Rathaus: Ein Mitarbeiter infiziert
Home-Office nach Corona-Fall

Saerbeck -

Am Wochenende ist ein Rathaus-Mitarbeiter positiv auf den neuartigen Coronavirus getestet worden. Er soll vor Wochen im Skiurlaub gewesen sein. Eigentlich zu lange her für eine Corona-Infektion. Das Saerbecker Rathaus bleibt jetzt für den Publikumsverkehr vorerst geschlossen.

Dienstag, 17.03.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 19:45 Uhr
Das Saerbecker Rathaus ist zur Zeit für den Besucherverkehr gesperrt.
Das Saerbecker Rathaus ist zur Zeit für den Besucherverkehr gesperrt. Foto: Claudia Bakker

Saerbecks Rathaus im Ausnahmezustand: Nachdem am Wochenende ein Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurde, befinden sich derzeit zehn Rathausbeschäftigte in der Quarantäne. Dazu kommen etwa 15 Mitarbeiter, die gesundheitlich gefährdeten Gruppen zugeordnet wurden und deshalb schon vorher vorsorglich nach Hause geschickt wurden. Home-Office – das ist das Stichwort der Stunde.

Auch Jürgen Hölscher, Leiter des Amtes für Bürgerservice, arbeitet am Dienstag von Zuhause aus. Er gehört zu jenen, die Kontakt mit dem erkrankten Kollegen hatten: „Aber mir geht es blendend“, sagt er.

Wichtig für Hölscher ist nun, dass die Arbeit des Rathauses nicht leidet. „Dass Job-Center wird weiter Hartz-4-Leistungen auszahlen. Handwerker müssen ihre Rechnungen bezahlt bekommen, die Gehälter werden ausgezahlt“, versichert er. Die IT-Mitarbeiter des Rathauses hätten eine sichere Home-Office-Lösung installiert, bei der der notwendige Datenschutz gesichert ist.

Der betroffene Kollege soll vor Wochen im Skiurlaub gewesen sein. Eigentlich zu lange her für eine Corona-Infektion. Als er dann doch Symptome entwickelte, habe er sich unverzüglich im Rathaus gemeldet. „Bürgermeister Roos und ich, wir haben am Sonntag bis 22 Uhr Kollegen angerufen“, sagt Hölscher.

Die Gemeinde haben nach der Schneekatastrophe vor Jahren ein Sicherheitskonzept entwickelt und auch einen Krisenstab gehabt, sagt Hölscher, „aber so ein Fall erfordert ein Höchstmaß an Improvisationskunst.“

Die Quarantäne für die zehn betroffenen Kontaktpersonen dauert bis zum 27. März. Sofern sich bis dahin keine weiteren Krankheitssymptome zeigen.

Das Saerbecker Rathaus bleibt für den Publikumsverkehr vorerst geschlossen. Telefonisch und per Email seien die Mitarbeiter in dringenden Angelegenheiten erreichbar.

Kommentar: Sensibler Sektor

Als die Gemeinde Saerbeck am Wochenende mit der Schließung von Gaststätten gegenüber dem Kreis vorpreschte, schüttelte man anderswo noch den Kopf. Zuviel Vorsicht! Wenige Stunden später erwischte Corona das   Rathaus selbst. Keiner kann sicher sein, das ist die Botschaft. Aber jeder sollte vorbereitet sein. Offenbar gelingt es den Saerbeckern, ihren Rathausbetrieb auch durch Home-Office zu regeln. Das erfordert eine funktionierende und sichere Netzstruktur, Mitarbeiter mit Disziplin und sehr gute Kommunikationswege. In der Verwaltung mit knapp über 30 Mitarbeitern scheint das bisher gut geklappt zu haben. Man kann sich leicht vorstellen, wie ähnliche Vorfälle große Apparate ins Wanken bringen können. Vom Rathaus hängt viel ab: Von der Sozialhilfe bis zu Handwerkerrechnungen – alles läuft hier über die Schreibtische. Ein Ausfall brächte viele ins Wackeln.

...

Im Augenblick wird mit den Fraktionen über Durchführung und Ablauf der Ratssitzung beraten, die turnusgemäß am kommenden Donnerstag, geplant wäre.

„Das Wichtigste“, so Hölscher, „ist, den Virus aus dem Rathaus rauszuhalten..“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7331365?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker