DTS – Diamant Technik Saerbeck
Jedes Loch ist anders

Saerbeck -

„Diamonds are a girl’s best friend“, gab einst Marilyn Monroe zum besten. Doch auch Handwerker wie Antonio Mercorella können ein Loblied auf die glitzernden Steinchen singen.

Dienstag, 06.08.2019, 10:00 Uhr
Antonio Mercorella zeigt beispielhaft einen 136 Millimeter-Bohrkopf, der mit elf Diamant-Segmenten bestückt ist.
Antonio Mercorella zeigt beispielhaft einen 136 Millimeter-Bohrkopf, der mit elf Diamant-Segmenten bestückt ist. Foto: Jan-Philipp Jenke

„Ohne Diamanten würde es nicht funktionieren“, sagt der Geschäftsführer von DTS – Diamant Technik Saerbeck. Er spricht vom Kernbohren, Wandsägen und Fugenschneiden. Da der Diamant das härteste Material der Welt ist, geht dieser durch Beton, Eisen, Granit und Asphalt, erklärt der Saerbecker Unternehmer.

Bei der Kernbohrung kommen Bohrköpfe zum Einsatz, die mit Diamanten besetzten Segmenten bestückt sind. Rund 15 Euro kostet ein solches Segment. „Es geht auch günstiger mit China-Ware, dann ist aber keine Qualität gewährleistet“, weiß Antonio Mercorella. Weniger Diamanten, längere Bohrzeit. Statt sieben bis zehn Minuten könne eine Bohrung durch die Betondecke schon mal zwei Stunden dauern.

An einem 136 Millimeter-Bohrkopf sind beispielsweise elf Segmente angebracht, die sich abarbeiten und regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Circa 700 Bohrköpfe in sämtlichen Längen und Größen lagern in der Werkshalle in Westladbergen, während die Geschäftsadresse Erasmus-Kösters-Straße 21 ist. In privaten Haushalten können Löcher für Deckenspots oder an der Hauswand für die Dunstabzugshaube gebohrt werden. In Bürogebäuden und Krankenhäusern Kabelschächte für die Elektrik und Spezialleitungen. In der Industrie große Bohrungen bis zu einen Meter Durchmesser für die Abluft.

Eine ebenfalls mit Diamanten bestückte Wandsäcke wird bei Durchbrüchen (bis zu 95 Zentimeter Tiefe) für Türen, Fenster und Decken eingesetzt, beim Abnehmen von alten, unsicheren Balkonen, beim Abschneiden von Betonpfeilern oder wenn ein ganzes Haus geteilt werden muss, da nur eine Haushälfte stehen bleiben soll. Kunden sind überwiegend Bauunternehmer. „Was im Weg ist und nicht in der Planung steht, schneiden wir ab“, lacht Antonio Mercorella. Die Einsatzorte sind im Umkreis von 30 bis 40 Kilometern von Saerbeck. DTS arbeitet mit einem Bauunternehmen aus Ibbenbüren zusammen, der für Lidl, Netto und Aldi Märkte baut. Da könne es auch schon mal weiter weg gehen.

Mit dem Fugenschneider werden Dehnungsfugen geschnitten, aber auch dünnere Durchbrüche bis 52 Zentimeter Tiefe. Wenn’s richtig dick wird, und nicht einmal mehr die Wandsäge durchkommt, greift Antonio Mercorella zur Seilsäge. „Das kann nicht jeder, dafür braucht man eine spezielle Ausbildung.“

Vor sieben Jahren ist Antonio Mercorella als Ein-Mann-Unternehmung gestartet. Zuvor war er 23 Jahre als Betontrenntechniker bei einem Betrieb in Münster tätig. DTS wächst langsam aber stetig. Seit 2016 eine GmbH arbeiten mittlerweile fünf Leute in der Firma – inklusive Frau Sabine Mercorella im Büro. Das Ziel von Antonio Mercorella ist es, in zwei bis drei Jahren sechs bis sieben Mitarbeiter zu beschäftigen. „Das Problem ist, zuverlässiges Personal zu finden. Schließlich handelt es sich um eine körperliche, nicht immer saubere Arbeit. Aber sie ist abwechslungsreich“, sagt er: „Jedes Loch ist anders.“ Und der 18-jährige Sohn, der derzeit eine Ausbildung zum Mechatroniker, macht, steht auch schon in den Startlöchern.

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