Schülerinnen aus Ferrieres lassen sich vom Jubiläums-Bus mitnehmen nach Saerbeck
„Ich wollte Mia mal wiedersehen“

Saerbeck -

Es war ein bisschen wie per Anhalter mitfahren. Am Ende der Feiern zum Partnerschaftsjubiläum in Ferrieres setzten sich zwei französische Schülerinnen in den Bus des Partnerschaftsvereins und ließen sich nach Saerbeck kutschieren. Sie besuchten eine Freundin, die vergangenes Jahr bei einer der Familien zu Gast war. Eine freiwillige Schüllerbegegnung, sozusagen, mit wenig Unterrichtsbesuch und viel Freizeitprogramm.

Mittwoch, 04.09.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 16:36 Uhr
Mia Lindenblatt (Mitte) mit Penelope und Solene (von rechts) aus Ferrieres auf der einen sowie Maarten Willenbrink und Cornelia Kiefhaber auf der anderen Seite. Dahinter Ausstellungstafeln zur europäischen Geschichte, die das französische College für die Jubiläumsfeier der Gemeindepartnerschaft gestaltet hat.
Mia Lindenblatt (Mitte) mit Penelope und Solene (von rechts) aus Ferrieres auf der einen sowie Maarten Willenbrink und Cornelia Kiefhaber auf der anderen Seite. Dahinter Ausstellungstafeln zur europäischen Geschichte, die das französische College für die Jubiläumsfeier der Gemeindepartnerschaft gestaltet hat. Foto: Alfred Riese

Das 25-jährige Jubiläum der Gemeindepartnerschaft war im offiziellen Teil in Ferrieres eher eine Festveranstaltung der Älteren, der Mitbegründer, Repräsentanten und langjährigen Begleiter. Einen der Busse, mit dem die Festgäste aus Saerbeck in Ferrieres waren, konnten allerdings zwei Mädchen gut gebrauchen. Zur Abfahrt setzten sich Penelope Dupont (16 Jahre) und Solene Lepecq (zwölf) hinein und ließen sich nach Saerbeck fahren. Der Partnerschaftsverein nahm sie gerne mit.

„Ich wollte Mia mal wiedersehen“, gab Penelope als Grund für Tour quasi Huckepack im Jubiläums-Bus an. Ihr Ziel war Mia Lindenblatt. Die MKG-Abiturientin war bei ihrem Betriebspraktikum in Ferrieres im Oktober 2018 zu Gast beim Familie Dupont und freundete sich dort mit der Tochter Penelope an. Beide vereinbarten ein Wiedersehen in Saerbeck. Die Chance, im Bus mitzufahren, nutzte auch Penelopes Freundin Solene, mit der Mia im Deutschunterricht am College P.A. Renoir in Kontakt gekommen war.

Super nette Eltern und Geschwister.

Penelope und Solene loben ihre Gastgeber-Familien

Die Woche in Saerbeck bestand für die beiden Mädchen aus Ferrieres nur zur Hälfte aus Schultagen. Ihre Gastgeber-Familie Lindenblatt zeigte ihnen unter anderem Mias Geburtsstadt Wuppertal, inklusive Schwebebahnfahrt, shoppen und – noch besser – dem Haribo-Werksverkauf. Bereits bei den Jubiläumsfeiern in Ferrieres lernten Penelope und Solene Familie Knapheide und deren Tochter Saphia kennen. Mit ihnen ging es nach Ibbenbüren und ins Nette-Bad. Eigentlich ein komplettes Schüleraustausch-Programm – nur mit weniger Unterrichtsstunden, in die Mia und Saphia ihre Gäste mitnehmen konnten. „Super nette Eltern und Geschwister“, bescheinigen die beiden Französinnen ihren Gastgebern.

Bemerkenswert bei diesen Besuch: Penelope und Solene lernen an ihren Schulen gar kein Deutsch. Der Wunsch, nach Saerbeck zu kommen, entspringt dem persönlichen Kontakt in der Gastfamilie Dupont, die schon 2017 eine Betriebspraktikantin der MKG beherbergte. Kira Bönisch hatte sich schon Jahre zuvor beim Schüleraustausch mit Penelopes älterer Schwester Pauleen angefreundet.

Mia Lindenblatt lernte Französisch im MKG-Unterricht, in ihrer Familie wird auch Englisch gesprochen. Die beiden Französinnen stehen mit ihrem Deutsch eher am Start. Aber „am Ende haben wir uns immer verstanden“, berichtete Mia. Oder wie Cornelia Kiefhaber, Lehrerin an der MKG und Organisatorin der Schülerbegegnungen, sagte: „Herzlichkeit ist alles.“

Anlässlich des Besuchs aus Ferrieres bekräftigte Maarten Willenbrink, kommissarischer Leiter der MKG, die Einladung in Richtung der Partnergemeinde und der dortigen Schule: „Wir würden uns freuen, wenn Schülerinnen und Schüler aus Ferrieres und Saerbeck sich weiter begegnen können. Wir nehmen die Gäste gerne an unserer Schule auf.“ Tatsächlich stockt der Schüleraustausch im engeren Sinne seit einiger Zeit. „Wir wollen das gerne wieder erweitern bis hin zu ganzen Klassen, um vielen die Begegnung zwischen Gleichaltrigen, den Kontakt mit Sprache und Kultur der Anderen, zu ermöglichen“, sagte Willenbrink und setzte dabei auf das weitere Engagement der Lehrerin Cornelia Kiefhaber, die sich vielen Jahren stark für dieses Thema einsetzt. Früchte dieser Arbeit sind auch diese persönlichen Freundschaften junger Leute wie Penelope und Mia, die von alleine weiter laufen, ohne Verein und Austausch.

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