Die Herzkissengruppe schwenkt auf Gesichtsmasken um
Wo gibt es noch Gummibänder?

Saerbeck -

Fleißig, fleißig, die Näherinnen der Gesichtsmasken. Aber jetzt fehlt ein wichtiger Grundstoff: Gummi.

Mittwoch, 08.04.2020, 09:07 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 17:28 Uhr
Brigitte Wolff-Vorndieck sucht noch Material und Hilfe bei der Produktion der genähten Gesichtsmasken.
Brigitte Wolff-Vorndieck sucht noch Material und Hilfe bei der Produktion der genähten Gesichtsmasken. Foto: Hans Lüttmann

Die Nähmaschinen rattern, die Nadeln sticheln. Wer früher Herzkissen für die Kranken im Maria-Josef-Krankenhaus genäht hat, schwenkt jetzt um. Doch die Mundschutz-Nachfrage, die über die altgedienten Kreativ-, Häkel-, Näh- und Lepra-Gruppen hinwegfegt, leert mittlerweile die Regale, auch da, wo sie noch geöffnet sind. „Selbst im Internet“, sagt Brigitte Wolff-Vorndieck, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Saerbeck, „wird das Gummiband knapp.“

Um ihren Wunsch zu formulieren, muss Brigitte Wolff-Vorndieck die Sache etwas vorsichtiger formulieren. Natürlich geht es nicht um Mundschutz, sondern um „genähte Gesichtsmasken“, erklärt sie. Der medizinisch anmutende „Schutz-Begriff“ hat einige findige und in diesen Zeiten ebenfalls beschäftigungslose Anwälte zu Abmahnschreiben veranlasst.

Doch auch für die „Gesichtsmasken“ gilt das Gleiche: Das Gummi geht aus. „Wer noch Gummiband im Haus hat“, sagt die MGH-Leiterin, „wird gebeten, dies im MGH in den Briefkasten zu werden.“ Außerdem sind weitere interessierte Näherinnen gebeten, sich zu melden. Schnitte und Anleitungen werden per Mail zugestellt. Die üblichen geselligen Nähtreffs müssen unterbleiben.

Auch ohne Gummi funktionieren die Masken. „Man kann ja auch Schrägband daran nähen“, sagt Wolff-Vorndieck, „das kann man dann zubinden.“

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Da wurden auch schon Büroklammern zu Nasenklammern – mit Stoff ummantelt, damit es keine Verletzungen gibt. Auch das hält. Ersatzweise geht Blumendraht, sagt die erfahrene Näherin.

Auch die metallenen Zungen in Heftern wurden bereits als Zubehör für die Masken ausprobiert. „Wir nähen mit mehreren Frauen“, sagt Wolff-Vorndieck, „und haben verschiedene Prototypen ausprobiert.“

Verteilt werden die Masken vor allem in Saerbecks Altenheimen. „Als Fremdschutz, um die alten Menschen nicht anzustecken“, heißt es. Zum Eigenschutz sind die Stoffmasken eher nicht geeignet. Nach Gebrauch werden die Baumwoll-Masken gewaschen. „Die schrumpfen etwas“, sagt Brigitte Wolff-Vorndieck, „aber das macht nichts.“

Wer Interesse oder Gummiband hat, melde sich per Email unter mgh@kolping-saerbeck.de.

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