Aufruf von Gemeinde, Kolping-Karneval und Caritas zum Karneval
„Tanzen ist schöner als Torkeln“

Saerbeck -

Feiern klappt auch mit wenig oder ganz ohne Alkohol. Das finden der Kolping-Karneval, das Ordnungsamt und die Suchtberatung der Caritas. Unter dem Motto „Tanzen ist schöner als Torkeln“ appellieren sie beim Umzug am Samstag insbesondere an Erwachsene, ihrer Verantwortung und Vorbildfunktion nachzukommen und keinen Alkohol in junge Hände zu geben. Kontrolliert wird auch.

Dienstag, 18.02.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 16:38 Uhr
Zu Tanzen statt Torkeln und Erwachsenen als Vorbilder für Jugendliche rufen vor dem Karnevalsumzug und der Party danach auf (von links): Ines Heilemann vom Ordnungsamt, Tobias Liesenkötter vom Kolping-Karneval und Victoria Pieper von der Suchtberatung der Caritas, hier an der Umzugsstrecke Emsdettener Straße.
Zu Tanzen statt Torkeln und Erwachsenen als Vorbilder für Jugendliche rufen vor dem Karnevalsumzug und der Party danach auf (von links): Ines Heilemann vom Ordnungsamt, Tobias Liesenkötter vom Kolping-Karneval und Victoria Pieper von der Suchtberatung der Caritas, hier an der Umzugsstrecke Emsdettener Straße. Foto: Alfred Riese

Tobias Liesenkötter, Co-Präsident des Kolping-Karnevals und beim Umzug am Samstag ganz vorne mit dabei, will mit gutem Beispiel vorangehen. „Lieber schwindlig tanzen als besoffen auf dem Boden herumkriechen – das werde ich vorleben“, erklärte der Karnevalist am Montag bei einem Pressegespräch mit dem Ordnungsamt und der Drogen- und Suchtberatung der Caritas. Alle drei wollen am Samstag mit Plakaten an den Wagen in erster Linie Erwachsene aufrufen, Jugendlichen ein Beispiel zu geben, dass Feiern auch mit wenig oder ganz ohne Alkohol geht. „Tanzen ist schöner als Torkeln“ heißt das Motto.

„Oft sind Erwachsene dafür verantwortlich, wenn Jugendliche Zugang zu Alkohol bekommen“, erklärte Victoria Pieper von der Drogen- und Suchtberatung des Caritasverbands Emsdetten-Greven. Mit der Plakataktion auf Initiative der Caritas wolle man auf das Thema Jugendschutz aufmerksam machen. Dabei möchte Victoria Pieper keine Spaßbremse sein. „Karneval ist eine gute Sache und Feiern soll auf jeden Fall sein“, fand sie, „aber man sollte daran denken, dass die Sache nicht kippt“. Ihrer Erfahrung nach bleibe Alkohol mit eines der interessantesten Themen für Jugendliche – gerade im Karneval, wenn viele auf der Straße trinken. „In Maßen und nicht ausufernd“, das würde sich die Suchtberaterin auch von Erwachsenen beim Alkoholkonsum wünschen.

Die Gemeindeverwaltung und die Polizei waren in den vergangenen Jahren auch ohne Plakataktion nicht untätig in Sachen Karneval. Beim Thema Jugendliche und Alkohol habe man allerdings „keine bedeutenden Anlässe“ zum Einschreiten gehabt, berichtete Ines Heilemann, Leiterin des Ordnungsamts. Dennoch findet sie die Plakatkampagne gut: „Erwachsene sollen wachgerüttelt werden, damit sie keinen Alkohol an Jugendlichen abgeben“, sagte sie. Es nutze nichts, wenn man 16-Jährigen den Schnaps wegnehme und Eltern sie sofort danach neu versorgen.

Die deutlichste Grenze zieht das Jugendschutzgesetz, erklärte Ines Heilemann. Erst ab 16 Jahren sind Bier, Sekt oder Wein erlaubt. Alles, was mehr Prozente hat, bleibt bis 18 Jahre verboten, auch gemischt zum Beispiel als Cola-Korn. Und auch, wenn man älter als 16 oder 18 Jahre ist, könne man Spaß haben, ohne sich zu betrinken.

Während und außerhalb der Karnevalszeit ist die Drogen- und Suchtberatung des Caritasverbands erreichbar unter Tel. 0 25 72/ 1 57 28. Zusätzlich gibt es die Onlineberatung.

 

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