Autokorso auf der Autobahn: Grevener verliert den Führerschein
Die Polizei wartet vergebens

Saerbeck/Greven -

In Luft löste sich ein Autokorso auf, der am Samstag auf der A1 für Ärger sorgte. Die Polizei wartete vergeblich in Saerbeck, wo eine Hochzeit stattfand.

Sonntag, 15.09.2019, 12:54 Uhr aktualisiert: 15.09.2019, 13:39 Uhr
Polizeibeamte warteten am Brochterbecker Damm in Saerbeck auf den Autokorso – aber der hatte sich offenbar in Luft aufgelöst.
Polizeibeamte warteten am Brochterbecker Damm in Saerbeck auf den Autokorso – aber der hatte sich offenbar in Luft aufgelöst. Foto: Jens Keblat

Ungewöhnlicher Polizeieinsatz: Beamte stellten gegen 16.20 Uhr bei einem Teilnehmer eines Hochzeitskorsos auf der Autobahn 1 den Führerschein sicher.

Was vorher geschag: Ein Autofahrer war auf der Autobahn Richtung Bremen unterwegs. Bei Münster überholten ihn vier bis fünf in einer Kolonne fahrende Wagen und verringerten teilweise abrupt ihre Geschwindigkeit.

Um einen Zusammenstoß zu verhindern, musste er sein Auto stark abbremsen. Die Autofahrer wechselten auf allen Fahrstreifen wild hin und her und überholten dabei auch einige Fahrzeuge rechts, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Gefährdung des Straßenverkehrs 

Ermittlungen über ein abgelesenes Kennzeichen führten die Beamten zu einem Fahrer aus Greven. Der 39-Jährige gab zu, an der Hochzeitsfeierlichkeit auf der Autobahn beteiligt gewesen zu sein. Die Polizisten stellten vor Ort den Führerschein des Mannes sicher. Ihn erwartet eine Strafanzeige wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs durch grob verkehrswidriges und rücksichtslosen Fahrens.

In Saerbeck sorgte der Einsatz für Aufregung. Am Brochterbecker Damm waren mehrere Streifenwagen angerückt und auch ein Polizeihubschrauber kreiste über der Gemeinde. Denn Ursprung dieses Einsatzes war jener Autokorso, auf der A1.

Öfter riskante Vorfälle

Immer häufiger ist die Polizei landesweit wegen solcher nicht selten hochriskanter Vorfälle, bei denen vor allem Hochzeitsgäste mit vielen Fahrzeugen in Kolonne ganze Straßenzüge und eben auch Autobahnabschnitte in Beschlag nehmen und anhalten, um Gruppenfotos zu schießen, Fahnen zu schwenken und mitunter auch Schreckschusspistolen und Pyrotechnik abfeuern, landesweit im Einsatz.

Doch am Samstag war die Polizei im Kampf gegen diesen gefährlichen Trend zunächst nicht oben auf: Der Autokorso habe die Autobahn vor dem Aufschließen durch die Polizei verlassen, erklärte ein Sprecher vor Ort.

Durch das Zurückbleiben eines Pannenfahrzeugs auf der Autobahn, das ursprünglich zu der Kolonne gehörte, sei zu jedoch erfahren gewesen, dass man auf dem Weg nach Saerbeck gewesen sei.

Kein Freifahrtschein für Hochzeitstrend

Weil zu diesem Zeitpunkt tatsächlich dazu Feierlichkeiten in Hövels Festhalle veranstaltet wurden, entschied sich die zuständige Polizeiführung in Münster dazu, den Sack zuzumachen – und schickte zahlreiche verfügbare Einsatzmittel nach Saerbeck.

Doch auch da stellte sich für die Beamten zunächst kein Einsatzerfolg ein, die Polizisten warteten längere Zeit vergebens auf das Eintreffen eines Autokorsos. Was bleibt ist der Eindruck, den die Beamten hinterlassen haben: Sie haben deutlich gemacht, dass es für diesen Hochzeitstrend keinen Freifahrtschein gibt.

Weitere Vorfälle in NRW: Schüsse bei Hochzeitsfeiern

Nach Schüssen bei Hochzeitsfeierlichkeiten in Steinheim, Bochum und Herne hat die Polizei Schreckschusswaffen und Munition sichergestellt. Bei dem Vorfall in Steinheim im Kreis Höxter sprach die Polizei von „massiven Schussabgaben“. Den Beamten liege eine Aufnahme vor, die die Szenerie am Samstagnachmittag zeige, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Auf dem Video, dass die „Bild“-Zeitung online veröffentlicht hat, feuern mehrere Männer auf einer Straße in die Luft.

Bei der türkischen Feier habe es sich offenbar um die Abholung des Bräutigams gehandelt, erklärte die Polizei. Vor Ort seien zwei Personen ermittelt worden, die zuvor dort Schüsse abgegeben haben sollen. In einem Auto fanden die Ermittler vier Schreckschusspistolen und Munition. Gegen die Personen seien Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten erstattet worden.

In Bochum kontrollierte die Polizei nach Schüssen am Samstagnachmittag drei Autos, die augenscheinlich zu einer türkischen Hochzeitsgesellschaft gehört hätten. Im Wagen eines 22-Jährigen fanden die Beamten zwei leere Patronen und eine Schreckschusspistole.

Auch in Herne stoppte die Polizei im Rahmen einer Fahndung vier Autos. Bei der Durchsuchung entdeckten die Beamten im Wagen eines 21-Jährigen verschossene Munition.

In beiden Fällen hätten Zeugen die Schüsse gehört und den Notruf gewählt, teilten die Beamten mit. Die Ermittlungen gingen weiter. Die Polizei appellierte: „Die täuschend echt wirkenden Waffen und deren Schussgeräusche machen den Menschen zudem Angst.“

(von dpa)

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