Entlaufene Hündin: Narkotisierungsversuch gescheitert
Nino-Chefin: „Schwieriger als gedacht“

Saerbeck -

Die Suche nach der entlaufenen Hündin erweist sich schwieriger als gedacht. Seit rund 80 Tagen sind die Freiwilligen der Hundehilfe Nino im Einsatz. Zuletzt wurde versucht, das Tier mit einem Gewehrschuss zu narkotisieren. Ohne Erfolg. Es taumelte kurz und lief dann unverdrossen weiter.

Freitag, 06.03.2020, 06:29 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 16:16 Uhr
Die Hündin war schon einmal gefangen worden, dann aber wieder ausgebüxt.
Die Hündin war schon einmal gefangen worden, dann aber wieder ausgebüxt.

Seit ungefähr 80 Tagen streunt eine entlaufene Hündin nunmehr durch die Klimakommune Saerbeck. Alle Versuche, sie einzufangen, scheiterten bislang. Die Freiwilligen der Hundehilfe Nino geben ihr Bestes. Deren Vorsitzende Silvia Brewe scheint unermüdlich im Einsatz zu sein, nur nicht zu nächtlicher Stunde. „Gott sei Dank“, stellt Brewe erleichtert fest, „habe ich derzeit keine Nachtschichten“. Im Januar war sie mehrmals in der Gemeinde unterwegs, während die Saerbecker tief und fest schliefen. Die Suchaktion verlangt Opfer. Mindestens einmal am Tag ist Brewe weiterhin vor Ort.

Ihre Strategien zum Einfangen des offensichtlich äußerst freiheitsliebenden Tieres, das schon einmal ausgebüxt war, sind ausgefeilt und klingen mitunter fast wissenschaftlich. Wie hoch müsste etwa die Dosis für eine Narkotisierung der Hündin sein? Keine leichte Entscheidung, ohne zu wissen, wie viel sie wiegt. Ein erster Versuch in der vergangenen Woche, bei dem ein Narkosegewehr zum Einsatz kam, scheiterte so auch. Der Schütze, so erzählt es die Nino-Vorsitzende, habe das Tier zwar getroffen. Ein wenig wackelig sei es anfangs auch auf den Beinen gewesen, lief dann aber schon wieder munter seines Weges. „Es ist schwieriger als gedacht, die richtige Dosis zu finden“, so Brewes Kommentar. Einen weiteren Narkoseschuss schließt sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht aus. Hierfür müsste sie aber zunächst wissen, wo sich der Schütze am besten „auf die Lauer legt“.

Parallel versuchen die Hundehelfer deshalb die Laufwege der Hündin zu manipulieren. Hierfür stellen sie an bestimmten Stellen Futter auf, um sie so in Richtung einer Falle zu locken. Deren Standort wurde in den vergangenen Wochen zwei Mal geändert. Konterkariert wird das Vorgehen der Hundehilfe dabei immer wieder von fürsorglichen Saer­beckern, die ihrerseits Futter aufstellen.

Und so stehen Brewe und ihr Team Tag für Tag vor neuen Herausforderungen, müssen Entscheidungen treffen und an ihrem Konzept feilen. Immerhin: „Wir kommen der Sache näher.“ So viel kann die Nino-Vorsitzende sagen. Bereits im Januar hatte sie eingeräumt, dass die Saerbecker Suchaktion zu eine der schwierigsten in der Geschichte der Ibbenbürener Hundehilfe werden könnte.

Aufgeben kommt für sie aber nicht in Frage. Auch die Anregungen einiger Bürger, das Tier den Rang einer Dorfhündin zu geben, die fortan frei und unbeschwert in der Klimakommune leben könnte, ist für sie „keine Option“. Zu groß sei das Risiko, dass sie eines Tages auf eine Straße läuft und einen Unfall verursacht.

Und so warten die Hundehelfer weiterhin darauf, dass die Vierbeinerin durch die Lichtschranke der Falle tapert und auf ihren mobilen Telefonen Alarm ausgelöst wird. Weil sich damit auch eine in der Falle befindliche Videokamera einschaltet, stehen auch sogleich Live-Bilder der in Saerbeck mittlerweile berühmten Hündin zur Verfügung.

Auch für die Zukunft der Hündin ist gesorgt. Wie Brewe auf Nachfrage mitteilt, kommt sie in einer privaten Pflegestelle unter, die über ein großes eingezäuntes Gelände verfügt. „Ein Pflegeplatz auf Lebenszeit.“ Fraglich ob das Tier hierfür ein Leben in Freiheit aufgeben würde.

Kontakt: Nino Hundehilfe, 0177/4742423

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