunstwerke gezeigt werden. Am 11. September (Nine-Eleven) läuft in der Bürgerscheune der Oscar-nominierte iranische Film „Children of Heaven“. Einen Tag später hält der Historiker Dr. Volker Jakob in der Scheune einen Vortrag über den Ersten Weltkrieg; umrahmt wird er von Installation des Wanderkinobetreibers Heinz Schulte. Der 27. September steht ganz im Zeichen von Literatur und Musik; da wird auch Paul Celan vom Band zu hören sein, der sein Gedicht „Corona“ vorträgt, aus dem Jörg Madlener auch den Titel der ganzen Veranstaltung genommen hat: „Es ist Zeit dass es Zeit wird“. Prof. Dr. Thomas Sandkühler trägt seine Gedanken zur Philosophie des Friedens vor, ehe ein Runder Tisch, eine Theaterperformance und eine Finissage das Programm beschließen (die vorläufigen Termine sind in der Infobox zu finden, die endgültigen Termine werden wir noch gesondert bekannt geben).

Bleibt noch zu erklären, was denn da im Landskron-Wald jetzt vor sich geht: Dort haben Jörg Madlener und Alaa Nasser ein Freiluft-Atelier eingerichtet und, nun ja, malen. Frauentausch, sozusagen: Der Syrer malt Sahar Falkowry, eine Schülerin des deutsch-amerikanischen Belgiers aus Abu Dhabi; und Jörg Madlener malt Sahar Zein Eddein, eine Ex-Freundin von Alaa Nasser. „Unsere Models“, sagen die beiden, „wir malen sie immer und immer wieder.“ Jetzt aber wird es Zeit, das schaffensfreudige Saerbeck-Projekt in den künstlerischen Stiel zu stoßen. Und nach der Saerbecker Finissage bleibt kaum noch Zeit, denn im Anschluss bereitet Jörg Madlener seine Ausstellung „Elegy for Syria“ vor, die in Worms und Brüssel gezeigt wird.

Das vorläufige Programm im Überblick

Vom 6. September bis 5. Oktober erwartet die Besucher Malerei, Musik, Dichtung, Film und Vorträge unter dem Titel „Es ist Zeit dass es Zeit wird“: Freitag, 6. September, 16 Uhr: Jörg Madlener, Sandstorm the first five days of the war 2003, Musikübertragung György Ligeti Lux Eterna, Bunker Bioenergiepark Freitag, 6. September, 18 Uhr: Alaa Nasser und Jörg Madlener Dialog, Rathaus Samstag, 7. September, 11 Uhr: Führung Dr. Olaf Mückain, Kurator, Bunker Bioenergiepark und Rathaus Donnerstag, 12. September, 19 Uhr: Vortrag Dr. Volker Jakob „Der erste Weltkrieg“ und Heinz Schulte Wanderkino Installation und Film, Bürgerscheune Samstag, 21. September, 19 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Hans Jörg Sandkühler „Philosophie des Friedens“, Bürgerscheune Freitag, 4. Oktober, 19 Uhr: Performance Pietà, Bunker Bioenergiepark Samstag, 5. Oktober, 16 Uhr: Lesung von Texten und Gedichten, Bunker Bioenergiepark; ab 18 Uhr Finissage

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