Studie beleuchtet Bevölkerung und Wohnungsmarkt
Saerbeck im Jahr 2035

Saerbeck -

Der Blick in die Glaskugel hat wenig Wissenschaftliches. Doch die Studie „Gut Wohnen im Münsterland“ des Pestel-Instituts zeichnet ein Bild Saerbecks im Jahr 2035 und stützt sich dabei auf statistische Daten.

Mittwoch, 07.08.2019, 09:55 Uhr aktualisiert: 07.08.2019, 10:01 Uhr
Ein Blick in die Glaskugel? Die wissenschaftliche Studie „Gut Wohnen im Münsterland“ des Pestel-Instituts zeichnet ein Bild Saerbecks im Jahr 2035.
Ein Blick in die Glaskugel? Die wissenschaftliche Studie „Gut Wohnen im Münsterland“ des Pestel-Instituts zeichnet ein Bild Saerbecks im Jahr 2035. Foto: Colourbox

Dabei schreiben die Macher klipp und klar, dass es sich nicht um eine Prognose oder Vorhersage der weiteren Entwicklung der Bevölkerung und des Wohnungsmarkts in der Klimakommune handelt, sondern um das Aufzeigen alternativer Entwicklungspfade.

Die Ausgangslage: Der Wohnungsmarkt in der Gemeinde Saerbeck ist leicht angespannt. Im Durchschnitt wurden seit 2011 sieben Wohnungen zu wenig gebaut, schreibt das Pestel-Institut in seiner Studie. Für den Kreis Steinfurt insgesamt ist von einer weiteren Einwohnerzunahme auszugehen. Angesichts der hohen wirtschaftlichen Dynamik in Saerbeck kann das Wohnungsangebot (Quantität und Preis) zunehmend zum limitierenden Faktor der Zuzüge werden. Mangels bezahlbaren Wohnraums können Zuzüge ausbleiben und so auch die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen, da aus der einheimischen Bevölkerung heraus die Zahl der Erwerbsfähigen sinkt.

Und jetzt der Zeitsprung ins Jahr 2035. Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Die Einwohnerzahl liegt je nach jährlichen Wanderungsgewinnen zwischen 7520 und 8320 Personen im Jahr 2035. Bei ausbleibender Zuwanderung läge die Einwohnerzahl im Jahr 2035 unter dem Niveau des Jahres 2017, weil sich der natürliche Saldo über den Gesamtzeitraum negativ entwickeln wird.

Der Anteil der Altersgruppe U 18 an der Gesamtbevölkerung steigt um die 20 Prozent. Die Altersgruppe der Erwerbsfähigen schrumpft je nach jährlichen Wanderungsgewinnen auf unter 4500 beziehungsweise unter 4300; in einem Szenario liegt die Zahl auf dem Niveau von 2017 (knapp über 4500). Der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung steigt bis 2035 von 16 Prozent im Jahr 2017 auf minimal 26,1 Prozent und maximal 29,3 Prozent.

Die Zunahme der Zahl der Haushalte ist abhängig von der Bevölkerungsentwicklung und dem künftigen Ausmaß der Haushaltsverkleinerung. Diese Singularisierung hängt vor allem von der Entwicklung von Einkommen und Wohnkosten ab. Die Spanne der Haushaltsentwicklung reicht von plus 8,6 Prozent bis plus 39,4 Prozent.

Für den Zeitraum von 2018 bis 2035 ergibt sich ein zusätzlicher Neubaubedarf von 18 bis 66 Wohnungen jährlich. Die durchschnittliche Bautätigkeit der vergangenen 20 Jahre lag bei 56 Wohnungen pro Jahr.

Trotz der wachsenden Bedeutung des Geschosswohnungsbaus in einer alternden Gesellschaft hat auch der Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern angesichts der Wertschätzung dieser Gebäudeart seitens der Bevölkerung seinen Platz bei den künftigen Neubauaktivitäten in der Gemeinde Saerbeck. Im Mittel sollten in Saerbeck zehn Ein- und Zweifamilienhäuser pro Jahr im Neubau vermarktbar sein (1997 bis 2017: 35 Ein- und Zweifamilienhäusern pro Jahr).

Darüber hinaus hat die Analyse gezeigt, dass bereits heute ein ungedeckter Bedarf an kleinen, barrierearmen Wohnungen und an Mietwohnungen im unteren Preissegment vorhanden ist. Soll die Hälfte der armutsgefährdeten Haushalte (120) mit Sozialwohnungen versorgt werden, dann müssen in Saerbeck 49 Sozialwohnungen gebaut werden. Dies sind 4,1 Prozent des Bedarfs bis 2035.

Die Verfügbarkeit von Wohnungen für Haushalte, die sich nicht selbst am Markt versorgen können, wird somit ein wichtiges Thema in der Gemeinde Saerbeck bleiben. Sowohl die Versorgung dieser Haushalte mit Wohnraum wie auch die Schaffung von Angeboten im so genannten Bereich des bezahlbaren Wohnens gehört zu den großen Herausforderungen der Kommunalpolitik in Saerbeck, schreibt das Pestel-Institut abschließend.

Die Studie

Die Studie „Gut Wohnen im Münsterland – eine Macher-Region mit enormem Potential“ wurde vom Pestel-Institut in Hannover erarbeitet. Auftraggeber waren die WohnBau Unternehmensgruppe, die Sparkasse Westmünsterland und die Kreissparkasse Steinfurt.

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