Baubeginn für das Glasfasernetz erst 2022 / Heute Ratssitzung
Außenbereiche müssen warten

Saerbeck -

„Und die Jahre ziehen ins Land“, diese Liedzeile der „Toten Hosen“ möchte man summen, wenn es um den Breitbandausbau für Internetanschlüsse in Saerbeck geht. Was den Außenbereich betrifft, steht man weiterhin eher auf dem Schlauch als auf einem Glasfaserkabel.

Donnerstag, 05.12.2019, 11:30 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 11:40 Uhr
Mit der Fertigstellung des Glasfasernetzes im Außenbereich ist bis November 2023 zu rechnen.
Mit der Fertigstellung des Glasfasernetzes im Außenbereich ist bis November 2023 zu rechnen. Foto: Dietmar Jeschke

Das zeigte einmal mehr das, was der Planungsausschuss in der vergangenen Woche zur Kenntnis nehmen musste und was am heutigen Donnerstagabend in der Ratssitzung wohl auch nicht besser aussehen wird (18 Uhr, Rathaus).

Höfe und Häuser außerhalb der Ortsschilder dürfen mit einem Baubeginn für das Glasfasernetz im Jahr 2022 und Fertigstellung bis November 2023 rechnen. Das berichtete der zukünftige Leiter des Bauamts, Andreas Bennemann, im Planungsausschuss. Eine konkrete Terminplanung gebe es noch nicht. Das Unternehmen Deutsche Glasfaser, das den Auftrag vor einem Jahr bekommen hat, habe angekündigt, dass der Breitbandausbau im Außenbereich im gesamten Kreis Steinfurt in vier Jahren fertiggestellt sei. Die Deutsche Glasfaser soll die mit hohen Summen von Land und Bund geförderten Arbeiten in Saerbeck und vier weiteren Kommunen im Kreis als Paket erledigen. Der erste gemeinsame Förderantrag für das komplizierte Zuschussverfahren datiert auf September 2016. Laut Verwaltungsvorlage für den Planungsausschuss wurde das laufende Jahr bisher gebraucht für die Feinplanung und die endgültigen Förderbescheide, die seit Oktober vorliegen.

Der „späte Baubeginn“ in Saerbeck sei von der Deutschen Glasfaser festgelegt, berichtete Bennemann. Das Unternehmen habe fehlende Kapazitäten im Tiefbau wegen des flächendeckend laufenden Glasfaserausbaus als Grund angeführt.

„Das ist für den Außenbereich ein Unding“, beschwerte sich Hubert Geisemann (CDU). „Die Menschen, die jetzt auf dem Land leben, müssen weiter trommeln“, schilderte er die Probleme, die aus den zu geringen Bandbreiten entstehen. Er kritisierte zudem fehlende Transparenz während des Verfahrens: „Wenn die Landwirte das vorher gewusst hätten, hätten sie selbst etwas organisieren können“, sagte Geisemann und meinte: Die Kabel selbst verlegen. Beispiele dafür gebe es. Er wolle bei den Bauern nachfragen, aber durch eine solche Eigeninitiative die Förderung in Millionenhöhe nicht gefährden.

„Wenn es diese Bereitschaft gibt, können wir das bei der Deutschen Glasfaser anmelden und hoffen, dass die Arbeiten in Saerbeck zeitlich nach vorne rücken, weil ihr Auftragsvolumen dadurch sinkt“, erklärte Bürgermeister Wilfried Roos. Andreas Bennemann sagte zu, diese Möglichkeit bis zur heutigen Ratssitzung bei der Deutschen Glasfaser anzusprechen.

Erste Verwaltungsvorlagen zum Thema Breitband im Außenbereich datieren aus dem Jahr 2012. Der datenintensive TV-Streamingdienst Netflix startete sein Angebot in Deutschland zwei Jahre später. Auch für den Ausbau des Glasfasernetzes im besiedelten Bereich hat die Deutsche Glasfaser im März 2019 ihren Hut in den Ring geworfen.

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