Vorstand der Kolpingsfamilie vor großen Veränderungen
Für jeden Posten ein Team?

Saerbeck -

Seit 33 Jahren ist er Vorsitzender der Kolpingsfamilie Saerbeck, noch viel länger, nämlich fast 50 Jahre gehört er dem Verein an: Alfons Bücker hat in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Kolpingsfamilie zu einer großen Bildungseinrichtung mit jährlich rund 2000 Kurs-Stunden herangewachsen ist. 65 Jahre alt ist er mittlerweile. Wohl auch deshalb denkt er seit einiger Zeit ans Aufhören.

Freitag, 17.01.2020, 22:00 Uhr
Alfons Bücker ist seit 33 Jahren Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Nun denkt er ans Aufhören und arbeitet fleißig an einer Nachfolgeregelung für sich und andere Vorstandsmitglieder.
Alfons Bücker ist seit 33 Jahren Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Nun denkt er ans Aufhören und arbeitet fleißig an einer Nachfolgeregelung für sich und andere Vorstandsmitglieder. Foto: Monika Gerharz

„Es kann ganz gut sein, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen“, sagt der Vorsitzende und wirkt dabei so, als ob er es selbst noch nicht glauben kann, dass er demnächst nicht mehr die Zügel in der Hand hat. Bei der Generalversammlung Ende März, wenn turnusgemäß Wahlen anstehen, will er zwar noch einmal antreten, allerdings mit der klaren Ansage, dass innerhalb des kommenden Jahres ein Nachfolger gefunden werden muss.

Das gilt aber nicht nur für ihn. Auch die übrigen insgesamt sieben Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands – darunter vier stellvertretende Vorsitzende – wollen ihr ehrenamtliches Amt in naher Zukunft zur Verfügung stellen. Die ersten zwei Veränderungen, erklärt Bücker, stünden bereits bei der Generalversammlung Ende März an. Dann wird Melanie Weiligmann – seit 17 Jahren Kassiererin der Kolpingsfamilie – nicht mehr zur Wahl stehen. Und Harald Westbeld, seit Langem zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und außerdem Schriftführer, will kürzer treten. Sein Amt wird zweigeteilt: Der Kolpingsfamilien-Vorsitzende kündigt an, dass Westbeld die Öffentlichkeitsarbeit auch weiterhin erledigen würde, als Schriftführer aber nicht mehr kandidieren wolle.

Bücker wäre nicht Bücker, wenn er sich nicht darüber hinaus Gedanken für die Zeit nach seiner aktiven Phase bei der Kolpingsfamilie gemacht hätte. Namen nennt er zwar nicht öffentlich, allerdings könne er sich eine Reihe von engagierten Mitgliedern vorstellen, die möglicherweise in seine Fußstapfen und die seiner Vorstandskollegen treten könnten. Wer am Ende des Entscheidungsprozesses auf der Liste steht, darüber werde der Vorstand natürlich gemeinsam befinden, betont Bücker.

Weil die ehrenamtliche Leitung eines großen Vereins wie die 800 Mitglieder zählende Kolpingsfamilie kein Pappenstiel ist, denkt der Vorsitzende über „Teamlösungen“ nach. „Das steht derzeit zur Diskussion“, sagt er. „Alles ist aber noch offen.“

Von dem Jugendzentrum JuZe hat sich der Verein bekanntlich bereits getrennt. Als Grund nannte er, dass diese Aufgabe ehrenamtlich nicht mehr zu leisten sei. Seit Anfang des Jahres ist nunmehr die Gemeinde Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Bücker sagt, dass er praktisch täglich, wenn auch manchmal nur gedanklich, in irgendeiner Form mit Vereinsarbeit beschäftigt ist. Sein Aufgabenfeld reicht von Finanzen bis Datenschutz. Wenn er feststellt, „dass ein guter Chef nichts macht und nur zusieht, dass alles läuft“, dann tut er dies mit einem Augenzwinkern. Keine Frage. Schwer vorstellbar, dass der frühere Chef der Volkshochschule Greven/Emsdetten/Saerbeck die Hände in den Schoß legt. Wenn er im März 2021 sein Amt abgibt, dann sind das für ihn „große Umwälzungen“, aber nicht Ruhestand. Sieben Monate später geht übrigens seine Frau Kornelia in Rente, die kürzlich, wie berichtet, ihr 25-jähriges Dienstjubiläum als hauptamtliche Mitarbeiterin des Kolping-Bildungswerks gefeiert hat.

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