Weiteres Projekt in Indien
Suppenküche gegen Kastengrenzen

Saerbeck -

Beim „Sommerurlaub“ in seiner indischen Heimatregion hat Ramesh Chopparapu, Pfarrer in St. Georg, neben vielen anderen Hilfsprojekten auch eine Suppenküche eröffnet, die helfen soll, das strenge Kastenwesen aufzulösen. Auf dem Rückflug bringt er viel Dank an die Spender aus Saerbeck mit.

Freitag, 13.09.2019, 19:00 Uhr
Pfarrer Ramesh Chopparapu inmitten der neu eröffneten Suppenküche. Sie soll das Kastendenken in Indien überwinden und wird nun durch Ordensfrauen betreut.
Pfarrer Ramesh Chopparapu inmitten der neu eröffneten Suppenküche. Sie soll das Kastendenken in Indien überwinden und wird nun durch Ordensfrauen betreut. Foto: privat

Zusammen an einem Tisch essen, unabhängig davon aus welcher Kaste man stammt: Bei der Eröffnung der Suppenküche durch Pfarrer Ramesh Chopparapu in Siddayapalem in Indien wurde das möglich. „Es gab noch nie eine Zeit, wo Menschen aus unterschiedlichen Kasten an einem Tisch gegessen haben. Durch die Suppenküche versuchen wir, Kasten zu überwinden“, berichtet Ramesh Chopparapu. Er stammt aus Indien, arbeitet als Pfarrer in St. Georg in Saerbeck und ist im Sommer regelmäßig sozusagen auf Heimaturlaub.

Als Kaste bezeichnet man in Indien eine Gruppe, in die ein Mensch mit seiner Geburt automatisch zugewiesen wird. Es ist in der Regel nicht möglich, seine Kaste im Laufe des Lebens zu wechseln. Im indischen Alltag – besonders in ländlichen Regionen – spielt das Kastensystem eine sehr große Rolle. So ist es beispielsweise nahezu untersagt, jemanden aus einer höheren oder niedrigeren Kaste zu heiraten.

Es existieren in der indischen Gesellschaft fünf Kasten, wobei die fünfte Kaste auch als die Kaste der „Unberührbaren“ bezeichnet wird. Diese müssen vielfach in abgetrennten Wohngebieten leben und genießen in ihrem Land – wenn auch nur inoffiziell – kein Ansehen. Meistens handelt es sich um Wäscher, Friseure oder Müllbeseitiger, die in Armut leben.

Die neu eröffnete Suppenküche im ländlich geprägten Siddayapalem soll dieses Kastensystem also überwinden, beziehungsweise „das Denken der Menschen hier verändern“, wie Ramesh Chopparapu sein Vorhaben beschreibt. Bereits zu Beginn haben sich Menschen aus verschiedenen Kasten zur Suppenküche angemeldet. Diese wird mittlerweile von Ordensfrauen betreut.

Vor der Eröffnung der Suppenküche war es nötig, eine Wasserversorgung zu dem alten Gebäude zu legen. Dafür mussten Grabungen durchgeführt werden. Ramesh Chopparapu ließ noch aus Indien herzliche Grüße und viel Dank an Saerbeck und die gebefreudigen Spender dort ausrichten. Vor einigen Tagen machte er sich auf die Rückreise.

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