Umsonst und unkompliziert: E-Auto-Verleih stößt dennoch auf äußerst geringes Interesse
Eine Runde gefällig?

Saerbeck -

Ein bisschen ist es wie Autoscooter-Fahren, die schnelle Beschleunigung, die Wendigkeit. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum die Fahrt mit dem Elektro-Auto der Gemeindeverwaltung eine reine Freude ist. Zu hören sind nichts als Rollgeräusche. Und das Automatikgetriebe sorgt für ein bequemes Dahinrollen.

Mittwoch, 08.01.2020, 16:22 Uhr
Sind überrascht über das geringe Interesse an dem Verleih-Angebot der Gemeinde: Peter Engler vom Förderverein Klimakommune und Amtsleiter Jürgen Hölscher. Der Renault Zoe steht noch bis Ende Oktober zur Ausleihe am Wochenende bereit.
Sind überrascht über das geringe Interesse an dem Verleih-Angebot der Gemeinde: Peter Engler vom Förderverein Klimakommune und Amtsleiter Jürgen Hölscher. Der Renault Zoe steht noch bis Ende Oktober zur Ausleihe am Wochenende bereit. Foto: Katja Niemeyer

Ein Fahrvergnügen, das jeder Saerbecker über 23, der im Besitz eines gültigen Führerscheins ist, erleben könnte. Denn die Verwaltung verleiht das Fahrzeug am Wochenende – umsonst und unkompliziert (wir berichteten). Umso überraschender ist es, dass die Resonanz auf das Angebot gegen null geht.

Wie Hauptamtsleiter Jürgen Hölscher berichtet, hat es bislang lediglich zwei Anfragen gegeben. Auch Peter Engler vom Förderverein Klimakommune zeigt sich überrascht über die geringe Nachfrage nach dem Verleih-Angebot, das seit Anfang Dezember besteht. Der Grund für das geringe Interesse? Hölscher und Engler ziehen die Schultern hoch. Das hatten sie nicht erwartet.

An den Mietmodalitäten kann es jedenfalls nicht liegen. Die sind denkbar einfach: Ein Nutzerantrag kann im Internet auf www.saerbeck.de heruntergeladen und anschließend ausgefüllt werden. Benötigt werden außerdem Kopien vom Führerschein und vom Personalausweis. Dann kann die Fahrt auch schon fast losgehen. Verliehen wird der Renault Zoe jeweils für ein ganzes Wochenende, in der Regel von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag. Der Förderverein hat extra vier Freiwillige abgestellt, die die Autoschlüssel aushändigen und das Fahrzeug auch wieder entgegennehmen. „Für die Organisation und Terminsuche benötigen wir ungefähr 14 Tage Vorlaufzeit“, erläutert Peter Engler. Die Nutzer können den Pkw zudem an einer der Ladesäulen vorm Rathaus auftanken, ebenfalls kostenlos. Einzige Einschränkung: Mehr als 400 Kilometer sollten mit dem weißen Kleinwagen während eines Wochenendes nicht zurückgelegt werden.

Die Idee, das Dienstfahrzeug der Verwaltung am Wochenende, wenn es ohnehin nur auf dem Parkplatz steht, als Testauto zur Verfügung zu stellen, hatte der Förderverein vor knapp einem Jahr. Aus Versicherungsgründen und um die Gemeinnützigkeit des Vereins nicht zu gefährden, sollten anfangs nur Gemeindebedienstete, Ratsmitglieder und Mitglieder des Fördervereins in den Genuss kommen. Die Einschränkung war aber bald vom Tisch.

Ziel der Aktion ist es, Autofahrer auf den Geschmack zu bringen. „Es geht darum, die E-Mobilität zu fördern“, sagt Amtsleiter Hölscher und betont gleichzeitig, dass die Gemeinde mit dem Angebot freilich nicht in Konkurrenz treten will zu einem professionellen Mietwagen-Verleihbetrieb.

Noch bis Ende Oktober besteht für Saerbecker die Möglichkeit, mit dem E-Auto der Gemeinde Besorgungsfahrten und Ausflüge zu unternehmen. Dass sich aus dem Projekt, wie ursprünglich angedacht, ein Car-Sharing-Angebot entwickelt, hält Hölscher nach aktuellem Stand für unwahrscheinlich. „Das ist Zukunftsmusik“, sagt der Amtsleiter ernüchtert angesichts des bislang geringen Interesses.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7178948?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker